Dichand führt "Krone" nicht mehr allein

Harald Fidler
8. Oktober 2012, 17:33
  • Georg Wailand, langjähriger "Krone"-Mann, rückt in die Chefredaktion zu Christoph Dichand auf.
    foto: standard/robert newald

    Georg Wailand, langjähriger "Krone"-Mann, rückt in die Chefredaktion zu Christoph Dichand auf.

Freude zeigte Christoph Dichand nicht, als er am Montag der Redaktionskonferenz verkündete: Die "Krone" hat ab sofort zwei Chefredakteure. Mitgesellschafter WAZ setzte nach STANDARD-Infos den langjährigen Vize und Wirtschaftschef Georg Wailand durch

Wien - Überrumpelt konnte sich Christoph Dichand von der WAZ jedenfalls nicht fühlen: Schon Mitte Juli berichtete der STANDARD, mit wem die Hälfteeigentümer der "Krone" Kontakt aufgenommen hatten, ob er nicht zweiter Chefredakteur des Kleinformats werden will: Georg Wailand (66), seit 1971 bei der "Krone", gut vier Jahrzehnte also treuer Mitstreiter von Gründer Hans Dichand.

Seit 1974 leitet Wailand das Wirtschaftsressort, seit 1991 ist er stellvertretender Chefredakteur der "Kronen Zeitung". Er soll es gewesen sein, der dem späten Hans Dichand näherbrachte, dass seine Kampagne für die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz die "Krone" massiv Abonnenten und Inserenten kostete. Wailand kennt das Blatt, seine Eigenheiten und seine langjährigen Erfolgsrezepte.

Das dürfte die deutschen Mitgesellschafter zur Wahl bewogen haben. Zuvorderst im Sinne der wirtschaftlichen Entwicklung der "Kronen Zeitung" und damit des zuletzt wenig befriedigenden Ertrags und Wertes ihrer 50 Prozent am österreichischen Boulevardriesen.

Seit Jahrzehnten laufende Streitigkeiten

Die Erben des 2010 verstorbenen Hans Dichand indes dürften deutlich weniger Interesse am Wert des Blattes haben, wenn sie tatsächlich, wie kolportiert, auch die 50 Prozent der WAZ übernehmen wollen. Bisher scheiterte das an 50 und mehr Millionen Euro Differenz zwischen den Vorstellungen der Dichands und jenen der WAZ. Die Familie Dichand, also seine Frau Helga und seine Kinder Christoph, Johanna und Michael, hat das hunderte Millionen schwere Erbe laut Firmenbuch auch mehr als zwei Jahre nach Dichands Tod noch nicht geregelt. Beim Handelsgericht scheint noch immer Hans Dichand als Eigentümer der österreichischen "Krone"-Hälfte auf.

Die seit Jahrzehnten laufenden Streitigkeiten zwischen den Dichands und der WAZ regeln Schiedsgerichte nach Schweizer Recht. Eines davon sprach der WAZ zuletzt das Recht zu, einen Chefredakteur zu benennen. Wählt sie einen aus der Redaktion wie Wailand, haben die Dichands kein Mitspracherecht.

Das nächste Schiedsgericht zwischen WAZ und Dichands hat seine Arbeit nach STANDARD-Infos bereits aufgenommen. Es soll offenbar klären, ob die WAZ den Dichands ihren garantierten Gewinn in schlechten "Krone"-Jahren überweisen muss.

Bestätigungen standen zu Redaktionsschluss aus. (Harald Fidler, DER STANDARD, 9.10.2012)

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25 Postings
Leiwand für Wailand! Der Großmeister der Butterseite

... hat es wieder einmal geschafft sein Konto aufzufetten. Das freut vor allem ehemalige Inhaber von Libro-Aktien, welche seinen damaligen Kaufempfehlungen blindlings gefolgt sind. Na gut, als Aufsichtsrat des Vereines partizipierte er auch noch an der Sonderdividende, womit das Ganze auf jeden Fall für ihn eine Mezzie war.

Es wird langsam auch Zeit die "Kalkbrigade" zu entsorgen!

Es ist schon erschreckend wie Dichand jun. die "Alten" verschont, wohl aus falsch verstandener Pietät dem Alten gegenüber. Was aber die Herren Jeanné, Steinitz, Trost, Nimmerrichter, und Co. zusammen schreiben ist fallweise grenzdebil. Die sollten langsam in die Pension gleiten!

arg sowas

einer der 40 Jahre dem Alten treu und ergebenst untänigst heuchelnd gedient hat --um zahlreiche Nebengschäfte ganz ungestöt machen zu können -
der fällt nun dem Jungen in den Rücken?

Wie war das beim alten Cäsar noch?

Auch Du mein Sohn Brutus?

Außerdem: Mit 66 sollte man sich zur Ruhe setzen
und nicht ins Wespennest.

gibt's da eigentlich

gesetzliche Vorgaben, wie lange eine tot Person als Eigentümer im Firmenbuch stehen darf?

Nachdem Erbstreitigkeiten Jahre dauern können, wäre das wohl nicht durchführbar.

Während dem Gerichtsjahr war ich damals in einer Außerstreitabteilung und mein persönlicher Rekord in den 3 Monaten war eine Einantwortung 8 Jahre nach dem Tod des Erblassers. Laut meiner Ausbildungsrichterin war das nicht einmal ein besonderer Einzelfall, sondern das kommt regelmäßig vor.

Und da ging es nur um ein paar Wohnungen und nicht um ein 100 Mio Unternehmen.

Die Erben

wie etwa jüngst bei Backhausen oder bei Niemitz Schwedenbomber sichtbar wurde,
haben Erben nicht viel übrig für das mühevolle
Geldscheffeln der Vorgänger
und Erblassergeneration.
Also weg mit dem ganzen Zeug.
MEINL der V. hat es ja allen Erben vorgemacht,
wie das prima geht.
("Bin doch kein Greissler, sondern ein Banker")
Und man verarmt trotzdem nicht.

Immer, ...

... die Geschäftsleitung kriegt Dichand sen. allerdings erst, wenn er wieder 18 geworden ist.

Konsequent:

Das Durchschnittsalter der SPÖ- Wähler wird ja auch immer höher. Damit möchte nichts gegen die Kremser gesagt haben, da ich bald wieder hinfahren will, allerdings nicht aus politischen Gründen.

Jap, die SPÖ hat nen natürlichen Schwund an Wählern.. Interessanterweise die ÖVP nicht so wild und ist bei den Jungwählern (u30) stärker. Obwohl immer weniger im Agrarbusiness tätig sind, Kirche spielt geringer Rolle... Dazu agiert die ÖVP nicht gerade arbeitnehmerfreundlich usw. Beide Großparteien haben natürlich das "Problem", dass Posten verteilen (damit mein ich nicht Vorstandspositionen, sondern "normale" Jobs (Lagerarbeiter, Bürojobs teils ohne Qualifikation) beim Staat und staatsnahen Betrieben inkl. Privilegien die heute für die Jüngeren kaum vorstellbar sind (bspw. X Zulagen, Neueinstellungen ohne tats. Bedarf, Vetrieb/Außendienst mit hohem Fixum und wenig Druck usw.) nicht mehr so leicht möglich ist (für die Masse)...

Nicht nur nicht, die schlechteste Entscheidung,

sondern die Beste, die in der momentane Konstellation der Krone auch nur möglich ist. Georg Wailand ist ein Vollprofi und ein Mann der Vernunft. Er weis wie der Hase läuft und ist loyal zu beiden Seiten. Dass den Dichands, ein zweiter Chefredakteur nicht gelegen kommt ist jedoch auch mehr als verständlich.

alles gute herr wailand

ps: sie könnten die auflage signifikant steigern, wenn sie den schanee und den pandi, wie sagt man so schön? ach ja, freisetzen würden.

auf schanee ...

... würd ich nur ungern verzichten. sein blödsinniges, bösartiges geschreibsel ist einfach einzigartig. und immer wenn ich glaub - es geht nicht mehr depperter - ER SCHAFFTS

was ist eigentlich aus der wöchentlichen(?) staberl-kolumne geworden?
gibts die noch? hats die je gegeben?

Staberl

Nimmerichter - wie Staberl heißt ist heuer 92 jahre alt! Glaube nicht, dass er noch viele Ambitionen zum Schreiben hat.

Ah... verflucht. Jetzt habe ich ihn mit Wolf Martin verwechselt...

Der Nimmerrichter lebt noch, schreibt aber nicht mehr in der Krone.

Hallo? Staberl ist tot.

Nein, er schreibt noch in der Krone. Grad am Wochenende was gelesen. Bisschen wirr, aber er ist da.

ja, aber alles ein müder abklatsch seiner "besten" zeiten; vor zwei wochen war es ein "aufruf zur zufriedenheit" oder so irgedndwie, nur ein bisschen wirr, aber sehr dezent... für die krone-freaks garantiert uninteressant!

Ja... anscheinend schreibt er wirklich wieder. Irgendwie habe ich seine Auferstehung verschlafen. Nicht verwunderlich, die Krone habe ich immer nur beim Opa durchgeblättert als er noch gelebt hat.

Aber wer Sehnsucht nach den geistigen Dummheiten von Staberl und Martin hat, dem sei dieses Dokument empfohlen:

http://images.derstandard.at/20040824/... tation.pdf

Besonders die Wolf-Martin-Gedichte vom 20. April sind lesenswert.

Alles Gute, GW

in einem Alter, in dem andere Kreuzworträtsel/Sudokus lösen oder im Deckchair mit der MS Europa cruisen, noch einmal in einen echt harten Ring steigen - das finde ich zutiefst bewundernswert!

Durch seine menschliche Art und seine Kompetenz hat er sicherlich eine gutes Standing bei vielen Mitarbeitern.

Hut ab und alles Gute, lieber Georg

P.S: Dem Wein wird es hoffentlich nicht schaden

Klingt nach Mundschenk des Herrn...

Ein echtes Zeichen der Erneuerung und des Aufbruchs! Und mit 66 für Krone Verhältnisse ja fast einer der jungen wilden!

stimmt. 66 ist wohl unterhalb des durchschnittsalters der krone-redaktion.

fast ein baby,

im verhältnis zum "staberl".

Dichand und Wailand werden sich jeden Tag matchen,

wer die größeren Lügen ins Blatt rückt!

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