Entscheidung über Porr-Pflichtangebot steht an

8. Oktober 2012, 11:30
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Übernahmekommission berechnet derzeit Mindestkurs für Stamm- und Vorzugsaktien

Wien - Die künftigen Eigentumsverhältnisse beim börsenotierten Baukonzern Porr sollen noch diese Woche geklärt werden. Die Strauss-Gruppe will von derzeit 6 auf 44 Prozent kräftig aufstocken. "Die Übernahmekommission berechnet jetzt den Mindestkurs für die Stamm- und Vorzugsaktien, wo das Pflichtangebot liegen muss. Wenn das vorliegt, wird Strauss und Partner eine Entscheidung treffen", sagte CEO Karl-Heinz Strauss zum "WirtschaftsBlatt".

Schon bis Mitte November könnte die Strauss-Gruppe größter Aktionär bei Porr sein: "Wenn alles nach Plan läuft, werden wir diese Phase bis Anfang/Mitte November hinter uns lassen", umriss Strauss den Zeithorizont. Bis dahin sollen die Anteile der B&C-Holding - knapp 38 Prozent der Stimmrechte - zur Strauss-Gruppe übergehen. Die Übernahmekommission verlangt ein Pflichtangebot. Ob Strauss trotzdem kauft, soll sich demnächst entscheiden.

Der Porr-Chef wollte dazu vorerst nur so viel sagen: "Es gibt einen gültigen Kaufvertrag zwischen der B&C-Holding und der Strauss-Gruppe."

Nach der Entscheidung will Strauss den Angaben zufolge eine Kapitalerhöhung im Volmen von 20 bis 30 Mio. Euro durchziehen.

Derzeit läuft bei Porr ein Restrukturierungsprogramm ("Fitforfuture"). Ziel sei eine nachhaltige Ertragssteigerung, die schon im laufenden Geschäftsjahr 2012 greifen soll: "Ich erwarte heuer ein positives Ergebnis", so der Konzernchef. 2011 hatte der Konzern noch Verluste in Höhe von 72,2 Mio. Euro erlitten.

Porr will Immobilienfonds auflegen

Porr will einen Immobilienfonds im Volumen von 180 Mio. Euro auf den Markt bringen. "Schon diese Woche könnte das erste Produkt vorgestellt werden", sagte  zum "WirtschaftsBlatt". Das Produkt sei für institutionelle Investoren und Family Offices gedacht. Das Mindesteinstiegsniveau liege bei 1 Mio. Euro.

Die Porr habe auch noch genügend Immobilien für weitere Fonds. "Uns gehören neben vielen Bürohäusern auch Hotels mit insgesamt 6.000 Betten", so der Konzernchef.

Der Baukonzern habe mit jeder einzelnen Immobilie genaue Pläne. "Wenn wir alle unsere Immobilien wie geplant verkaufen, sind wir in drei/vier Jahren schuldenfrei." (APA, 8.10.2012)

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