Wieder Schusswechsel zwischen Israel und Palästinensern

Mindestens ein Toter und 14 Verletzte bei jüngsten Kämpfen im Gazastreifen

Damaskus - Bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Gazastreifen wurde bis Montag mindestens ein Palästinenser getötet und 14 verletzt. Die Gewalt hatte am Vortag mit einem israelischen Luftangriff auf den Ort Rafah im Süden des Gazastreifens begonnen.

Der Angriff habe zwei Mitgliedern der Extremistengruppe Islamischer Jihad gegolten, teilte das israelische Militär mit. Sie seien schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher des medizinischen Notdienstes in Rafah. Einer von ihnen, der 25-jährige Abdullah Makawi, starb am Montag.

Nach israelischen Angaben waren die beiden Männer an früheren Anschlägen gegen Israel beteiligt und hatten einen neuen, schweren Anschlag geplant. Die anderen Opfer waren Passanten, darunter mehrere Kinder.

Granatenbeschuss auf Israel

Die radikale Palästinenserorganisation Hamas erklärte, sie habe zusammen mit Kämpfern der Gruppe Islamischer Jihad Raketen auf Israel abgefeuert. Das sei eine Vergeltung für den israelischen Luftangriff vom Sonntag. Das Militär in Israel bestätigte Einschläge in der Grenzregion. Berichte über Verletzte oder Schäden lagen zunächst nicht vor.

Die Armee habe ihrerseits "Terroristengruppen" der Hamas beschossen, sagte ein Militärsprecher. Nach Informationen aus dem Gazastreifen schoss die israelische Armee mit Panzern auf jene Stellen, von denen die Raketen vermutlich abgefeuert wurden. Dabei sollen ein Jihad-Kämpfer sowie vier Kinder verletzt worden sein. Ein Minarett und ein Wasserturm seien beschädigt worden. Bei dem israelischen Luftangriff am Sonntag waren zwei radikale Palästinenser und weitere Personen verletzt worden.

Es ist das erste Mal seit Juni, dass sich die Hamas zu einem Angriff auf Israel bekannt hat. Nach israelischen Angaben wurden in diesem Jahr 470 Raketen vom Gazastreifen aus auf Israel abgefeuert, zehn davon bisher im Oktober.

Rätsel um Drohne

Unklar blieb weiterhin die Herkunft eines unbemannten Flugzeugs, das die israelische Luftwaffe am Samstag abgeschossen hatte. Die Drohne war zuerst über dem Mittelmeer nahe des Gazastreifens entdeckt worden. Später wurde sie von einem israelischen Kampfflugzeug in der Nähe des besetzten Westjordanlandes abgeschossen.

Der stellvertretende Koordinator der iranischen Revolutionsgarden, Jamaluddin Aberumand, wurde von der Agentur Fars mit den Worten zitiert, der Zwischenfall zeige, dass das israelische Raketenabwehrsystem "Eiserner Dom" nicht funktioniere oder nicht über die erforderlichen Fähigkeiten verfüge. Das zusammen mit den USA entwickelte System ist allerdings nicht zur Abwehr langsam fliegender Drohnen geschaffen worden, sondern soll die von den militanten Palästinensern abfeuerten Kurzstreckenraketen abfangen. Dabei sei das System ziemlich erfolgreich, erklärte das US-Verteidigungsministerium im März. Damals seien 80 Prozent von 300 auf Israel abgefeuerte Raketen unschädlich gemacht worden. (APA, 8.10.2012)

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