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vergrößern 800x296Gemütliches Wohnen mit viel Hightech: Zukunftsforscher Matthias Horx und Autorin Oona Horx-Strathern in ihrem Wohnzimmer in Wien.
Matthias Horx und Oona Strathern erforschen die Zukunft. Wojciech Czaja erfuhr, dass sie für ihr Haus in Wien schon bald keinen Wohnungsschlüssel mehr brauchen werden.
"Früher hatten wir eine Wohnung in Wien und ein Wochenendhaus im Waldviertel. Die ständige Herumfahrerei war nicht sehr zufriedenstellend. Seit zwei Jahren wohnen wir nun in diesem Haus am Stadtrand. Die Planungs- und Bauphase hat fast vier Jahre gedauert. Unsere Erfahrung ist: Es kostet immer mehr, es dauert immer länger, und es gibt immer Überraschungen. Das gehört wohl zum Bauen dazu.
Unser Haus besteht aus einer simplen Box, die in drei Teile gegliedert ist. Es gibt einen Kinderbereich, einen Bereich für die Eltern und dazwischen einen gemeinsamen Wohnbereich. Insgesamt haben wir 180 Quadratmeter. Wir wollten die Dreiteilung auch nach außen hin sichtbar machen. Eigenartigerweise gibt es ja nicht viele Privathäuser, die beschriftet sind. Unseres hat Schrift. An der Fassade stehen die drei Wörter 'kin', 'hub' und 'love', wobei 'love' fast nicht mehr zu sehen ist, weil ein riesiger Baum davorsteht. Sehr diskret!
Etwas weiter oben auf dem Grundstück steht noch eine weitere Box, in dem wir unsere zwei Büros haben. Da steht 'work' drauf. Zu Hause arbeiten zu können ist schon sehr bequem, aber eine gewisse Distanz muss sein. Wir haben den Wohn- und Arbeitsbereich bewusst so getrennt, dass man ein paar Schritte durchs Freie gehen muss, dass man Treppen steigen muss, dass man die Wiese spürt und die Tomaten riecht. An manchen Tagen gehen wir 30-mal auf und ab. Das hält uns fit!
Das Haus ist ein simpler Stahlbau mit Holzbeplankung. Von der Grundform erinnert das Ganze an die Case-Study-Houses aus den Sechzigern, an diese berühmten kalifornischen Bungalows in der Wüste. Aber natürlich mussten wir das Konzept auf das österreichische Klima adaptieren. Derzeit hat das Haus Niedrigenergiestandard. Wir haben Sonnenkollektoren am Dach, mit denen wir das Warmwasser aufbereiten, und eine große Photovoltaik-Anlage an der Fassade. Im Wohnzimmer gibt es außerdem einen Kamin, dessen Wärme über einen Wärmetauscher für die Heizung genutzt wird. Die restliche Beheizung erfolgt konventionell über Gas.
Noch! Die gesamte Haustechnik ist nämlich so konzipiert, dass man sie nachrüsten kann. Eines Tages, so hoffen wir, wird das ein Aktivhaus sein, das mehr Energie produziert, als es verbraucht. Aus diesem Grund nennen wir unser Zuhause offiziell auch 'Future Evolution House'. Ein Teil dieses Energy-Grids existiert schon heute: In unserer Garage stehen ein Mitsubishi iMiEV und ein Opel Ampera, beide an die Steckdose angeschlossen. Wir sind mitten in der Testphase. Aber so viel lässt sich schon sagen: Wir sind inzwischen begeisterte E-Driver!
Wir experimentieren mit neuen Materialien im Haus, etwa mit Möbeln aus 3-D-Druckern oder mit organischen LEDs. Trotzdem: Vielen Technik-Mythen, die als Zukunftswohnen verkauft werden, stehen wir skeptisch gegenüber. Kühlschränke, die an das Internet angeschlossen sind, und Kaffeekocher, die man mit dem Handy von unterwegs aktivieren kann - wer braucht denn das alles? Technisch ist fast alles machbar. Aber die Frage ist nur, ob das auch sinnvoll ist. Wenn die Technologie zur menschlichen Prothese wird, dann wird's gefährlich.
Ein besonderes Hightech-Gerät in unserem Haus ist die elektronische Katzentüre. Unsere Katze hat unter der Haut einen Chip implantiert. Sobald sie sich der Katzentür nähert, wird diese geöffnet. Eigentlich sehr praktisch. Jedenfalls wollen wir uns jetzt auch einen Mikrochip implantieren lassen. Leute haben Piercings und künstliche Hüften, warum nicht auch einen winzigen Chip? Wir haben nur noch keinen Arzt gefunden, der das für uns macht. Das wird wohl noch ein paar Jahre dauern." (DER STANDARD, 6./7.10.2012)
Matthias Horx, geboren 1955 in Düsseldorf, studierte Soziologie in Frankfurt/Main. Er arbeitete als Comic-Zeichner, Autor und Redakteur bei diversen Verlagen, u. a. bei Merian und Zeit. 1998 gründete er das Zukunftsinstitut mit Hauptsitz in Kelkheim und Filialen in London und Wien. Insgesamt hat er heute 35 Mitarbeiter. Seit 1999 lebt er in Wien, seit 2010 wohnt er im "Future Evolution House".
Seine Frau Oona Horx-Strathern, geboren 1963 in Dublin, ist Journalistin, Autorin und Zukunftsberaterin. Soeben ist bei DVA ihr neues Buch "Wir bauen uns ein Zukunftshaus - Ein Familiendrama in drei Akten" erschienen.
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super, ein "zukunftsforscher" zeigt uns die wohnform mit dem allergeringsten zukunftspotential, das einfamilienhaus am stadtrand, lässt das ganze medial ausschlachten und von ausführenden und produzenten bewerben (wieviel kostet eine werbeeinschaltung auf der homepage?)
Warum kriegt so eine person in einem qualitätsmedium überhaupt noch eine plattform und wird noch dazu von einem der besseren architektujournalisten in ö. interviewt?
Wenn ich auf deren Website in Firmen-Kooperationen schaue, wird mir echt schlecht.
Es geht also einfach darum, sich von irgendwelchen Firmen Sachen abzuschnorren und dann in willfährigen Medien, wie anscheinend dem Standard, Home-Storys zu platzieren, um damit den Firmen Werbefläche zu bieten...
Na dann... Hurra. Wenigstens weiß ich jetzt, wo die Reichen sparen.
Sobald alle einen Chip haben, steht der Fernüberwachung des Menschen nichts mehr im Weg. Und weil die hübschen kleinen Dinger auch elektrische Impulse ans Nervensystem abgeben können, brauchen wir keine Gefängnisse mehr: Wer sich gegen Big Brother stellt, wird per Knopfdruck gezüchtigt.
Ein absoluter Propagandaklassiker dieser Artikel.
Völlig belangloses Thema mit reißerischer Überschrift. Sinn des ganzen ist nur die Masse auf das längst beschlossene Unvermeidliche vorzubereiten.
Wie macht man das? So wie immer, durch jahrelange, jahrzehntelange Wiederholung und Vorführung in allen Medien, besonders im TV. Dann ist es für die Masse schon bekannt und kein Widerstand zu erwarten. Schöne neue Welt!
Das spricht aber nicht für die Kompetenz eines Zukunftsforschers, wenn man sich bei sowas trivialem schon um 20 Jahre vertut... ;-)
Lieber Herr Horx, wenn Sie sich chippen lassen wollen, hält Sie niemand davon ab. Die Chips für freiwilligen Humaneinsatz (Stammgäste mancher Szeneclubs etc.) sind identisch mit jenen für Waldi/Schnurrli und problemlos erhältlich. Steril inkl. Einweg-Applikator ca. EUR 10,00. Das Ding nehmen Sie originalverpackt zum Arzt und zahlen sein Privathonorar, damit er es ihnen wunschgemäß in den Oberarm steckt, auf Kassenkosten geht's natürlich nicht. Sollte sich tatsächlich kein Arzt finden, dann müssen's halt zu einem Piercer gehen, für so eine Bagatelle genügt auch deren Ausbildung vollauf, notfalls sogar DIY.
Echt schad' find ich, dass diese Konzepte immer nur mit viel Knödel funktionieren. Schönes Platzl ja - kost' aber sich alles in allem +-T750. Mit Ampera & Co! Tz... Was hab ich alles Normalverdiener davon? Konzipiert doch so ein Projekt mal für +-T250. Erst dann dürft ihr wieder schreiben!
funktioniert überhaupt nichts mehr. aber vielleicht macht es auch so glücklich. jedenfalls hatte diese visionen eines elektronischen overkills vor 20 jahren schon bill gates.
und btw: zwei kleine bilder vom haus hätten fünf absätze beschreibung erspart.
Stromausfall zumindest tagsüber wenig wahrscheinlich, weil Photovoltaikanlage. Und wenn die de..erten Energieversorger den Kopf aus dem Allerwertesten nähmen und das Speichern der selbst erzeugten Energie in hauseigenen Akku-Anlagen erlaubten, könnte man auch des nachts den eigenen Strom verbrauchen. Aber das würde ja dann das schöne teure Netz obsolet machen...
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