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Freie Parkplätze weit und breit. Ein Zustand, von dem die Bewohner in Währing nur träumen können.
Eine Bekannte von mir und der Bezirksobmann von Wien-Währing, Karl Homole, sind Seelenverwandte. Diese Erkenntnis macht sie nicht froh. Wie sie darauf kommt? Um Entbehrungen zu entgehen, bedient sie sich ihrer gesegneten Fantasie. Sie lebt, absichtlich oder unabsichtlich, man weiß es nicht, immer mit Männern zusammen, die abwesend sind. Entweder körperlich aus beruflichen Gründen, oder sie sind geistesabwesend oder beides.
Das liegt nicht an ihr, sagt sie, die waren schon vorher so. Wie auch immer, sie hat sich daher eine Eigenschaft aus der Kindheit bewahrt und spinnt auf Knopfdruck. Schupft den Haushalt, den Laden als Selbstständige und die Kinder großteils alleine. Und tut so, als wäre es anders, als würde ihr jemand helfen und als hätte sie Ansprache nach Feierabend. Oder überhaupt einen Feierabend. Damit fühlt es sich nicht so an, als ob dem anders wäre. Das ist natürlich eine totale Katastrophe, was das Thema Emanzipation und Einfordern von 50/50 betrifft. Aber es lässt sie die Realitiät aushalten. Wahrscheinlich gibt es dafür einen Ausdruck in der Psychiatrie - notorische Weitermachung oder wer weiß.
Herr Homole tickt ähnlich, scheint's. Er hat auch ein immens ungünstiges Händchen, was nachhaltige Entscheidungen für seinen Bezirk betrifft. Nach seiner Pseudoumfrage zum Parkpickerl - die, sagen wir, leicht suggestiv war - war deren Ausgang nicht erstaunlich. "Wollt ihr was zahlen?", wurde gefragt. Nein, äh, danke, haben die Leute gesagt. Des Weiteren hätte er fragen können, sollte nicht vielleicht eine kleine Südseeinsel für alle urlaubsreifen Währinger annektiert (friedlich natürlich), das Fernsehprogramm besser und die Handytarife billiger werden? Guter Plan, hätten die Leute gesagt.
Und jetzt herrscht Ausnahmezustand in seinem kleinen Königreich, und zwar ein echter, lästiger. Keine Parkplätze, Beschimpfungen und Drohungen der Bürger untereinander sowie Ausbruch von Rassismus gegenüber Ausländern, zum Beispiel Niederösterreichern. Sachbeschädigungen, Unfälle, Verkehr wie wahnsinnig, Protestflut an ihn und den Rest der Bezirksräte ohne Ende. Und Herr Homole, der ausgefuchste Lauser, der kennt den Trick meiner Bekannten. Es ist nichts. Weil wenn man nicht will, dass was wirklich Arges ist, dann ist auch nichts.
Und er postet daher eisern Einladungen zu Fressveranstaltungen auf seinem Facebook-Account. Lässt die zig Protestpostings ungerührt unkommentiert. Die E-Mail-Anfragen werden mit einem, scheint's, Copy-Paste-Brief von seinen Angestellten beantwortet, ja, schade, die Stadtregierung ist schuld. Er fordert auf Medienanfragen jovial das Ende der Parkpickerl in anderen Bezirken. Und gondelt ansonsten durch seinen schönen Bezirk, im Park vermutlich, dort stören ihn die Autokarawanen nicht. Vielleicht mit einem kleinen Blümchen im Knopfloch.
Es gibt aber Situationen, da ist Schuld kurz wurscht. Die nennt man akut. Die kann man später evaluieren, sogar die berühmten sechs Monate lang. Und dann was neues planen, in Homoles Fall in Richtung Verkehrspolitik für die Menschen, vielleicht sogar etwas mit Hirnschmalz, Rot-Grün ist schuld hin oder her. Er könnte jetzt was tun. Das Parkpickerl einführen, angeblich geht das innerhalb von drei Wochen. Auf Zeit. Um dann neu zu verhandeln mit der Stadtregierung. Einen Krisenstab einführen, der die teilweise echt verzweifelten Bürger betreut. Sich ein Bild machen. Wollen wir hoffen, dass es nie ein Erdbeben gibt in Währing. Womöglich würde Herr Homole sich über die Schutthaufen drübertragen lassen, mit einer doppelten Augenklappe, und vor sich hinrepräsentieren. Weil es ist ja nichts.
Und da, so konnte ich meiner Bekannten versichern, ist der Unterschied zwischen ihr und dem Herrn Homole. Sie lässt das Baby nicht in seiner voll gemachten Windel sitzen, um darüber zu sinnieren, ob die bei ihrer Entscheidung für seinen Vater noch ganz bei Trost gewesen ist. Weil wenn die Scheiße dampft, dann dampft sie jetzt. Sie tut was, wenn es drauf ankommt, und spinnt zwar weiter, aber nicht auf Kosten derer, für die sie Verantwortung hat. Aber er, er leidet am Morbus Homole. Möge er genesen. Rasch, bitte. (Heidi List, derStandard.at, 8.10.2012)
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was soll eine situation wie auf dem foto bringen, wenn ein paar strassen alles zugeparkt ist? der artikel will uns suggerieren, wären die schwarzen nicht solche deppen, gäbe es weder parkplatz- noch verkehrsprobleme, friede freude eierkuchen würde ins land ziehen.
das bild zeigt eigentlich, dass viele leute aus dem 17. jetzt ihr auto weiter entfernt abstellen. ergebnis ist mehr verkehr, längere wege, ungleiche verteilung von freien parkplätzen (viele dort, wo man nicht mehr parken wollen soll; keine dort, wo man gezwungen wird, parken zu wollen) - und die einzigen, die einen vorteil haben, sind die, die dafür zahlen.
schöne neue bezirkswelt.
Weil das Auto weiter weg steht, entstehen automatisch weitere Wege für dieses?
Mitnichten, eher umgekehrt. Wenn mein Auto weit weg parkt, brauch ich schon mal die Öffis damit ich da hin komme oder ich geh eben 10-20 Minuten zu Fuß.
In den 10-20 Minuten bin ich aber zu Fuß oder mit den Öffis oft schon fast am Ziel. Natürlich würd kaum noch ein vernünftig denkender Mensch noch sein Auto holen, damit er dann am Ziel erst wieder 10 Minuten Parkplatz sucht.
Hier im 15. und 16. gibts neben Parkplätzen, wenn man einen braucht, auch spürbar weniger Autoverkehr. Vielleicht noch nicht spürbar auf den Durchzugsstraßen, sehr spürbar aber in den ganzen Nebenstraßen.
Spritpreise, KFZ-Steuer, Versicherung, Sericekosten, Parkschäden, Winterreifen, Parkplätze ...
Ich bin mittlerweile 47 Jahre alt und hab noch immer keinen Führerschein. Und man glaubt es kaum, mir geht nichts ab. Und wenn mich die Leute um meine Figur beneiden und fragen, ob ich regelmäßig Sport betreibe, weiß ich, dass ich die nächsten 47 Jahre auch keinen haben werde.
Grüße von einem Radfahrer aus Währing!
Man kann und soll den Wähler über alles befragen, außer es geht um Menschenrechte und die Grundpfeiler der Verfassung.
Einfach so zu tun, als ob die Wähler dumm wären und bei allen Dingen nur nach dem kurzfristigen Vorteil handeln, ist respektlos der Demokratie und den Wählern gegenüber.
Wahr ist aber, dass das Pickerl in seiner jetzigen Form keine Chance auf eine Mehrheit hätte. Um die Menschen zu überzeugen, hätte man ein stimmiges Konzept, eine ehrliche Erklärung für den Preis und die Nachteile liefern müssen und nicht nur Pro-Propaganda. Statt abkassieren, hätte man den Preis senken müssen und auch über die Gültigkeitsbereiche nachdenken. Das wäre aber echte Politik gewesen statt von oben zu bestimmen.
Natürlich sind die Wähler keine Einheit, wir sind ja nicht in Nord Korea sondern in einer Demokratie.
Es ist immer das einfachste, die andersdenkenden als dumm zu bezeichnen.
Grün/Rot drückt gegen massive Widerstände das Parkpickerl durch, kassiert beim Pickerl, Kurzpakzonen und Strafen mächtig ab und äußert sich abfällig über die verschiedenen Unterschriften Aktionen, wo eine unerwartet große Teilnahme und Gegenreaktion herausgekommen ist. Und Ihnen fällt nur Dummheit als Grund dafür ein, warum die Wähler die F wählen? Ich würde nie F wählen, weil sie mir ideologisch fern sind, aber ich sehe, warum die gewählt werden.
das Pickerl hat nur Sinn wenn es in einem bestimmten Bereich gilt riesige Ueberlappungszonen fuehren dazu dass das Fahren innerhalb von Wien nicht abnimmt. Zum Widerstand gegen das Pickerl muss man noch dazu sagen dass den Menschen von der OEVP keine Alternative genannt worden ist oder wollen sie dass das Mobilitaetsverhalten unveraendert bleibt? Tatsache ist auch dass viele Menschen die ausserhalb von Wien wohne unterschrieben haben, eine sehr eifrige Unterschriftensammlerin war eine Tieraerztin die weiterhin mit dem Auto aus Korneuburg in eine Pickerbezirk fahren wollte.
1. die freundin leidet auch an was, nicht nur der bezirksvorsteher, dessen job es ist, ÖVPler zu sein. bei ihr wäre heil wichtiger. es sind nicht immer die männer schuld.
2. ich verstehe jetzt, dass das 'es' in 'ich-du-er-sie-es' für baby bzw. kind steht.
soll insinuiert werden, daß die Weigerung, parkende Nichtansässige auszusperren, mit einer psychischen Krankheit gleichzusetzen ist
Ein schöneres Beispiel, daß die Menschen seit den 1930ern nicht, aber auch gar nichts dazugelernt haben und die angebliche Hygiene im Bereich populistischer Kommunikation reine Augenauswischerei ist, könnte der Standard gar nicht geliefert haben
Ich liebe diese Zeitung als ein Studienobjekt. Sie ist mehr ein Fahrstuhl in diese Vergangenheit als irgendein anderes Medium Österreichs. Die Forschung wird in späteren Jahren alle Hände voll zu tun haben, die Ursachen für diesen in nur so wenigen Jahren erfolgten Wandel herauszuarbeiten.
es geht nicht um die Weigerung, ein Parkpickerl einzuführen an sich, sondern um die Realistätsverweigerung, dh die Weigerung anzuerkennen, dass es ein Problem gibt. Wenn Herr Homole andere Vorschläge zur Problemlösung hat ok, aber einfach so zu tun, als wär eigentlich alles in bester Ordnung in Währung und Hernals hätte ein Problem, darum geht es.
parkpickerl ja, aber ohne kosten.
das verhindert das geliebte rot-grüne rathaus, nicht die bezirke.
also ist der homole schuild, und den währingern gschiehts eh recht, weil die sind eh solche gstopften, das hams jetzt davon dass glauben dass gscheider san wia de anderen und sichs richten wollten, mitn gratis parken.
Habt ihr vielleicht noch einen Artikel zu dem Thema im Blatt versteckt?
Langsam muss ich wirklich feststellen, dass der Standard zum grünen Parteiblatt verkommen ist.
Gegen die Parkpickerl-Kampagne ist ja sogar die Krone ein Lercherl....
Wobei der Höhepunkt ist die Pro/Kontra-Geschichte. Jede Glaubwürdigkeit verspielt.
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