Die Seriensiegerin steht zum schnellen Schwung

8. Oktober 2012, 18:13
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Marlies Schild verzichtet auf Speedrennen und hat Slalom-WM-Gold und Weltcupsiege im Fokus

Wien - Eine Speedspezialistin wird Marlies Schild nicht mehr. So viel steht vor ihrer zwölften Saison im Weltcup fest. "Aber ich habe beim Trainingslager in Neuseeland erstmals nach vier Jahren wieder Super-G trainiert. Es hat echt Spaß gemacht." Zwei Tage lang ließ es die 31-jährige Salzburgerin krachen, Weltcup-Starts sind dennoch keine geplant. "Um konkurrenzfähig zu sein, müsste ich mehr tun."

Stattdessen feilt die überlegene Weltcupsiegerin im Slalom lieber weiter an ihren schnellen Schwüngen, wie sie am Rande eines Pressetermins ihres Sponsors Uniqa am Montag in Wien bestätigte. In der Vorsaison war die Dominanz von Schild erdrückend. Die ersten sechs Rennen hat sie mit teilweise überlegenem Vorsprung gewonnen, nur einmal landete Schild in ihrer Paradedisziplin nicht auf dem Podest.

Ziele sind ihr im Stangenwald nicht ausgegangen. Ein Weltcupsieg fehlt ihr noch auf den Rekord der Schweizerin Vreni Schneider (34), und im Februar 2013 findet in Schladming die Weltmeisterschaft statt. "Das ist meine erste und wahrscheinlich einzige Heim-WM. Da will ich als Titelverteidigerin schon gewinnen." Dass der Weg zur Goldmedaille bei den Damen nicht über den steilen Zielhang der Planai führt, betrübt Schild nur bedingt. "Ich kann auch im flachen Gelände gut fahren. Aber steil wäre mir natürlich lieber."

Vorläuferin bei den Herren

Das bewies sie zuletzt im Jänner 2012 im WM-Ort: Schild startete als Vorläuferin beim Nightrace der Herren und hätte sich mit ihrer inoffiziell gestoppten Zeit als 27. für den zweiten Durchgang qualifiziert. Auf ihre Leistung ist Schild "natürlich stolz. Aber ohne das Ganze schmälern zu wollen: Ich hatte als Vorläuferin eine perfekte Piste zur Verfügung."

Dem Ansinnen ihrer Kollegin Lindsey Vonn, die im November ganz offiziell die Abfahrt der Herren in Lake Louise bestreiten will, kann Schild nichts abgewinnen. "Sie soll's ruhig machen. Ich halte das aber nur für einen PR-Gag." Ähnlich sieht es ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. "Wenn sie wirklich genau wissen will, wo sie steht, müsste sie schon in Kitzbühel antreten."

Am 27. und 28. Oktober wird die Weltcupsaison traditionell mit zwei Riesentorläufen ob Sölden eröffnet. Schild, die sich vor vier Jahren bei einem Trainingssturz auf dem Rettenbach-Gletscher schwere Verletzungen am linken Bein zugezogen hat, verzichtet wie angekündigt auf einen Start. Weitere Weltcup-Starts in dieser Disziplin hat Schild aber wie in der vergangenen Saison fest eingeplant, zumal sie das RTL-Training im Sommer forciert hat. "Nach meiner ganzen Verletzungsgeschichte wäre ein Sieg natürlich das große Ziel." Der bisher einzige Erfolg im Riesentorlauf gelang ihr vor mittlerweile fast acht Jahren am Semmering. (David Krutzler, DER STANDARD, 9.10.2012)

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    An der Seite ihres Lebensgefährten Benjamin Raich erläuterte Marlies Schild ihre Ziele für die kommende Saison.

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