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vergrößern 750x500Gsunga und gspüt einmal anders. Am Praterstern lauschten Trachtenpärchen dem Punkrock des Waves- Festivals, ...
vergrößern 750x500... homogener ging es im Flex zu, wo Toy spielten.
Wien - Ein wenig wirkten die drei Abende wie aus einem Werbespot für Wien. Da leuchtete im dunklen Himmel über dem Donaukanal das Riesenrad, die Luft war lau, die Stimmung spätsommerlich euphorisch. Das am Wochenende abgehaltene Waves-Festival charmierte im Verein mit dem Wettergott seine Gäste und sein Publikum. Das internationale Hipstertum erfreute sich des Soundtracks seines Lebens, gustierte auf gut zehn Bühnen zwischen dem ersten und dem zweiten Bezirk mit Independent Rock, Folk, Elektronik und, und, und.
Mit 120 Teilnehmern, davon 80 Bands, versteht sich das Waves als Clubfestival. Statt einer großen Bühne gibt es viele kleine, aufgefädelt an einer urbanen Flaniermeile, die leicht per pedes abzuschreiten ist. Am Weg lockt mehr als ein Schiff aufs Wasser, dort kam es auf kleinen Bühnen zu ebensolchen Sternstunden.
Etwa beim Auftritt der französischen Formation Housse De Racket, die am Samstag am Clubschiff am Donaukanal auf Augenhöhe mit dem Publikum mit eingängigen New-Wave-Sichtungen überzeugte. Schon im Vorjahr erwies sich dieser fix verankerte Kutter als atmosphärischer Geheimtipp für euphorische Shows.
Den Schwerpunkt legte das Festival heuer auf die Gastländer Polen und Frankreich, doch die Zusammenführung osteuropäischer und westeuropäischer Kulturen mit den Mitteln zeitgenössischer Musik gedieh auch an Orten, an denen das nicht so ehrenhaft geplant war.
Zu einem diesbezüglichen Höhepunkt kam es schon am Freitag während des Auftritts der slowakischen Garagenrock-Band Got Blue Balls. Mitten am Praterstern vermischte sich ein Publikum, das aus Passanten, Waves-Gästen und Legionen von Dirndln und Tischtuchhemdenträgern bestand. Die einen kamen aus dem Prater, die anderen gingen gezielt zum Festival, während die dritte Gruppe das Wiener Oktoberfest anvisierte - oder gerade von dort kam und sich mit Rausch und Lebkuchenherz um den Hals noch eine Dosis Punkrock gönnte.
Manch krachledernem Besucher stand das Unverständnis zwar ins Antlitz gezeichnet, die Mehrheit des bierdurstigen und brezenhungrigen Zufallspublikums nahm den Auftritt jedoch zustimmend zur Kenntnis. So wie ein Exote eben den anderen akzeptiert. Schließlich bemühte sich der Sänger der Band leutselig vor der Bühne im Vollkontakt um sein Publikum und ignorierte die kulturellen Unterschiede, die so groß gar nicht sind. Die Liebe zum Gerstensaft ist ja in beiden Kulturen fest verankert.
Vergleichsweise amtlich ging es da in den einschlägigen Clubs zu. Im Flex nahm einige Stunden später die schwedische Band The Soundtrack Of Our Lives (TSOOL) ihren Abschied von der Bühne. Gegründet Mitte der 1990er-Jahre, vermengte die Band Einflüsse aus Sixties-Punk und Psychedelic zu mitreißenden Songs, die Frontmann Ebbot Lundberg messianisch vortrug; unterstrichen von einer Bühnengarderobe, die an das Tuch des Halvar von Flake erinnerte. Das Abschiedskonzert im Flex fiel würdig und recht aus, alles andere wäre eine Überraschung gewesen.
Noch vor TSOOL gab das britische Quintett Toy seine Wienpremiere. Zu Hause als nächstes großes Ding gehandelt, erschienen Toy zu Beginn ihrer Show noch steif, doch das löste sich zusehends im psychedelischen Wirbel, den zu entfachen man gekommen war. Dieser uferte nicht ins akustische Nirwana aus, sondern auferlegte sich selbst Charakteristika, wie man sie aus dem Krautrock kennt. Also Repetition und eine freiwillige Selbstkontrolle, die der Dynamik gut anstand.
Im Laufe des Konzerts spielten sich Toy so in eine Form, die jene, die auf ihrem eben erschienenen Debütalbum festgehalten ist, deutlich übertraf. Gleichzeitig stand ihr Auftritt stellvertretend für viele Konzerte, die man beim Waves nach dem Zufallsprinzip besuchen konnte. Einmal schauen, was ist, dann bleiben, oder zum nächsten weiterwandern. Wienerischer geht's kaum. Auf ein Neues!
(Karl Fluch, DER STANDARD, 8.10.2012)
Siehe dazu: Robert Newalds Fotoblog
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It's only rock'n'roll but we like it... http://www.youtube.com/watch?v=HtmSLwdyvqM
Fand die erwähnte Brandwagen-Bühne am Praterstern auch sehr spannend, soetwas sollte es in Zukunft öfter geben. Inklusive des Obdachlosen, der lässig beim Baum lungernd in bestimmtem Ton, aber keineswegs unfreundlich, den Stehenden vor ihm zuruft: "Tschuidign, es stehts ma im Büüd!"
Kein Eintritt, keine Getränkestände, sloganbrüllende Moderatoren or whatsoever - da nimmt man den Dosenriesen, der das alles sponsort, gern in Kauf (aber könnte das nicht auch die Stadt machen?).
Stimmt, das Popfest ist ja auch eine gute Veranstaltung. Angezogen werden aber immer die gleichen (über einschlägige Magazine und Zeitungen informierten) Gruppen. Mehr oder weniger spontane Konzerte an Orten mit großem Durchzug erreichen halt vielleicht eher ein breites Spektrum von Menschen.
Und die Band aus Bejing Nova Heart ist aufgefallen.
Und lustig waren die ganzen Menschen die da herumtranken aus Russland und Polen und Slowakei und Kaurismäkiland und Färrör (!) und Frankreich und so...
Ich fand den nicht angloamerikanisch-lastigen Ansatz sehr angenehm...
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