Microsoft ersuchte Google um Blockade von BBC und Regierungswebsites

DMCA-Beschwerde beinhaltete auch verschiedene Blogs und die Wikipedia

Ein Fehler eher peinlichen Ausmaßes ist Microsoft im Kampf gegen Urheberrechtsverstöße im Internet unterlaufen. Die französische Niederlassung des Konzerns hatte im Juli eine "Takedown-Notice" gemäß dem "Digital Millenium Copyright Act" an Google geschickt. An sich nichts Brisantes, jedoch betraf die Beschwerde zahlreiche namhafte Webseiten, darunter auch die US-Regierung.

Beschwerde-Hinweis statt Suchergebnis

Handelt Google entsprechend einer DMCA-Notiz, so werden die darin genannten Seiten aus dem Suchindex genommen. Der User erhält statt des Suchergebnisses einen Eintrag, der ihn zur Seite "chillingeffects.org" weiterverweist. Dort ist ersichtlich, wer die Ausblendung der Seite gefordert hat. Auftritte, die besonders oft auf diesem Wege beanstandet werden, erfahren zudem eine Rückreihung im Suchindex.

Von der Pasadena Sun bis zur Wikipedia

Die wahrscheinlich automatisch erstellte Liste von Microsoft France beinhaltet neben einschlägigen Seiten und kleineren Medien wie die "Pasadena Sun" auch ganze Rubriken auf der Homepage der BBC sowie Artikel der Washington Post und des Senders CBS.

Darüber hinaus trifft die Beschwerde auch die Huffington Post, Blogs wie TechCrunch und als auch mehrere Wikipedia-Einträge (etwa zur TV-Castingshow "Britain's got Talent"). Auch eine Abteilung des amerikanischen Gesundheitsministeriums ist betroffen.

Nur wenige Genannte betroffen

Offenbar hatte die Takedown Notice aber keinerlei Auswirkungen auf den Großteil der genannten Internetpräsenzen. Temporär erwischt hatte es jedoch beispieslweise Real Clear Politics. Dass Google die DMCA-Beschwerden manuell prüft ist rein aufgrund ihrer Quantität nicht anzunehmen.

Rätseln um Whitelist

Bei TorrentFreak vermutet man die Existenz einer Whitelist von Seiten, die von derlei Reklamationen grundsätzlich ausgenommen sind. Es ist nicht das erste Mal, dass Microsofts Takedown-Forderungen über die Stränge schlagen. Microsoft hat offenbar auch schon Seiten auf Spotify.com angeführt und auch die hauseigene Suchmaschine Bing war bereits auf einem solchen Sündenregister vertreten. (red, derStandard.at, 08.10.2012)

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