Sportartikelhersteller Puma will Umwelt weniger belasten

8. Oktober 2012, 15:24
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Die Schuhe und Kleidungsstücke seien biologisch abbaubar oder vollständig recycelbar - Verbraucher müssen mitmachen

München - Der deutsche Sportartikelhersteller Puma will im kommenden Februar eine Öko-Kollektion in die Läden bringen, die die Umwelt um ein Drittel weniger belasten soll als die konventionellen Puma-Produkte. Die Schuhe und Kleidungsstücke seien biologisch abbaubar oder vollständig recycelbar, sagte Vorstandschef Franz Koch am Montag in München.

Von der Herstellung der Rohstoffe über den Transport bis zur Entsorgung gingen sämtliche Umweltkosten in die Rechnung ein. Die Kunden könnten sich damit zwischen einem mehr und einem weniger umweltbelastenden Puma-Produkt entscheiden, sagte Aufsichtsratschef Jochen Zeitz.

Zehn Euro teurer

Er erklärte den völlig neuen Ansatz am Beispiel der beiden Puma-Basketballschuhe InCycle und Suede. Für das Leder des konventionellen Suede-Schuhs werde viel mehr Land und Wasser verbraucht als für den InCycle-Schuh aus Bio-Baumwolle und Leinen. Allerdings sei die Luftbelastung durch den neuen Schuh etwas höher, da für die Verarbeitung der Baumwolle mehr Energie gebraucht werde. Weil der InCycle-Schuh aber samt Sohle komplett zu Humus kompostierbar sei, sei die Umweltbelastung unter dem Strich um 31 Prozent geringer als beim Puma Suede. Mit einem Verkaufpreis von 95 Euro werde er 10 Euro teurer sein.

T-Shirt, Trainingsjacke, Rucksack

Die InCycle-Kollektion startet daneben mit einem T-Shirt, einer Trainingsjacke und einem Rucksack aus Polypropylen, das recycelt und in China vom selben Hersteller wieder zu neuen Rucksäcken verarbeitet werden soll. Damit die Umweltrechnung aufgeht, müssen die Verbraucher ihre alten Produkte aber in einem beliebigen Puma-Store zurückgeben. "Wir werden keinen Erfolg haben, wenn die Verbraucher nicht mitmachen", betonte Koch.

Textil-Expertin Jenny Teufel vom Freiburger Ökoinstitut sagte der dpa: "Auf den ersten Blick hört sich das ganz gut an." Eine grundsätzliche Frage sei allerdings, ob Verbraucher jedes Jahr neue Schuhe brauchten. (APA, 8.10.2012)

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