Die Moderatorenmaschine

7. Oktober 2012, 17:06
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Auf das "Bitte mich momentan nix fragen, wenn's geht", der Wettkandidatin Monika Thaler hatte er allzu schnell eine Antwort

Markus Lanz ist einer, der auf Frauenparklätzen parkt. Gut, er hat das Schild nicht gesehen, aber der Frau war das wurscht: "Wetten, dass mir das scheißegal ist?"

Keine besonders lustige Einstiegsanekdote. Aber wer mag es Markus Lanz verdenken? Der Nachfolger von Thomas Gottschalk als Moderator von Wetten, dass ...? stand bei seiner Premiere am Samstag gewaltig unter Erwartungsdruck.

Der Südtiroler reagierte mit einer Mitleidstour und kokettierte mit seiner Unsicherheit. Um keine Vergleiche mit dem blondgelockten Fashion-Victim Gottschalk aufkommen zu lassen, setzte er verstärkt auf Männlichkeit: Fußball war Thema des Abends. Und in der "Lanz Challenge", in der der Moderator einen Zuschauer herausforderte, mussten mit einer Bierkiste auf dem Rücken Liegestütze absolviert werden.

Lanz punktete mit Charmebolzen-Grinser und frechen Fragen. An Karl Lagerfeld: "Und Sie finden sich selber immer gut?" Der: "Nicht, dass ich mich immer gut finde. Aber es könnte schlimmer sein."

Manchmal war Lanz zu sehr Moderatorenmaschine: Auf das "Bitte mich momentan nix fragen, wenn's geht", der Wettkandidatin Monika Thaler hatte er allzu schnell eine Antwort. Und als Toten-Hosen-Sänger Campino eine Rede über wichtige Dinge im Leben beendet hatte, fiel Lanz nichts Besseres ein als: "Ein sehr, sehr entspannter Campino, den wir hier erleben, meine Damen und Herren." In diesem Moment, man konnte es deutlich sehen, hat Campino seine Teilnahme bereut.

Immerhin die Quoten (13,62 Millionen auf ZDF, 893.000 auf ORF 1) sprachen für Lanz. Um mit Lagerfeld zu enden: Es war nicht alles gut - aber es hätte schlimmer sein können. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 8.10.2012)

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