Stegsanierung in Salzburg bringt kilometerlange Umwege

Thomas Neuhold, 7. Oktober 2012, 18:10

Reparatur des Überfuhrstegs wird für schwarze Baustadträtin zum PR-Debakel

Salzburg - Wenn sich Richard Hörl etwas in den Kopf gesetzt hat, bleibt er am Thema dran. Hörl war 1977 der erste Grün-Mandatar im Salzburger Gemeinderat und verhandelte als Sprecher der Grünlandschützer in der Stadt Jahre später die Grünlanddeklaration.

Derzeit finalisiert er mit Bürgermeister Heinz Schaden (SP) ein neues Modell der Bürgermitbestimmung in der Landeshauptstadt. Ganz nebenbei ist Hörl jeden Tag am Überfuhrsteg im Süden Salzburgs anzutreffen. Geduldig bringt der 72-Jährige Plakate und Transparente an, um sie abends fein säuberlich wieder einzupacken.

Hörls Engagement gilt der Reparatur des Überfuhrstegs. Der 1980 errichtete Fußgänger- und Radfahrersteg verbindet die Stadtteile Herrnau/Josefiau und Aigen. Kommendes Jahr soll er einer Generalsanierung unterzogen werden. Der Haken aus Sicht des Bürgerrechtlers: Für die Sanierung soll der Salzachübergang ein halbes Jahr lang gesperrt werden.

Die Sperre würde für viele kilometerlange Umwege bedeuten, sagt Hörl. Er verlangt, dass die Brücke während der Sanierung passierbar sein müsse und dies in der Ausschreibung des Projekts auch so berücksichtigt werde.

Verantwortlich für die Sanierung - geschätzte Kosten 1,5 Millionen Euro - ist Baustadträtin Claudia Schmidt (VP). Sie wurde von Hörl und seinen Mitstreitern bei der "Aktion offener Steg" am völlig falschen Fuß erwischt. Ein Offenhalten des Steges während der Sanierung sei aus statischen Gründen nicht möglich, ein Ersatzsteg zu teuer, versuchte sie die Debatte abzuwürgen. Einen Amtsbericht dazu legte sie bis dato freilich nicht vor.

"Halbseitiges Offenhalten"

Als bekannt wurde, dass sie eine Variante mit einer offenen Stegspur nicht einmal prüfen ließ und sie den Umweg für die Anwohner bei einer Totalsperre mit ohnehin nur etwas mehr als einem Kilometer angab, war das politische PR-Debakel fertig.

Denn nun verlangt auch die Bürgerliste ein halbseitiges Offenhalten während der Sanierung. Laut Verkehrszählung würden an Spitzentagen rund 3000 Fahrradfahrer über den Steg fahren. Gemessen wurde im Sommer 2011 - in der vorlesungsfreien Zeit.

Und für ihren Sager, wonach der Umweg eh nur einen Kilometer betrage, ergoss sich viel Spott über Schmidt. Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur der Salzburger Nachrichten Clemens M. Hutter etwa benotete die Frau Stadträtin im Fach "Stadtgeographie" in einem SN-Leserbrief mit " Nicht genügend". (Thomas Neuhold, DER STANDARD, 8.10.2012)

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15 Postings
Die Salzburger sind einfach nur zu träge um nicht zu sagen zu faul um zu laufen.

Was bitte rechtfertigt höherer Baukosten, nur um ein paar Menschen bei der Bequemlichkeit zu unterstützen. NICHTS! Zudem: 3000 stimmt nicht.

Fettleibigkeit war noch vor wenigen Tagen das Medienthema und jetzt machen wir auf gemütlich.

Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad entlang der Salzach und mit Ausnahme von ein paar BIF Beamte und Kids die den Weg täglich nützen kann alles über die Brücken vor- oder nachher gefahren oder gegangen werden.

Die Jugend im Sommer tut mir leid. Denn die haben dann einen Sommer lang keinen Platz mehr wo sich sich sinnlos besaufen, wo sie ihre Flaschen auf die Fahrradwege werfen, und wo Sie bis spät in die Nacht lärmen können.

alles andere ist Hausgemacht. Seit froh das man ans Sparen denkt.

Prinzipiell hast du ja recht.
Aber solange für jede Baustelle/Fahrbahnbelagwechsel Geld investiert wird so dass die Autofahrer trotzdem weiter genau dort fahren können, aber bei Fußgängerwegen nicht mal drüber nachgedacht wird, ist das schon ein bissi frech.

ZB die Eisenbahnbrücke in Linz.. da war es für die Autofahrer nicht zumutbar, die 200 Meter zur Autobahnbrücke zu fahren, was ja nun wirklich nicht lang dauert, aber radeln drüber war nicht möglich. (mit der Ausrede, es gäbe ja eh einen Radweg auch auf der Autobahnbrücke, was generell richtig ist, aber warum gilt das für Autofahrer nicht?)

2km umweg

ist zu fuß je nach gehgeschwindigkeit zwischen 20 und 30 min zeitverlust....wenn man sowas auf der straße bauen würde gäbs aber ein großes hallo der autos oder??

Nur konsequent, die Dame von der Autopartei !

Es ist nie allen recht ......

Letztlich wird man vermutlich nie eine Lösung finden, die allen genehm ist.

Meiner Vermutung nach würde eine durchgehende halbseitig Offenhaltung zu höheren Kosten führen.

Dann freuen sich zwar (einige ??) Anrainer.
Die Frau Stadträtin würde sich mit dem Vorworf der Geldverschwendung konfrontiert sehen.

Andererseits:
Ich finde es ein wenig ungeschickt, die Kosten für eine Variante mit Offenhaltung nichteinmal zu prüfen.

zillenverkehr einrichten. ist auch umweltfreundlich und schafft arbeitsplätze

first world problems allererster güte.

zur karolinenbrücke im nordwesten sind es exakt 1400 meter und zum neuerrichteten fußgänger- und radfahrersteg im südosten gezählte 1100 meter.

die frage, die sich in österreich dahingegen jedesmal stellt lautet wie folgt: warum dauert die sanierung wovon auch immer jedesmal so unendlich lange?

Und jetzt nehmen sie ihre Angaben mal zwei, dann haben wir eine nicht-verlogene Zahl, die den Umweg beziffert...

Man muß hallt hin und zurück gehen, gell...

aber nur dann wenn mein zielpunkt exakt auf der anderen uferseite liegt.

ansonsten lege ich halt einen teil des weges auf der anderen seite zurück und der umweg reduziert sich natürlich auf einen bruchteil, da es ja vollkommen wurscht ist ob ich links oder rechts der salzach spaziere...

Haben Sie mal überlegt, dass 1100 Meter für einen alten oder gehschwachen Menschen eine verdammt weite Strecke sind? Nicht alle Menschen sind Jung und /oder gesund!

für den autofahrer ist das natürlich alles kein problem

da bleibt in die salzburger die nonntaler- bzw karolinenbrücke selbstverständlich auch während der sanierung offen. und im zuge des bahnhofneubaus gibts selbstverständlich eine umleitung während der sperre nelböckviadukt.
und radfahrer, volksschulkinder, mütter mit kindern im fahrradanhänger, alte und fußmarode, die über die salzach wollen?
sollns alle sch@@ssn geht, sagt der typisch salzburger autofahrer und seine lobby, die stadt-övp, die immer mehr zum nachfolger der entschlafenen salzburger autofahrerpartei wird.

1. wurde unlängst fast in sichtweite des sanierungswürdigen steges ein ebensolcher für radfahrer und fußgänger neu errichtet. wer es für unzumutbar hält, für ein paar monate diese gerade einmal 1000 meter entfernte salzachquerung zu benützen, outet sich meiner meinung nach als wohlstandsquerulant.

2. natürlich müssen bei einer sanierung der großen stadtbrücken fahrstreifen befahrbar bleiben, weil es sonst von einem tag auf den anderen keinen öffentlichen verkehr mehr in salzburg gäbe.

3. wünsche ich ihnen, herrn hörl und allen anderen, die das stegthema so in rage bringt, dass ihnen niemals etwas grausameres passieren möge als ein umweg von wenigen hundert metern entlang der salzach.

100 grüne striche wären auch noch zu wenig

temporär einen Fährbetrieb einrichten! Seilfähre...?
"Überfuhr"-Steg lässt drauf schliessen, daß es genau dies hier schon mal gab.

richtig - jede salzburger brücke hat ihre vergangenheit als (drahtseil)fähre. teilweise sogar bis in die 50er 60er hinein.

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