Fragen und Antworten zu ELGA

8. Oktober 2012, 17:58
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Spitäler und Ärzte sollen mit der Elektronischen Gesundheitsakte zu kommunizierenden Gefäßen werden. Die Patienten können jederzeit einsehen, wer ihre Daten abgerufen hat

Frage: Warum braucht man in Österreich überhaupt eine elektronische Gesundheitsakte?

Antwort: Vor allem, um den Informationsfluss zwischen Spitälern und niedergelassenen Ärzten zu verbessern. Derzeit liegt es im Verantwortungsbereich des Patienten, seine Befunde mit sich herumzutragen und über seine Medikamente und Allergien Bescheid zu wissen. Gesundheitspolitiker versprechen sich nicht zuletzt auch Einsparungen, etwa weil es weniger Doppelbefunde und Medikamentenverschreibung geben könnte.

Frage: Welche Daten enthält Elga?

Antwort: Nach derzeitigem Stand Entlassungsbriefe aus Spitälern, Labor- und Radiologiebefunde sowie die Medikamente, die bei der Verschreibung via E-Medikation automatisch in die EDV eingespeist werden. Allerdings kann der Gesundheitsminister Elga per Erlass jederzeit erweitern.

Frage: Wo werden diese gespeichert?

Antwort: Dort, wo sie schon jetzt oft gespeichert werden, also im Krankenhaus, beim Arzt oder in der Apotheke. Elga dient dazu, sie zu vernetzen. Steckt ein Patient etwa in einer Ordination seine E-Card, bleiben dort die Daten für 28 Tage abrufbar, in der Apotheke sind es nur zwei Stunden.

Frage: Wer kann darauf zugreifen?

Antwort: Alle Gesundheitsdienstleister, bei denen der Patient bei der Behandlung seine E-Card stecken muss. Dezidiert ausgenommen sind Betriebsärzte, Arbeitgeber, Behörden, Versicherungen und Kassenchefärzte.

Frage: Wie werden die Patienten vor Datenmissbrauch geschützt?

Antwort: Hundertprozentige Datensicherheit kann zwar niemand garantieren, das Gesundheitsministerium betont aber stets, hohe Maßstäbe anzulegen. Unbefugten Zugriff auf Gesundheitsinformationen gibt es ja jetzt schon, etwa in den Spitälern, wo oft Papierakten kursieren. In Zukunft können Patienten immerhin überprüfen, wer wann in ihre Elga hineingeschaut hat.

Frage: Welche Firmen profitieren von Elga?

Antwort: Das lässt sich noch nicht sagen, weil erst mit dem Gesetzesbeschluss eine Ausschreibung erfolgen kann.

Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Antwort: Am Dienstag fällt der Beschluss im Ministerrat. Damit kann das Gesetz am 23. Oktober im Gesundheitsausschuss erläutert und danach im Parlament beschlossen werden. Mit 1. Jänner 2013 tritt es dann in Kraft. (hei, DER STANDARD, 9.10.2012)

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