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Wien - Die Ärztekammer ist auch mit dem neuen Gesetzesentwurf für die Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) noch nicht zufrieden. "Schlechtes ist wohl besser geworden, aber immer noch nicht gut genug", sagte Präsident Artur Wechselberger am Montag gegenüber der APA.
Er kenne den Entwurf noch nicht im Detail und wolle ihn zuerst genau lesen, bevor er eine detaillierte Bewertung vornehmen könne, sagte der Ärztekammer-Präsident. Nach den Vorinformationen, die er habe, "fehlen allerdings einige wesentliche Punkt, die zu einem erfolgreichen Projekt gehören würden".
Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte Österreichs, zeigt sich begeistert: "Das ist ein ganz wichtiger Tag für Patienten und das Gesundheitswesen. ELGA bringt einen riesigen Schritt in Richtung Patientensicherheit." Viele Behandlungsfehler würden nämlich darauf zurückzuführen sein, dass der Informationsstand über den Patienten nicht rechtzeitig beim Behandler ist. Bachinger sieht mit ELGA auch das Ziel, dass die Patienten Herr oder Frau ihrer Daten sind voll erfüllt, es seien schließlich auch nicht alle Gesundheitsdaten enthalten, sondern nur die sogenannten ELGA-Dokumente.
Karl Öllinger, sozialsprecher der Grünen, hätte lieber eine Opt-In Möglichkeit an Stelle des Opt-outs. Er meint, dass Datenschutzbedenken und verfassungsrechtliche Probleme vom Tisch gewischt wurden. "Die PatientInnen spielen im ganzen Tauziehen um Großaufträge keine Rolle. Ihnen wird ein System aufs Auge gedrückt, das viel Geld kostet, den PatientInnen fast nichts bringt und darauf abstellt, dass sie sich ohnehin nicht auskennen", meint Öllinger. ELGA sei in der vorgesehenen Art und Weise für Missbrauch von innen und Angriffe von außen offen, es gebe genügend Menschen und Unternehmen, die ökonomisches Interesse an Gesundheitsdaten haben.
FPÖ Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein sieht einen "faulen Kompromiss" der Regierungsparteien. Es gebe viele Ungereimtheiten und nicht nachvollziehbare Zahlungen, dass davon auszugehen sei, dass sich sowohl die Staatsanwaltschaft als auch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss damit beschäftigen werde, sagte Belakowitsch-Jenewein, die das Projekt ELGA als "Gesundheitspolitischen Sky-Link" bezeichnete.
Wolfgang Spadiut, Gesundheitssprecher des BZÖ, kritisiert den Gesetzesenwurf und bezeichnet ihn als "teure Husch-Pfusch-Aktion, die die Grundrechte verletzt und dem Missbrauch Tür und Tor öffnet." Das System würde heuer schon 2,5 Millionen Euro kosten. Er bewirbt weiterhin das BZÖ-Modell, wo die Daten direkt auf der E-Card gespeichert werden. Das sei sicher, billiger und effizienter. (APA/red, derStandard.at, 8.10.2012)
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Bei richtiger und sinnvoller Adaptierung der bereits bestehenden EDV Gesundheitsprogramme würde es nur mehr les- und nachvollziehbare Befunde, Untersuchungen und Medikamentenverordnungen geben und auch die Kostenverrechnung der Krankenhäuser und Ärzte mit den Kassen könnte mit einem entsprechenden Programm gegenüber der heute gängigen extrem vereinfacht werden. Jedem Arzt sein eigenes Pad mit eigener Kennung und alle gesammelten Daten auf sicheren Großspeichern archivieren. Die Verrechnung aller Untersuchungen und Befunde mittels einem Spezialprogramm könnten automatisch aus diesen Daten an die Kassen abgeleitet werden.
Patientendaten an Versicherungen bzw. für Studien müssen mittels E.Card vom Patienten persönlich freigegeben werden.
Habe schon zum Zeitpunkt als die Befunderfassung und die ärztliche Dokumentation via Bildschirm bei der Gemeinde Wien eingeführt wurde vorgeschlagen, dieses Medium umfassend zu nützen. Leider scheint dies bis heute deshalb nicht durchsetzbar zu sein, weil damit eine lückenlose Erfassung aller am Patienten durchgeführten Handlungen lückenlos nachvollziehbar sein würden. Die Gegner dieses absolut notwendigen und sinnvollen Schrittes argumentieren immer mit der Datenschutzunsicherheit, welche jedoch bei richtiger Installation weit weniger gegeben ist als mit der derzeit gängigen Methode. Wenn jeder Arzt über seine persönliche Kennung und ein Pad verfügt ist jeglicher Datenmissbrauch ganz leicht nachvollziehbar ebenso wie die Kosten.
natürlich hat jeder Arzt und auch das Pflegepersonal die Pflicht alle Handlungen am Patienten zu dokumentieren, aber mit der derzeit verwendeten Methode ist eine lückenlose, Kosten und Zeit sparende Dokumentation und Weiterleitung leider nicht möglich. Viele Pat. und Hausärzte erhalten ihre Arztbriefe und Medikamentenverordnungen oft erst nach Wochen oder gar Monaten und die Krankengeschichten sind schon nach einigen Jahren in den Archiven kaum mehr lesbar, da verblichen und /oder handgeschieben oder einfach nicht mehr auffindbar. Die Argumentation dass der Pat. durch ELGA weniger Datenschutz hätte ist einfach nur eine Ausrede von Leuten die Angst haben, dass Ärzte- und Krankenhauspfusch transparent und nachvollziebar werden würde.
die haben keine Ahnung, also könnens auch nichts kontrollieren!
Es wird keinesweg die ärztliche Leistung kontrolliert- wie denn auch - sondern Geld gemacht und Datenschutz gebrochen.
Oder glauben Sie wirklich Stöger hat von moderner Krebsmedizin eine Ahnung??
Sigrid Pilz von Stammzellforschung??
Der Winzer und frühere Möbelverkäufer Schelling von Hormontherapie bei Multipler Sklerose??
Wer soll die naturwissenschaftliche Medizin denn noch überblicken, das Wissen vergrößert sich jedes Jahr?
Das Labyrinth des Leitlinienmanagements ist nur für Eingeweihte zu durchschauen (Kann- versus Mußbestimmung)
d.H.
Inkompetente Gesundheitspolitiker können genausoviel kontrollieren wie vorher , nur die eingebunden Firmen machen ein Geschäft
oder glauben Sie wirklich, hochpreisige Schwindelmedikamente werden weniger gegeben?
Da bedürfte es einer Gesetzesänderung bei der Zulassung für Drittlinientherapie wie in der USA. In Österreich können Sie für die Drittlinientherapie jeden (sauteuren) Dreck verabreichen.
Wer mit teurem Pharmamüll reich werden will, wird von Stöger und Konsorten sicher nicht aufgehalten- die haben nämlich keine Ahnung von den Maschen im Gesetz.
Bei uns in der Firma macht ein Großteil der Mitarbeiter die Vorsorgeuntersuchung beim Betriebsarzt.
Da hat niemand Angst, dass die Daten weitergereicht werden.
Aber vor ELGA haben alle Angst, obwohl ich glaube, dass die Daten der Vorsorgeuntersuchung gar nicht für die Speicherung vorgesehen sind.
Der Datenschutz ist schon wichtig, aber ELGA ist hier eher eine Verbesserung.
So wie die ecard gegenüber den Krankenschein eine Verbesserung ist, jetzt muss man nicht wegen jedem Arztbesuch im Personalbüro vorstellig werden.
eingebauten Halbheiten, Schlupflöchern und Grauzonen muss ich Ihnen leider zustimmen. Dabei wäre alles ganz einfach wenn sich die Politik raushalten würde und die bereits vorhandenen Programme nach rein pragmatischen Gesichtspunkten adaptiert werden würden. Wird des aber leider nicht geben weil Ärztekammer und Pharmaindustrie werden nur einem ELGA zustimmen bei dem sie genügend Schlupflöcher haben und alles läuft wie bisher. Patienten werden durch mit Datenschutzmussbrauch verunsichert obwohl dieser auch mit der derzeit gängigen Methode mehr als lückenhaft ist. Jeder sollte die Möglichkeit haben sich eine Krankengeschichte wie sie sich derzeit präsentiert ansehen zu dürfen.
Die große Frage ist doch: wer darf und kann aller zugreifen. Wenn man es privaten Firmen gestattet (selbst mit schriftlichem Einverständnis der Person), wird in Zukunft jede Versicherung als Bedingung vorsehen, dass man den Zugriff auf ELGA erlaubt. Da werden sich die Konzerne mit Sicherheit rasch einig und alle großen eine geschlossene Front machen.
Was dann mit ihrer Auto-, Lebens-, Krankenversichung usw. passiert wenn sie nur ein wenig mehr als einen Schnupfen haben, ist vorstellbar. Eine Horrorvision.
mit eingesparten vorsorgeuntersuchungen lässt sich aber kein geld sparen. die vorsorgeuntersuchung und eventuelle behandlung einer krankheit in einem frühen stadium oder deren vorbeugung durch rechtzeitige erkennung von risikofaktoren kostet viel weniger als die behandlung einer fortgeschrittenen krankheit.
Das ist einfach nicht richtig. Vorsorgeuntersuchungen sind nicht bei allen Erkrankungen sinnvoll, sondern können ausgesprochen unangenehme Folgen haben. Sinnvoll sind daher nur Vorsorgeuntersuchungen, deren Wert empirisch ausreichend abgesichert ist.
natürlich gibts einige untersuchungen die als vorsorge-screenings nicht geeignet sind. die jährliche vorsorgeuntersuchung beim hausarzt ist aber verhältnismässig billig und dort wird ein breites spektrum untersucht. es ist sehr wohl billiger, zum beispiel übergewicht zu erkennen und zu behandeln vor ernsthafte probleme wie zum beispiel diabetes auftreten. ebenso ist es billiger, muttermale vorsorglich zu untersuchen und verdächtige zu entfernen als zu warten bis sich hautkrebs in einem späten stadium bemerkbar macht. lungenröntgen als screening für lungenkrebs hat sich hingegen nicht durchsetzen können.
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