Kein Sieger im Duell der Giganten

  • Vier Erfolgserlebnisse und am Ende jeweils nur ein Punkt.
    foto: dapd/kudacki

    Vier Erfolgserlebnisse und am Ende jeweils nur ein Punkt.

Barcelona und Real Madrid trennen sich nach einem spannenden Spiel mit 2:2. Messi und Ronaldo treffen jeweils doppelt

Barcelona - Der erste Clásico der spanischen Fußball-Meisterschaft 2012/13 wurde am Sonntagabend zur großen Show der beiden Superstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Beim 2:2 zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid trafen der Argentinier Messi (31., 61.) und der Portugiese Ronaldo (23., 66.), der in der Partie eine Schulterstauchung erlitt, jeweils zwei Mal. Barca ist mit dem Unentschieden mehr geholfen, denn der Vorsprung auf den schwach in die Liga gestarteten Rivalen beträgt nach der 7. Runde weiterhin acht Punkte.

Ronaldo brachte Real in Führung (23.). Das 1:0 für die Madrilenen war verdient, denn Ronaldo und Co. hatten den deutlich besseren Start in die Partie hingelegt. Das 2:0 durch Karim Benzema verhinderte nur die Stange (25.), dann musste auch noch Barcelona-Verteidiger Dani Alves verletzt ausgewechselt werden.

Abwehrfehler von Pepe

Ein Abwehrfehler von Pepe brachte Barcelona zurück ins Match, Messi schoss aus kurzer Distanz ein (31.). Den Führungstreffer der Katalanen markierte der Weltfußballer dann mit einem herrlichen Freistoß (61.), doch Ronaldo hatte mit einem wuchtigen Schuss die Antwort parat (66.). Für Ronaldo war es Tor Nummer zehn in einem "Clasico". Messi hat in Partien gegen den Erzfeind sogar schon 17 Treffer zu bieten, damit fehlt nur noch einer auf die Bestmarke der Real-Legende Alfredo di Stefano.

Im Finish war Barcelona vor 98.772 Zuschauern dem Sieg näher, doch der eingewechselte Martin Montoya donnerte einen Weitschuss an die Latte. Die Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung in der Primera Division stehen nun für Real schon zum frühen Saison-Zeitpunkt denkbar schlecht. 

Mourinho: "Von einem anderen Stern"

"Beide sind von einem anderen Planeten", schwärmte Real-Coach José Mourinho nach dem Spiel von den beiden Protagonisten. Was er mit diesem spektakulären Clásico anfangen sollte, war allerdings nicht so klar - ein kurzes Achselzucken, ein nichtssagender Blick in die Runde. Fast abwesend saß der Portugiese in den Katakomben des gigantischen Camp Nou. "Wir sind in der gleichen Situation wie vor dem Spiel", sagte der Real-Trainer mit ruhiger Stimme: "Mir hat gefallen, wie wir gespielt haben."

Trotzdem blieb den Königlichen aus Madrid nur die Gewissheit, dass sie immer noch acht Punkte Rückstand auf Barcelona aufholen müssen - angesichts der katalanischen Dominanz auch zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison eigentlich schon zu viel. "Zum Saisonstart hätten wir es definitiv akzeptiert, nach sieben Spielen in dieser Situation zu sein", sagte Barcas Tito Vilanova: "Ich bin mit der Leistung zufrieden, es wurde ein großes Spektakel geboten."

Manifestation auf den Rängen

Deutlich weniger Begeisterung dürfte der Clásico im Madrider Regierungsviertel ausgelöst haben. Die katalanischen Fans nutzten das Weltereignis, um erneut gegen ihre Zugehörigkeit zu Spanien zu demonstrieren. Nach exakt 17:14 Minuten der beiden Halbzeiten erschütterten die 98.000 Zuschauer das Camp Nou mit lautstarken "Independència, Independència"-Rufen, vor dem Spiel hatten rote und gelbe Folien die Arena in eine riesige katalanische Nationalflagge verwandelt.

Am 25. November wählt die Bevölkerung der wirtschaftsstarken Region in einer vorgezogenen Wahl das Regionalparlament. Die katalanisch-nationalistische CIU-Partei hat bereits angekündigt, im Falle eines erneuten Wahlsieges trotz des Widerstandes der Regierung eine Volksabstimmung über eine politische Loslösung von Spanien abhalten zu wollen - um jene Unabhängigkeit zu erreichen, die die Region in Nordspanien 1714 verloren hatte. (APA/Reuters/sid, 07.10.2012)

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