Kontra Kurzparkzonen in ganz Wien: Aufstand am Stadtrand

Kommentar |

Die Grenzen sind nicht der Weisheit letzter Schluss - aber weniger Autos bringen mehr Lebensqualität

Eines vorweg: Die Ausweitung des Parkpickerls auf Bezirke außerhalb des Gürtels war richtig und wichtig. Sie wurde schlecht kommuniziert, und die Grenzen sind nicht der Weisheit letzter Schluss - aber weniger Autos bringen mehr Lebensqualität. Das lässt sich schon jetzt sagen, eine Woche nach Inkrafttreten der neuen Regeln. Und auch wenn das (selbsternannte) Autofahrerlobbyisten gerne behaupten: So etwas wie ein Menschenrecht auf Gratisparken gibt es nicht.

Es mag der ersten Euphorie geschuldet sein, dass die grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou hinausposaunte, man möge doch gleich ganz Wien parkraumbewirtschaften. Damit würde sie freilich genau das tun, was ihr die politischen Gegner immer unterstellen: Geld eintreiben, wo es verkehrspolitisch nicht notwendig ist.

Wo die U-Bahn weit weg ist, gibt es in der Donaustadt kein Parkplatzproblem, ebenso wenig in weiten Teilen Liesings oder dort, wo Hütteldorf an den Wienerwald grenzt. Wenn Vassilakou nicht den Aufstand der Stadtrandbewohner provozieren will, sollte sie die Ausweitung der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung langsam angehen: in Währing oder in Hietzing etwa, wo den Anrainern bereits dämmert, dass es so nicht weitergehen kann, und wo sie auf ihre schwarzen Bezirksvorsteher Druck machen werden. Aber wer sich bei diesem Reizthema zu weit von der Bevölkerung entfernt, der kann nur verlieren. (Andrea Heigl, DER STANDARD, 8.10.2012)

Pro
Kurzparkzonen in ganz Wien: Frage der Fairness
- Die Karawane der Pendler und Pickerlflüchtlinge wird so lange auf der Suche nach einem Schlupfloch weiterziehen, so lange ihr eines geboten wird

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derStandard.at/Wien zu Kurzparkzonen in Wien

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