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Wien, Burgtheater: "Wer Wind sät, wird Sturm ernten" Matinée über die Lehren aus der Geschichte des politischen Terrors in Europa.
Lesung mit Elisabeth Orth, Vortrag von Ian Buruma, Debatte mit Isolde Charim, Oliver Rathkolb, Franz Vranitzky, Alexandra Föderl-Schmid, Agnes Heller, Joakim Palme und Stefan Horvath.
Hier zum Bericht.
ORF III bringt eine Aufzeichnung am Donnerstag (11. Oktober ) um 22.25 Uhr.
Gut, möglicherweise mache ich mir jetzt keine Freunde aber:
In meinen Augen war Vranitzky der letzte Kanzler in diesem Land der den Titel Kanzler auch verdient hatte.
Die Witzfiguren, allen voran Viktor Klima, die dannach gekommen sind kann man doch nicht mehr als Kanzler bezeichnen.
Ein Klima der mehr Kapitalist als sonst was war, ein Schüssel der mit seinen Marionetten innerhalb von wenigen Monaten duzente unsoziale Gesetze durchgepeitscht hat und selbst monatelang verschwunden ist um erst gar keine direkte Kritik zuzulassen, ein Gusenbauer (Gusi halt obwohl der im Nachhinein ein gar nicht so großes Übel war) und jetzt Faymann ... Ähm nö sorry, da klingen für mich manche Aussagen und Standpunkte von Vranitzky um längen besser.
Es war Anfang der 80ziger Jahre, die Zeit massiver Jugendproteste in Wien. Alternativbewegungen schossen wie Schwammerln aus dem feuchten Boden. Ein großer Teil der Jugendlichen engagierte sich immer stärker in selbstverwalteten Projekten. Damals erhielt die SJ den Auftrag dem entgegen zu wirken und eröffnete in Wien I., Schönlaterngasse 13 ein Jugendbeisel mit billiger Konsumation. Als Besonderheit präsentierte man Stadtpolitiker die allesamt vor spärlichen Publikum brabbelten. So musste die SJ ein Hihglight bringen. Kreisky sagte spontan zu und diskutierte mit dem überwiegend alternativ bewegten Jugendlichen. Statt einer Stunde wurden es Viereinhalb. Vranitzky erklärt sich da lieber im monarchischen Ambiente des Burgtheater + UHB.
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Wie gestern schön in Ö1 zu hören war (http://oe1.orf.at/programm/316636), typisches Altpolitikerphänomen: Wenn sie nix mehr zu sagen haben, dann trauen sie sich was zu sagen.
Meine Schwester musste in den 1960er Jahren die abgetragene Kleidung und Schuhe des grossen Bruders tragen. Wir hatten nicht mehr Geld. Sie hat darunter gelitten und ich habe ihr als Kompensation zum 50er ihren Maedchentraum, eine Barbie, erfuellt.
Was hat der Franz den beiden aelteren Damen als Kompensation dafuer gezahlt, dass sie seine alten Nadelstreifer getragen haben?
Vranitzky war zwar immer die lebende Inkarnation des Nadelstreifsozialisten, und für Kreisky die schmerzliche Abkehr von den - allerdings fragwürdig gewordenen - Idealen seiner Regierungszeit (Vollbeschäftigung um jeden Preis), aber im Vergleich mit dem federgewichtigen Faymann eine Lichtgestalt. Mit Faymann, Rudas & Co hat die SPÖ einen charakterlichen und intellektuellen Tiefpunkt erreicht, der sich kaum mehr unterbieten lässt.
im rückblick relativiert sich manches, und so erscheint auch privatisierer vranitzky, der der övp das außenministerium überlassen und gegen eine blauschwarze mehrheit im parlament regiert hat, als lichtgestalt.
nach dieser logik ist es vorstellbar, dass uns im greisenalter faymann als lichtgestalt erscheint.
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