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L'Aquila - Der italienische Stararchitekt Renzo Piano hat Sonntag in der Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila sein neues Musikauditorium eingeweiht. Mit einem Konzert unter Dirigent Claudio Abbado in Anwesenheit des italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano feierte L'Aquila den neuen Konzertsaal, der mit 1.165 Kubikmeter Tannenholz aus dem Fiemme-Tal in der norditalienischen Region Trentino errichtet wurde.
Die Anlage, die mit Finanzierungen der Provinz Trient gebaut wurde, kostete 4,8 Mio. Euro und soll der von einem schweren Erdbeben mit 309 Toten im Jahr 2009 zerstörten Stadt neue Hoffnung geben. Piano zur Materialwahl: "Das ist das Lieblingsholz der großen Geigenhersteller seit den Zeiten Stradivaris. Drei Teile des Auditoriums, der Konzertsaal, der Probensaal und das Restaurant sind aus Holz. Ich habe mich von den vielen Gebäuden und Tempel aus Holz inspirieren lassen, die in Japan, dem von Erdbeben am meisten betroffenen Land der Welt, errichtet werden". Für die Planung des "Auditorium del parco" hat der 75-Jährige kein Geld verlangt.
Präsident Napolitano drängte auf den Wiederaufbau des vom Erdbeben zerstörten historischen Zentrums von L'Aquila. Bürokratische Hürden, Konflikte zwischen den zuständigen Behörden und Probleme mit den Finanzierungen bremsen den Neubeginn. Der Stadtkern ist noch zum Großteil abgeriegelt, während um die Stadt neue 'Satelliten'-Viertel entstanden sind.
"L'Aquila muss neu aufgebaut werden", forderte Napolitano. Diese Ansicht teilt auch Renzo Piano: "Die 'Satelliten'-Viertel sind Orte ohne Geschichte und ohne Seele. Der Stadtkern muss zu neuem Leben erwachen", sagte der gebürtige Genuese. L'Aquila sei seit jeher eine Stadt der Musik: "Sie hat ein prestigereiches Konservatorium, hier gibt es mehrere Orchester und Musikgruppen. Hier sind Persönlichkeiten wie Arturo Benedetti Michelangeli, Maurizio Pollini und Arthur Rubinstein aufgetreten". (APA, 7.10.2012)
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