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Der Oppositionskandidat Henrique Capriles Radonski räumte seine Niederlage ein und gratulierte Chavez.

Jubelnde Chavez-Anhänger vor dem Präsidentenpalast in Caracas.
Caracas/Wien - Hugo Chavez will nach seinem erneuten Wahlsieg ein noch "besserer Präsident" für sein Volk sein. "Heute beginnt ein neuer Regierungszyklus, in dem wir verpflichtet sind, jeden Tag noch besser zu sein und mit noch mehr Effizienz auf die Bedürfnisse unseres Volkes zu reagieren", sagte der linksgerichtete Politiker am Sonntagabend vom Balkon des Präsidentenpalastes in Caracas aus. Er verpflichte sich, "ein besserer Präsident als in den vergangenen Jahren zu sein".
Venezuela werde unter seiner Führung den "Übergang zum demokratischen Sozialismus des 21. Jahrhunderts weiter verfolgen", versprach der von Vertrauten und Ministern umringte Wahlsieger. An die Opposition richtete er einen Appell zur "nationalen Einheit".
Chavez erhielt bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag 54,42 Prozent der Stimmen, wie die Nationale Wahlkommission nach Auszählung von 90 Prozent der Wahlzettel mitteilte. Sein Herausforderer Henrique Capriles Radonski kam demnach auf 44,97 Prozent. Damit kann der seit 1999 amtierende Staatschef weitere sechs Jahre regieren.
Capriles räumte seine Niederlage ein und gratulierte Chavez zum Wahlsieg. "Ich übersende ihm meine Glückwünsche", sagte er vor seinen Anhängern. Er sei dennoch stolz, dass ihm so viele Wähler ihre Stimme gegeben hätten. Wer zu gewinnen wisse, der müsse auch verlieren können, sagte der 40-Jährige am Sonntagabend. Er werde weiterarbeiten, damit sich die Situation Venezuelas verbessere. "Ich respektiere den Willen des Volkes. Ich werde immer für Venezuela arbeiten. Die Venezolaner können auf mich zählen. Ich bin ein Demokrat."
Mit seiner Verstaatlichungspolitik hat Chavez nach 14 Jahren an der Macht die Bevölkerung gespalten. Auf der internationalen Bühne ist der ehemalige Offizier zu einem der umstrittensten Politiker geworden. Bei jeder Gelegenheit stilisiert er sich als Kämpfer für die Unterdrückten, sein Image als Erzfeind der USA pflegt er mit Leidenschaft. So beschimpfte Chavez George W. Bush in der UNO-Vollversammlung als Teufel. Ungeachtet dessen sind die Vereinigten Staaten immer noch der wichtigste Käufer von venezolanischem Öl. Mit den Petro-Dollars finanziert Chavez wiederum einen Großteil seiner Sozialprogramme.
Herausforderer Capriles kämpfte unter dem Motto "Hay un camino" (Es gibt einen Weg) für eine Kombination aus freier Marktwirtschaft und Sozialpolitik. Als Leitbild nennt der Gouverneur des zweitgrößten Bundesstaats Miranda das Nachbarland Brasilien, wo Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva erfolgreich einen Mittelweg zwischen Sozialismus und Kapitalismus beschritten hat. Die Wahlniederlage für Capriles ist eine schwere Schlappe für die Regierungsgegner, obwohl der Ex-Gouverneur eines der besten Ergebnisse der Opposition erzielen konnte.
Chavez hat sich nun eine weitere Amtszeit bis 2019 gesichert. Mit der Zeit hat sich der "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" des linkspopulistischen Staats- und Regierungschefs zunehmend radikalisiert. Immer heftiger wurden seine Attacken gegen den "Imperialismus" der USA und politische Gegner. Einen Großteil der Wirtschaft ließ der selbst ernannte "Soldat des Volkes" verstaatlichen, das Land führt er im autokratischen Stil.
Während Gegner von einer Diktatur des 58-Jährigen sprechen, ist Chavez bei der ärmeren Bevölkerung aufgrund seiner Sozial- und Bildungsreformen sowie der Verbesserung des Gesundheitssystems beliebt. Die finanziellen Mittel dafür stammen überwiegend aus den Einnahmen der staatlichen Ölindustrie. Der Ölexport stellt die Haupteinnahmequelle Venezuelas dar, größter Abnehmer sind die USA, die Chavez trotz anderslautender Drohungen in der Vergangenheit weiterhin beliefert.
Chavez stammt aus ärmlichen Verhältnissen und wollte nach eigenen Angaben anfangs Maler, später Baseballspieler werden. Schließlich trat er jedoch der Armee bei, wo er auch den Grundstein für seine spätere militärisch-politische Karriere legte. Von 1983 bis Mitte der 90er Jahre führte er die paramilitärische "Revolutionäre Bolivarische Bewegung 200". Bereits 1992 stand er an der Spitze eines Staatsstreiches gegen den damaligen Präsidenten Carlos Andres Perez. Der Umsturzversuch scheiterte, Chavez landete für zwei Jahre im Gefängnis.
1999 gelangte er schließlich auf demokratische Art und Weise an die Spitze des Staates. Der für seine rhetorisch geschickt angelegten und oft stundenlangen Reden bekannte Linksnationalist beruft sich auf den Helden der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung Simon Bolivar (1783-1830). Dementsprechend benannte er das Land in "Bolivarische Republik Venezuela" um und gab dem Land eine neue "bolivarische" Verfassung.
2002 überstand Chavez einen Militärputsch und einen zweimonatigen Generalstreik, 2004 ein von einem Bündnis von Opposition, Unternehmern, Gewerkschaften, Medien, Bürgervereinigungen und Künstlern angestrengtes Referendum über seine Amtsenthebung. 2006 wurde er mit einer deutlichen Mehrheit von 62 Prozent der Stimmen wiedergewählt. 2009 sicherte sich Chavez in einem von ihm selbst initiierten Verfassungsreferendum, die Möglichkeit einer unbegrenzten Wiederwahl, nachdem ein ähnliches Referendum 2007 gescheitert war.
Heftige Spekulationen gab es zuletzt um den Gesundheitszustand des venezolanischen Präsidenten. Mitte 2011 wurde eine Krebserkrankung des Staatschefs bekannt, nach mehreren Operationen und Therapien auf Kuba erklärte sich Chavez im Juli 2012 jedoch für völlig genesen. Chavez, der mit der katholischen Kirche auf Kriegsfuß steht, war zweimal verheiratet und hat fünf Kinder. (APA, 8.10.2012)
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Schade - dass Herausforderer Radonski die Wahl knapp verloren hat. Die ärmere Bevölkerung, die die Mehrheit im Land stellt, wählte ihn wegen sozialen Reformen und verbessertem Gesundheitssystem. Venezuela könnte wegen seines Rohstoff -und Ölreichtums eines der reichsten Länder der Welt sein. Die "Bolivarische Republik" jedoch - wurde innerhalb 14 Jahre linkssozialistischer Regierung extrem heruntergewirtschaftet, die Industrie verstaatlicht, die Infrastruktur marode, Investoren verdrängt.
Die Verbrechensrate in der Hauptstadt Caracas ist stark angestiegen. Hohe Inflation, extreme Geldentwertung des "Bolivars", Korruption weit verbreitet. Radonski so hoffen viele - könnte Chavez im 2. Anlauf -wegen der stark angeschlagenen Gesundheit folgen.
je nach quelle (uno, cia world-factbook, weltbank und imf) liegt venezuela mit dem bruttosozialprodukt zwischen dem 25. und 34. platz unter den global gelisteten 193 nationen, jeweils knapp hinter oder auch vor dem wesentlich größeren nachbarn kolumbien. damit kann man leben.
herunter gewirtschaftet wurden vielleicht die einkommen der millionäre, die sich zuvor im übermaß am volkseigentum bereichert hatten. auch damit kann man leben.
ansonsten ist klar, dass die pdvsa mit ihren 60.000 mitarbeitern nicht der alleinige heilsbringer für ein 30-millionen-volk sein kann.
dennoch ist es besser, das von ihr erwirtschaftete geld in ausbildung und gesundheit anstatt in die taschen von (ausländischen) millionären zu stecken.
Meine venezolanischen Nachbarn aus Caracas, die ursprünglich aus Österreich ausgewandert sind und mittlerweile Haus und Wohnung verkauft und nach Ö zurückgekehrt sind - kennen die wahre Situation im Lande - jenseits von irgend welchen rankings. Die arme Wählerschicht wird zwar mit Subventionen - wie z.B. durch idiotisch niedrige Benzinpreise, bei Laune gehalten. Zusätzlich wird am Schwarzmarkt noch zu unter 1 Cent-Preisen/Liter abgezweigter Treibstoff aus Kanistern verkauft. Die marode Infrastruktur jedoch, vor kurzem z. B. Ursache eines Großbrands in einer Groß-Raffinerie, ist neben dem Stromchaos nur eine der vielen Probleme, die durch Misswirtschaft und Inkompetenz des Chavez-Regimes ausgelöst wurden.
reich wie norwegen kann venezuela nie sein, da die bevölkerung wesentlich größer ist. man kann das nicht vergleichen und warum die pdvsa nicht das allheilmittel für alle sein kann, habe ich oben bereits angeführt. auch kenne ich selbst genügend venezolaner. aber ich kenne mittlerweile sogar österreicher, die dort viele jahre gelebt haben und heute wieder hier sind und die aber, und jetzt kommts, heute sogar eine pension aus venezuela beziehen. pension für alle, sowas hat es früher überhaupt nicht gegeben! die ganz armen werden sicher nicht mittels benzinpreisen bei laune gehalten, weil die sich leider nach wie vor kein auto leisten können. und was marode infrastruktur betrifft, da schau nur mal in die usa, das tut dann richtig weh.
Dass seine Revolution eingeschlafen sein könnte, sieht Hugo nicht so:
Venezuela: Ursache für Stromausfälle ist geklärt Die Ursache für die permanenten und oft mehrere Tage andauernden Stromausfälle in fast allen Landesteilen Venezuelas sind aufgeklärt. In einer Sendung mit dem staatlichen “Venezolana de Television” gab Argenis Chávez, Präsident des staatlichen Energieunternehmens Corporación Eléctrica Nacional (Corpoelec) bekannt, dass vor allem die “Dynamik der Revolution” für die Energieausfälle verantwortlich sei."
Gott sei Dank ist es die Turbo Revolution - ich dachte schon an Inkompetenz.
Viele Wähler von Chavez können womöglich gar nicht lesen und schreiben und gehören eher zu den bildungsfernen Schichten wie wahrscheinlich seine Anhänger in Europa.
Vielleicht dachten sie irrtümlich, sie machen ihr Kreuz bei G.W. Bush, voller Hoffnung, endlich einen fähigen Präsidenten zu bekommen, der weniger Staatseinnahmen in die Rüstung und mehr in die Ölwirtschaft steckt, so dass es bald allen ganz prächtig geht.
Diese Chance ist nun leider vertan. Ein rohstoffreiches Land wird weiter dahinsiechen und unter Inflation, Korruption und hoher Kriminalitätsrate leiden und keinerlei Aussicht auf eine prosperierende Wirtschaft haben. Man lebt von der Substanz, bis sie alle ist - wie es im Sozialismus eben so üblich ist.
Ja blöd jetzt wenn einen die Realität zu halbwegs objektiver Berichterstattung zwingt.
Unglaublich wie knapp die Wahl ausgegangen ist, gell?
Die Berichterstattung zu Venezuela ist einfach nur schlecht hier.
Man muss Chavez nicht unterstützen, aber man muss bei der Wahrheit bleiben und beide Seiten zu Wort kommen lassen.
Darin liegen die unlösbaren Probleme dieser Welt. Sozial- und Bildungsreform ist nur dann sinnvoll, wenn genügend Arbeitsplätze vorhanden sind. Das wird in Venezuela nicht der Fall sein. Vielen Menschen wird nur die Flucht aus dem sozialen Paradies bleiben. Zahlreiche renommierte Unternehmen wurden verstaatlicht aus rein populistischen Gründen. Jedoch vegetieren die Unternehmen dahin, mangels qualifizierter Unternehmenskräfte. Hauptsache alles ist in Volkes Hand, auch wenn nichts mehr läuft.
als langjähriger aboinhaber und forumsteilnehmer würde ich es begrüßen, wenn ihr euch von dieser propagandajournalistin sandra weiß distanzierts und ihre keine bühne mehr für ihre wirren thesen bietet.
ihre menschenverachtenden, parteiergreifenden kommentare zum putschversuch in venezuela 2002 sollten eigentlich anlass genug dafür sein
die internationale Pressegenturenperspektive kann es nicht zulassen, dass jemand, gewählt wird, der kein neoliberales Programm durchzieht. Immer wieder, d.h. bei jeder Wahl lustig zu sehen, wie man sich verbissen, aber doch nicht vollends, zurückhält, da der gute Mann halt doch gewählt wurde. Zugegeben, das Lob bunter Rebellen, die mit ausländischer Luftwaffe in die Regentschaften gebombt werden, wird ihm nicht zu Teil. So begnügt man sich, ihn als Scharlatan im Zaum zu halten, dem 54% der VenezolanerInnen halt auf den Leim gegangen sind aufgrund der geschickt angelegten Rhetorik.
Diese Urnengänge fanden auf demokratischer Grundlage statt, anerkannt von der UNO, der EU, der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), des Carter-Zentrums und anderer Beobachter. ... Das Land weist Lateinamerikas besten Gini-Koeffizienten auf, mit dem die soziale Ungleichheit gemessen wird. In ihrem Bericht aus dem Januar dieses Jahres bestätigt die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) dass Venezuela neben Ecuador das Land Südamerikas ist, das zwischen 1996 und 2010 den stärksten Rückgang der Armut erreicht hat. Und das Umfrageinstitut Gallup weist dem Land von Hugo Chávez den sechsten Platz unter den "glücklichsten Nationen der Erde" zu." http://amerika21.de/analyse/6... on-ramonet
Mit der Verstaatlichung des Rohstoffsektors hat Chavez den Niedergang seines Landes verhindert. In Peru und Chile sind dieselben Vorgänge sichtbar. Wer weiß, dass die USA Südamerika als Selbstbedienungsladen betrachtet, der kann gut nachvollziehen, weshalb Venezuela ein so unsicheres Land geworden ist. Die von den USA bezahlten und mit Waffen versorgten Möderbanden (aka "Oppositionelle") sind überall tätig. Sie sollen die Exekutive überfordern und das Land unregierbar machen (wie in Panama, Peru, Chile, etc.). Wer ein freies Südamerika wünscht, der muss die USA erst mal in ihre Schranken weisen. Chavez und einige andere Staatsmänner tun das. Und dafür gebührt ihnen Respekt, denn das ist ein lebensbedrohliches Unterfangen.
"Können wir das schon einfach machen? Was wird wohl der Hugo dazu sagen?"
Man könnte mal vergleichen, wer von den beiden das jeweils andere Land öfter erwähnt.
Ich hab ja den Verdacht, dass dem Hugo die USA um ETLICHE Welten wichtiger sind als umgekehrt Venezuela dem Barack.
da ist es verstaendlich d er taeglich in Washington anklopft um zu sehen ob diese noch was Wert sind.
Ich wette der Obama hat noch nie einen Bolivar fuerte gesehen! Besonders gefallen mir die 12,5 céntimos Muenzen, wo gibt es sowas schon auf der Welt, nur in Venezuela!
"Ein packender Insider-Dokumentarfilm über den Ausbau des US-Imperiums auf Kosten der Dritten Welt: John Perkins war ein "Economic Hit Man", ein Wirtschaftskiller.
Seine Aufgabe war es, Entwicklungsländer zu besuchen und den Machthabern überdimensionierte, überteuerte Großprojekte zu verkaufen, die sie in eine Abhängigkeit von den USA brachten.
Zwölf Jahre lang hatte Perkins seine Seele an den Geheimdienst verkauft ... bis er ausstieg und den Mut hatte, den Skandal aufzudecken, sich öffentlich für seine kriminellen Akte im Staatsauftrag zu entschuldigen und Aufklärungsarbeit zu leisten."
http://www.youtube.com/watch?v=FfWcZJtP6NI
Hast du schon einmal von jemandem gehört, der von Chile nach Venezuela ausgewandert ist. Umgekehrt dürfte die Zahl erheblich. Der Vergleich von Chile und Venezuela gefällt mir sehr gut und zeigt genau den Unterschied zwischen Freiheit und Roter Schurkenideologie.
"Die extreme Einkommensungleichheit in Chile ist der Ausdruck von gesellschaftlichen Verhältnissen, deren Ursprung bis in die Anfangszeiten der Republik zurückreicht und die sich bis heute erhalten haben. Chile gehört, was den Index von Ungleichheit angeht, zur Weltspitze: Legt man den Gini-Koeffizienten zugrunde, so finden wir uns auf dem zwölften Platz der Länder mit der höchsten Ungleichheit der Einkommen wieder. Noch schlechter stehen nur einige extrem arme Länder Afrikas (z.B. Namibia, Botswana und Sierra Leone) und Lateinamerikas (Nicaragua, Honduras, aber auch Brasilien) da."
http://www.boell.de/weltweit/... -6391.html
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