Dobernig ist nordslowenisch

Rainer Schüller
8. Oktober 2012, 16:16
  • Harald Dobernig, der befürchtet, dass es in Kärnten zu viele Slowenen gibt, trägt laut Namensforscher Pohl einen "nordslowenischen" Nachnamen.
    foto: apa/gindl

    Harald Dobernig, der befürchtet, dass es in Kärnten zu viele Slowenen gibt, trägt laut Namensforscher Pohl einen "nordslowenischen" Nachnamen.

Uni-Professor Pohl analysiert die Herkunft des Nachnames des FPK-Politikers

Der Kärntner Finanzlandesrat Harald Dobernig (FPK) findet, dass Angehörige der slowenischsprachigen Minderheit keine echten Kärntner seien. "Man hat bereits den Eindruck, dass in Kärnten mehr Slowenen als richtige Kärntner leben", sprach Dobernig am Samstag. Dobernig? Woher stammt dieser Name eigentlich? derStandard.at hat bei dem emeritierten Universitätsprofessor Heinz-Dieter Pohl von der Universität Klagenfurt nachgefragt.

Der Befund des Experten: "Dobernig" kommt von dem slowenischen Wort "Dober", das so viel wie "Klamm" oder "Schlucht" bedeutet. Zu Deutsch würde "Dobernig" also "Klammer" heißen.  

Nordslowenisch

Pohl hat sich eingehend mit Namen beschäftigt, die auf Slowenisch mit -nik und auf Deutsch mit -nig(g) enden. Ein besonderes Charakteristikum des "karanta­nischen" Slowenischen beziehungsweise des Alpenslawischen sind gerade die zahlreichen Hof- und Familien­namen auf -nig(g), slowenisch -nik. Diese sind in den heute deutsch­sprachigen Gebieten Kärntens, Osttirols, des Salzburger Lungaus und der Steiermark weitaus häufiger als im slowenischen Kerngebiet selbst. Sie können deshalb als "nordslowenisch" bezeichnet werden.

Dieses Wortbildungselement ist laut Pohl auch heute noch produktiv. In der slowenischen Ortsnamenforschung komme es vor allem in Hofnamen und häufig davon abgeleiteten Familiennamen sowie in Bergnamen vor. Dass dieses Suffix gerade im deutsch-slowenischen Durchdringungsgebiet in Österreich besonders häufig ist, spreche für eine gegenseitige Beeinflussung beider Sprachen, sagt Pohl. Die slowenischen -nik-Namen entsprechen hier semantisch genau den deutschen Namen auf -er. Als Beispiele nennt der Namenforscher Moser-Blatnik, Ebner-Ravnik, Rauter-Laznik/Laßnig/Lassnig.

Parallelentwicklung durch Zweisprachigkeit

Das könne man als Ergebnis einer Parallelentwicklung unter den Bedingungen weit verbreiteter Zweisprachigkeit sehen, so Pohl. Beide Sprachgemeinschaften haben hier einen gemeinsamen semantischen Typus mit jeweils eigenem Sprachmaterial geschaffen. (Rainer Schüller, derStandard.at, 8.10.2012)

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Tja, der treudeutsche Recke - tarnt sich geschickt mit Namen wie Dobernig oder Hojac...

Das Gesicht ist ein echtes "Gfries" ...

... in das man nur dauernd reindresssen möchte.

“Ein G'sicht wie...
...ein Gartentürl - man möcht Tag und Nacht zuschlagen.“
...ein Postkastl - links und rechts zum reinhauen.“
...ein warmes Fußbad - reinsteigen, und wohlfühlen...“

;oP

und überhaupt:

jeder user hat einen nik.

nig-Endung

Weil hier die Frage aufkam warum man denn vom slawischen"nik"zum"nig"kam;nun dazu hat mir mal ein Lavanttaler Akademiker eine gute Erklärung abgegeben:Es soll in der Monarchie aufgrund der Fluktuation der verschiedenen Ortspfarrer immer wieder welche gegeben haben die aus dem östlichen,slawischen Raum nach Kärnten/Stmk kamen,dann wieder welche aus den verschiedensten Ländereien in Bayern,Schlesien oder Preusen-und je nach Vorlieben dieser wurden die Namen auf den Taufscheinen,die damals ja das erste Dokument zur Identifikation des neuen Erdenbürgers waren;eben in den verschiedneen Schreibweisen verfasst.Dabei konnte über mehrere Generationen ein komplett slawischer Namen schon mal ziemlich "gedeutscht" werden und umgekehrt natürlich auch.

Wie's der terrische Dorfpfarrer, der oft als einziger im Ort des Schreibens mächtig war, halt verstanden hat.

Und wenn man bedenkt, was die Kärntner auch mit anderen im Deutschen normalerweise harten Konsonanten phonetisch so anstellen, verwundert der Drift vom „-nik“ zum „-nig“ jetzt nicht ernsthaft.

Viele "nig" waren noch im 19. Jh. noch "nik"!

Im 20. Jahrhundert auch noch!

Bei dem g handelt es sich nicht unbedingt um eine Eindeutschung, sondern es wurde einfach seinerzeit vor Jahrhunderten einfach niedergeschrieben, was man gehört hat. Das -nik klingt rein phonetisch, wenn danach noch bestimmte Laute folgen, aber eigentlich auch allein betrachtet, als -nig.

Korr.: klingt wie

Eine Anmerkung: Die Endung -nik ist keinesfall nur slowenisch oder gar nur nordslowenisch, sondern generell slawisch (sie entspricht etwa der deutschen Endung -er, ist also sehr häufig anzutreffen) .

Das Problem des Herrn Dobernic ist, dass er sich - wie viele seiner Landsleute - schämt, slowenischer Herkunft zu sein. Diese Identitätsverweigerer wollen diese "Schmach" dadurch verdecken, dass sie besonders auf Deutsch-National machen.

Die deutsche Volksgruppe wiederum ist irrsinnig stolz darauf "deutscher" Herkunft zu sein - als ob dies eine Leistung wäre - und will sich von der - ihres Glaubens - minderwertigen Volksgruppe abgrenzen. Heraus kommt eine besonders unsympathische Mischung, wie sie leider in Kärnten gegeben ist. Haider, der zugereiste Oberösterreicher, wusste diese kärntnerische Irretation für sich auszunutzen, indem er den Kärntnern einredete ganz besonders deutsch zu sein. Die Kärntner haben ihm das gerne geglaubt und tun das heute noch.

nemscur = Deutschtümler

ist der Begriff im Slowenischen, für diese Leute....im Wirtshaus erzählte mir ein solcher , vor etwas längerer Zeit, i bin Aria....und auf die Frage warum, sagte er, weil er blaue Augen hätte......
andererseits die Deutschnationalen - schreiben so auch im Forum der KZL.....die Slovener...und meinen damit jene, die sich zum Slowenentum bekennen (nach dem Bekennerprinzip wurde ja schon öfters gefragt)...weil die sollen obe verschwinden......

Es scheint sich hier wirklich um den einfältigsten Politike zu handeln, der auf der Erde herumläuft. Ob es Zufall ist, dass er sich bei der FPÖ befindet?

Sehr geehrte Frau Soros !
Es handelt sich hier um eine typisch österreichische Reaktion auf die Situation auf den Golan-Höhen, von welchen sich die Israelis wegen den syrischen Angriffen zurückgezogen hatten, weswegen aufgrund von American Express und andere Österreich genötigt wird die Golan-Höhen zu verteidigen. Jedoch, so wie wir sind, zerstreiten wir uns lieber mit den Kärntner-Slowenen, welches noch immer eine Drohung mit Weltkrieg beinhalten konnte, anstatt uns um die Golan-Höhen zu kümmern.

Expertenmeinung oder falsch zitiert?

Eine Klammer ist eine Vorrichtung zur Befestigung von Gegenständen bzw. ein Zeichen zum Zusammenfassen verschiedener Worte und Symbole im Schriftbereich.

Ich nehme an, laut experten ist ein "Dobernig" jemand , der nahe einer Klamm oder Schlucht wohnt.

Kann mir übrigens jemand erklären, warum im Kärntnerischen das slowenische -nik zu -nig(g) gewandelt wurde? In der Aussprache ist ja kein Unterschied.

Gutester ...

... bissl denken vorm Schreiben.

(wäre Ihr Posting ein scherzhaftes, betrachten Sie mein Antwortposting bittschön entweder als gegegnstandslos oder vielmehr als selbstbezüglich).

Beste Grüsse.

Finanziell ist Kärnten klamm und der Finanzlandesrat will das einfach auf diese Art und Weise zur Sprache bringen ...

also lt. artikel: dober = schlucht bzw klamm und
suffix -nig(g)/-nik = -er
also: dober-nig wird zu schlucht-er bzw klamm-er
womit sie mit ihrer schlussfolgerung wieder recht haben dürften: ein dobernig sei jmd., der an einer schlucht bzw klamm wohnt

Nicht ...

... "die Klammer" ist gemeint, sondern "Klammer" im Sinne von "an/bei der Klamm wohnend", wie Berger, Wieser,Bichler/Pichler usw.

Wenn sich der Dobernig jetzt auf Schluchtenscheißer umbenenne last haben wir einen zweiten Hojac in der Politik - mit ähnlickem Charisma und Vorstarfenregister.

eigentlich....

ist dobernig ein radikaler slowene, der die fpk unterwandert hat und sie von innen zerstören will.
aber um gottes willen, warum hat er sich keinen deutschen namen ausgesucht. so etwas muss doch irgendwann auffallen.
lieb find ich aber sein "freundschaftsbanderl", das hat er sicher vom seeligen jörgerl bekommen, für verdienste um die republik, oder so halt.
es passt zwar so gar nicht zu seiner breitling, aber geschmacklosigkeit ergänzt halt das bild eines echten gestandenen fpklers.

ohne prof. pohl widersprechen zu wollen...

'dober' heisst auf slowenisch auch 'gut', dobernig/dobernik koennte ev. auch mit gutmann uebersetzt werden - womit die sache noch ein bisserl prickelnder wird...

uebrigens gab 2011 in slowenien laut http://www.stat.si/ 5 leute mit dem famileinnamen, die allerdings dobernik (d.h. mit -k am ende) heissen

Ja, aber im Mittelalter wurde vermutlich der Kleinfleißbach zwischen Heiligenblut und Sagritz in einer Schenkungsurkunde an das Stift Admont als Dobernik erwähnt. Zwar Klamm als Übersetzung wäre geographisch erklärbar, jedoch der Ortsname Dobernik stammt eher von "do pernica" "zum Federbett" einem dortigen Gasthaus zwischen Heiligenblut und Sagritz ab.

Desweiteren wurde in der Stiftungsurkunde des Klosters Sittich Dobernik gleich nach St. Michael erwähnt. Zufälligerweise befindet sich der Herzogsstuhl am Zollfeld genau auf der orthodromischen Entfernungslinie zwischen St. Michael (Miholjanec) und Dobernik (Fleiß am Klein- bzw. Großfleißbach).

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