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Im Innenhof des Biedermeierhauses "Am Heumarkt 7" im dritten Bezirk sollen zwei Glaswürfel für Büros errichtet werden. Die Bewohner fürchten nun um das Grün in ihrem Haus.
Wien - Die Rasenflächen der beiden Innenhöfe des Biedermeierhauses "Am Heumarkt 7" sind mit einer liebevoll in Form geschnittenen niedrigen Buchsbaumhecke eingefasst, Bankerl laden dazu ein, die Herbstsonne noch ein wenig zu genießen. Doch jetzt fürchten Bewohner um einen der Höfe und ganz besonders um die alten Bäume. Eine Steuerberatungsfirma, die bereits ihren Sitz in dem Haus hat, braucht größere Büroräumlichkeiten und plant, im ersten Innenhof zwei Glaskuben zu errichten, die unterirdisch verbunden sein sollen.
"Das Haus stammt aus dem Jahr 1828 und ist denkmalgeschützt", sagt eine Bewohnerin zum STANDARD, "ich frage mich, wie es möglich sein kann, dass in den Höfen nachträglich etwas gebaut werden kann." Es gebe zwar die Auflage, dass die Bäume umgraben werden müssen, "aber alte Bäume haben doch weitverzweigte Wurzeln, ich weiß nicht, wie das funktionieren soll, ohne die Bäume zu schädigen."
Im Bezirk scheint die Begeisterung für die nachträglichen Einbauten enden wollend zu sein. Am Mittwoch wird sich der Bauausschuss des dritten Bezirks mit dem Projekt befassen.
Die Grünen im Bezirk sprechen sich vehement dagegen aus. "Wir werden es im Ausschuss ablehnen", sagt die grüne Bezirkschefin Eva Lachkovics. Es gebe aus ihrer Sicht keinen Grund, warum dieses Projekt umgesetzt werden solle, betont sie. Außerdem hätten die Innenhöfe eine Gartenwidmung, und es sei "völlig ausgeschlossen", dass die Landstraßer Grünen einer Umwidmung zustimmen werden. Es gebe zudem im dritten Bezirk genügend freie Büroflächen, etwa künftig in Wien Mitte.
Das Denkmalamt habe bei den Höfen keine Handhabe, weil zwar das Gebäude und die Umrahmung der Grünflächen, aber nicht die Grünanlagen selbst unter Denkmalschutz stünden, sagt der Vorsitzende des Bauauschusses, Rudolf Zabrana (SP).
Selbstverständlich habe das Denkmalamt ein Wort mitzureden, betont der Wiener Landeskonservator Friedrich Dahm auf Nachfrage des STANDARD. Das Wiener Denkmalamt hat gemeinsam mit der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) Auflagen festgelegt, unter deren Einhaltung die Errichtung der Glaswürfel möglich wäre. So muss der zentrale Durchgang frei und die Sichtachse in den dahinter liegenden Hof erhalten bleiben. "Der Hof muss von allen Punkten aus als solcher erlebbar bleiben", erläutert Dahm die Kriterien. Deshalb dürfen die Glaskuben auch an keiner Stelle mit der Hoffassade in Berührung kommen und nicht höher als acht Meter werden.
Bei der Steuerberatungsfirma wollte man zu den baulichen Expansionswünschen in Richtung Innenhof auf Nachfrage nichts sagen und verwies auf die Eigentümerin der Liegenschaft, die Industrieliegenschaftenverwaltungs AG (Ilag). Ein Rückruf der Ilag blieb bis zu Redaktionsschluss aus. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, 9.10.2012)
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Das Bundesdenkmalamt richtet sein Fähnchen natürlich auch in den jeweils genehmen politischen Wind!“ Wie sonst ist es zu erklären, daß soeben auf dem DENKMALGESCHÜTZTEN Areal des Jugendstilensembles des Otto-Wagner-Spitals ein riesiges abstoßend hässliches VAMED-Wellnesshotel entsteht? Sogar ist die Goldene Kuppel der weltberühmten Kirche von diesem Standpunkt aus nicht mehr zu sehen! Da hat das BDA in vorauseilendem Gehorsam (oder warum sonst?) dieses Areal „PPREISgegeben“, die „Stadtbildpflege“ MA19 schweigt dazu laut – hats geknistert, geraschelt?
Die Präsidentin des BDA und Ihr Hofrat Dahm - sie haben ALLE kläglich versagt; der „Tag des Denkmals“ ist für das Otto-Wagner-Spitalsareal/Steinhof ein Tag des Versagens-Einverständnisses.
Klar, daß die Erinnerung an diese Gräueltaten (Dr. Gross, BSA) ausgelöscht werden muß!
Da paßt der Politgünstlings-Wohnpark samt Wellness-Oase der gemeindeeigenen Gesiba hervorragend ins Konzept des Vergessen_Machens und Vernichtens.
Nur eines kann dieses Erbe für unsere Nachwelt retten:
Der UNESCO-Weltkulturererbe-Schutz muß endlich erreicht werden, um die Verwerter, Aasgeier, Geldhaie und Spekulanten in Politik und Wirtschaft abwehren zu können!
http://www.avaaz.org/de/petiti... n/?czFMbab
http://www.steinhof-erhalten.at/bauvorhab... vamed.html
http://www.aktion21.at/themen/index.htm
Und? Eine Stadt muß sich entwickeln und erneuern können und daß bedeutet nicht immer mehr Wohn- und Gewerbesilos in eine immer ausufernden Peripherie zu pflanzen.
Denkmalschutz bedeutet sinnvollerweise zumeist auch nicht, wie oft missverstanden, den unbedingten Erhalt von Bausubstanz in einem möglichst originalgetreuen Zustand, sondern den verantwortungsvollen Umgang mit gebautem kulturellem Erbe. - Und das beinhaltet das Lebendighalten von Einzelbauten und Ensbles, Nicht die Überführung in ein totes Museumsstück.
Das können sie sich doch selbst beantworten.
Die Gesetze, die für alle gültig sind, erlauben oder verbieten es eben. Bei so einem Projekt gibt es aber keine eindeutigen Vorschriften. Da müssen diverse Ämter/Magistrate miteinbezogen und ein Konsens gefunden werden.
Wie sie sich natürlich denken können, ist es, wie überall und schon immer, mit den nötigen beziehungen einfacher eine Entscheidung nach eigenenm Willen zu erwirken. Das dürfte wenig überaschend sein.
Grundsätzlich ist aber für Alle das gleiche Recht zuständig und gleiche Entscheidungen möglich.
geh bitte! das denkmalamt, diese "sie wünschen, wir widmen"-anstalt.
die bewohner sollten froh sein, dass man nicht 10 cm an die fassade irgendeinen aluklotz a la augarten baut oder teile des ensembles mit fadenscheiniger begründung einfach niederreisst. das passiert nämlich, wenn der richtige mit den fingern schnippt und bauen will.
Eine Firma braucht eine Erweiterung. Aus durchaus verständlichen Gründen ist ein Standort gewünscht und der jetzige ist durchaus nett und angenehm. Also überlegt die Firma einen Ausbau.
Geht das nicht, wird man halt ein anderes Büro nehmen. Aber nicht beklagen, wenn das ev. nicht mehr in Wien ist.
lg
Dimple
Ich habe ein kleines Häuschen in einem Innenhof aus dem 19. Jhdt. in schlechter Lage (15. Bez.), umgeben von Häusern aus den 60er Jahren. Kein Denkmalschutz und nix. Wollte bei der Generalsanierung eine Seite vom Dach 30cm anheben, um im Dachboden stehen zu können. Das wurde mir untersagt, da alle wiener Innenhöfe Grünraum sind und eine Erweiterung der darin befindlichen Bausubstanz (auch nach oben in die Luft) verboten ist. Wie erklärt man mir dann sowas? Vielleicht hätte ich einen 8m hohen Glaskobel oben drauf setzen sollen, das wäre dann genehmigt worden?
Ja genau. Ihre Wohnung ist im schlechten Zustand und ihr Nachwuchs hätte gern ein eigenes Zimmer? Dann ziehen sie doch woanders hin! Es gibt ja genug Wohnungen. Besonders im 10. wäre da noch einiges frei. Sie zahlen vielleicht mehr, der Umzug kostet viel Geld und ihre neuen Nachbarn... naja, sie können ja ein besseres Schloß einbauen ;)
Wenn sie die Genehmigung dafür bekommen, natürlich.
Aber in höfen zu bauen ist keine einfache Aufgabe.
Ein kindezimmer ist ein Aufenthaltsraum, so müssen sie erst einmal die Belichtung nachweisen. Dann dürfen bestehende Gebäude meist in der Belichtungssituation nicht beeinflusst werden, - also müssen sie Abstände und maximalhöhen einhalten. Dazu kommen dann noch Brandschutz, bzw Fluchtwegvorschriften. Wenn sie bestehende Bäume haben, brauchen sie evt. ein Baumgutachten, das ihnen sagt, welche der Bäume erhaltenswert sind. Wenn der Bestand unter Denkmalschutz steht, dann wird das BDA ihnen vermutlich nicht erlauben anzubauen - ihr Kinderzimmer wird also nur über den Hof zugänglich sein, etc..pp...
erst bis der letzte Baum usw...... fast 200 Jahre einfach ein schöner grüner Hof, jetzt Opfer des Kapitalismus? Zitiere Reinhard Mey:
sieht den keiner dass der König keine Kleider anhat:
......der Architekt, der die Schönheit von Glas und Beton erklärt
und dann in sein Haus aufs Land rausfährt..................
bleibt zu hoffen, dass die Vernunft doch siegen wird. Bitte lasst unsere grüne Oase so wie sie ist!
Ein in dieser Wohnender
2 Dinge sind an den bisherigen Postings interessant.
1. Die Meinung, die Landstraßer Grünen würden umfallen
(Beweise für derartige Vorkommnisse werden nicht erbracht)
2. Die Feigheit derer, die die wildesten Anschuldigungen treffen, unter ihrem richtigen Namen zu posten (stattdessen versteckt man sich hinter irgendwelchen Nicknames)
Fazit: Es werden wilde Anschuldigungen verteilt, der Wahrheitsbeweis will oder kann nicht angetreten werden, und um Rechtfertigungen aus dem Weg zu gehen wird das Ganze unter Pseudonamen veranstaltet
Sehr geehrter Herr Schlagerl,
ad 1.
"Die Grünen im Bezirk sprechen sich vehement dagegen aus. "Wir werden es im Ausschuss ablehnen", sagt die grüne Bezirkschefin Eva Lachkovics."
Dies steht im Artikel im 2. Block "Nachträglicher Einbau" zu Beginn des 3. Absatzes.
ad 2.
Zum Zeitpunkt meines Postings standen nur Beitrage mit Nicknames darunter, ergo war es nicht verallgemeinert, jedoch wohl nicht präzise genug für nachfolgende Postings.
Ich werde zukünftig dieses Manko vermeiden ;)
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