Obama in Swing-States vorn

7. Oktober 2012, 18:57
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Umfragen nach TV-Debatte legen Fotofinish nahe

Die Website Real Clear Politics fasst übersichtlich zusammen, was die Demoskopen diverser Institute ermitteln. Nach der ersten TV-Debatte der US-Präsidentschaftskandidaten sieht sie in den zehn Swing-States, wo das Rennen letztlich entschieden wird, nach wie vor den Amtsinhaber vorn. Demnach führt Barack Obama in Ohio mit drei, in Iowa mit 3,5, in Nevada mit 4,6, in Colorado mit 3,1 und in Virginia mit 0,4 Prozentpunkten. In Florida steht es unentschieden,

North Carolina ist der einzige Swing-State, in dem Mitt Romney die Nase vorn hat, knapp mit 0,8 Punkten. Die Wahlkampfmanager des Republikaners berichten ihrerseits stolz von 300.000 neuen Freunden auf Facebook, die unmittelbar nach der Debatte hinzukamen. Die Zahl der Freiwilligen, die am darauffolgenden Samstag Flugblätter verteilen und Klinken putzen wollten, schnellte um 63 Prozent nach oben.

Obama hat seinerseits im September die Rekordsumme von 181 Millionen Dollar (139 Mio. Euro) an Wahlkampfspenden gesammelt, wie sein Team verkündete.

Unterm Strich deutet vieles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das am 6. November mit einem Fotofinish enden kann. Und mit dem verbalen Kräftemessen in Denver, ausgetragen in relativ sachlicher Atmosphäre, verbindet sich speziell bei Wählern der Mitte die Hoffnung, dass eine Diskussion über Inhalte an die Stelle der Negativkampagne des Sommers trete.

Statt über die eigenen vier Amtsjahre oder Strategien zum Abbau des Rekorddefizits zu reden, hatte sich Obamas Team viel zu oft darauf verlegt, den Gegner zu attackieren, etwa vorzurechnen, wie viele Jobs die Private-Equity-Firma Bain Capital wegsanierte. Den Durchschnittsamerikaner lässt so etwas eher kalt, viel zu ausgeprägt ist die Sorge um die aktuelle Lage der Wirtschaft. (Frank Herrmann aus Washington, DER STANDARD, 8.10.2012)

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