Kindergarten-Demo gegen "unzumutbare Bedingungen"

Ansichtssache | 6. Oktober 2012, 16:21

Wien - Gegen "unzumutbare Rahmenbedingungen" in elementaren Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Krippen und Krabbelstuben haben am Samstag Kindergarten- und Hortpädagogen bzw. Kindergartenhelfer bzw. -assistenten in Wien protestiert. Die Gewerkschaften GdG-KMSfB, GPA-djp und vida, die dazu aufgerufen hatten, sprachen in einer Aussendung von mehr als 4.000 Teilnehmern. Laut Polizeiangaben waren es immer noch 1.500 Menschen, die zur Demo "Kindergarten: Achtung Einsturzgefahr!!!" gekommen waren.

Für Umsetzung eines einheitlichen Bundesrahmengesetzes

Die Kindergärtner protestierten für die Umsetzung eines einheitlichen Bundesrahmengesetzes, für kleinere Kindergruppen, größere Räume und angemessene Gehälter. Insgesamt sind in Kindergärten und Kindertagesheimen in ganz Österreich laut Statistik Austria mehr als 50.000 Menschen beschäftigt, rund 98 Prozent davon sind Frauen. "Die Strukturen und Bestimmungen in den einzelnen Ländern sind zu unübersichtlich - sie gleichen einem Fleckerlteppich", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB), Christian Meidlinger, der von "unzumutbaren Bedingungen sprach.

Weniger Kinder pro Gruppe gefordert

Gefordert werden unter anderem weniger Kinder pro Gruppe, mehr Platz für Kinder und Personal, höhere Gehälter, eine tertiäre Ausbildung für Kindergartenpädagogen sowie eine 300 Stunden umfassende bundesweit einheitliche Ausbildung für das Unterstützungspersonal. Die Einstiegsgehälter für Pädagogen sind je nach Arbeitgeber unterschiedlich - insgesamt gibt es mehr als 60 unterschiedliche Gehaltstabellen. Bei privaten Kinderbetreuungseinrichtungen liegen sie bei knapp unter 2.000 Euro brutto. Kindergartenassistenten verdienen in den ersten beiden Berufsjahren 1.280 Euro brutto. (APA, 6.10.2012)

foto: apa/herbert pfarrhofer
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Waren Kindergärtnerinnen auch auf der Demo

oder nur dienstfreigestellte Gewerkschafterinnen?

Beschleicht eigentlich nur mich der Verdacht, dass man diese typischen Funktionärstypinnen (zum Glück!) nie bei der Betreuung und Aufsicht von Kindergartenkindern sieht?

Eine Funktionärsschicht demonstriert für das Eigeninteresse und schiebt dabei ein Allgemeininteresse vor.

Wie die Faust aufs Aug. Danke.

Haben nur Männer protestiert?

Wie gut gegenderte Texte auch immer zu lesen sind, dieses Thema betrifft wirklich mehrheitlich Frauen. Was ja auch an den Fotos eindeutig zu erkennen ist. Das sollte in einem Artikel zu dieser Demonstration auch rüberkommen.

deshalb kommen aus dem Kindergarten auch lauter verweiblichte Buben, die sich nicht mehr getrauen mal zu rangeln, weil sie sich dann wieder einen 10 Minütigen pädagogischen Monolog der "Tante" anhören müssen. Und der Vortrag schmerzt mehr als sich mal gegenseitig ein wenig zu boxen.

wird auch in Zukunft wenig Männer geben

da Kampfemanzen in entscheidenden Gremien Männern grundsätzlich pädophile Neigungen unterstellen und diese wegekeln.

wenn das so weitergeht, werden Männer einem verlaufenen Kind vorsichtshalber ausweichen.Und dann kommen die Heinisch- Hoseks und jammern, daß sich nur Frauen um Kinder kümmern

warum verdient eine kindergartentante...

...2000 Euro? ich seh nur, dass die kinder alle in eine uniform gesteckt (oder zumindest alle das gleiche käppi am kopfi tragen) und dann rumkommandiert werden.

niemand kann mir erzählen, dass bei 24 kleinkindern eine individuelle förderung möglich ist. und dafür sind schon 2000 euro vermessen.

Ja, jeder der mehr als 1500 Euro brutto verdient, ist ein Schmarotzer.

Außer mir natürlich. Ich arbeite so hart, dass mir 15.000 Euro im Monat zustehen würden, wenn die Welt nur ein klein wenig gerecht wäre.

ganz genau so ist es.

Das Problem ist ja nicht das Kindergarten Tanten nur 1500 Euro im Monat verdienen, sondern das es welche gibt die auch um weniger diese Arbeit machen. Also sucht die Schuld nicht bei den Anderen, sondern bei denen die den Job um das Geld annehmen.

Ich finde es ist verrückt die Gesellschaft zu beschimpfen, anstatt bei sich selbst zu beginnen etwas zu verändern.

Soll heissen: warum machen alle den Job um so wenig Geld? Das ist die eigentliche Kernfrage.

Prinzipiell sollte jeder den Job machen, der seinen persönlichen Stärken und Fähigkeiten am ehesten enstpricht. Soviel zur Frage: "Warum machen die diesen Job".

Zusätzlich sollte man von seinem Job auch leben können. Soviel zur Aussage, derjenige sei an seiner schlechten Bezahlung schuld, der den Job annimmt.

Sie sehen: ein bisserl Komlexität könnte Ihren Gedanken und Aussagen nicht schaden.

die Politik verlangt immer mehr von den Kindegärten bei gleichzeitiger Sparpolitik

der zunehmende Druck verschlechtert die Arbeitsbedingungen. Das manche Vorgesetzte ( der Gemeinde Wien) damit nicht fertig werden und Mitarbeiter gegeneinander ausspielen, ist traurig.
Übrig bleiben immer die Verantwortungsbewußten.
Die 2000 Euro bekommen erst die ca 55 jährigen INKLUSIVE Überstunden und Zulagen, bei dieser Belastung eher als Schmerzensgeld zu sehen.

die leute in dem bereich

leisten schwierige arbeit und wichtig ist sie auch, und zudem fordern sie eine verringerung der kindergruppengröße.

reine Suderei!

Es gibt heute KEINEN Bereich mehr, wo die Arbeit nicht schwierig ist. Nur gehen halt nicht alle gleich auf die Straße.

Und wenn es eine Gruppe dann doch tut, ist es gleich schlecht - weil die anderen machen es nicht?

Was soll das denn bitte für ein Argument sein?

2000 brutto

jo mi frisst a da neid ...
hocknstad?

KindergartenTANTE

Wer den Beruf der Kingergarten-Pädagogin, bzw. Kindergärtnerin weiterhin als KindergartenTANTE bezeichnet und sieht, hat bis heute die Aufgaben und Tragweite der Bedeutung des Entwicklungsprozesses im Kleindindalter nicht verstanden!

Sie haben natürlich recht, dass eine individuelle Förderung in Gruppen bis zu 24 Kindern schlicht unmöglich ist und diese Praxis eine bloße Aufbewahrung bzw. Beaufsichtigung darstellt.

Verbringen Sie mal einen Tag in einem Kindergarten, dann werden Sie bald feststellen, dass dieses Salär, ungeachtet Ihres tatsächlichen pädogogischen Einsatzes, in keinster Weise gerechtfertigt ist - es ist enorm unterbewertet.

Ich finde es generell problematisch, dass "Tante" (und auch Onkel) schon fast ein Schimpfwort geworden ist.

Es ist irgendwie seltsam sich über Gehaltsunterschiede aufzuregen. Es gibt nun mal bessere und schlechtere Arbeitgeber, genauso wie es bessere und schlechtere Arbeitnehmer gibt.

Ein Arbeitgeber der gleich gut wie ein anderer ist kann es sich langfristig gar nicht leisten schlechter zu zahlen da dann ja jeder sich für den anderen entscheiden würde. Das "Problem" reguliert sich also von selbst - und alle Gehaltsunterschiede die dennoch bestehen haben einen guten Grund.

Diese gewerkschaftliche Gleichmache bestraft nur die die in ihrem Job etwas zustande bringen und belohnt die die in ihrem Job zu den Schlechtesten zählen.

Die Idee des Noeliberalismus ist -unter anderem - dass sich die Ungerechtigkeiten selbst regulieren. In den vergangenen Jahrzehten zeigt sich aber, dass diese Vermutung nicht aufgeht. Der Neoliberalismus hat zwar zahlreiche Vorteile, aber finanzielle Ungerechtigkeiten steigen seit einigen Jahrzehnten an. Das heißt, ungeachtet der Intentionen des Neoliberalismus müssen zusätzliche Regulatorien eingeführt werden, um diesen negativen Auswirkungen gegenzusteuern.

was sie da schreiben ist für die fisch

hier geht es nicht um bessere und schlechtere arbeitnehmer, hier geht es darum warum eine ganze berufsgruppe sowenig verdient wie schlichte regalbetreuerinnen obwohl logisch ist das die betreuung unserer kinder das allerwichtigste ist.

Die Kinder derartig rhethorisch zu missbrauchen ist letzt klassig.

Haetten Sie bloss nur den ersten Teil Ihres postings geschrieben. Reicht eh auch.
Davon abgesehen moecht ich auch anbringen, dass Regal schlichten koerperlich anstrengend ist und aufgrund der Monotonie auch ned so unterschaetzt werden sollte.

Sie sind noch nie vor leeren Regalen gestanden. Wenn zugleich der Magen knurrt.

Die GPS befiehlt...

Und die geistigen Troglodyten marschieren. Das muss im Menschen sein, hat schon immer funktioniert-und so gut wie immer nur zum Nutzen der Befehlenden. Aber jetzt, wo die Regierung Kibdergarten zur Pflicht gemacht hat ist gut marschieren...

Sie irren sich

die Gewerkschaft ist gerade noch auf den Zug aufgesprungen, sonst wären es "wilde" Demonstrationen- das gab es übrigens schon.

Es wäre sinnvoll, im Einzelfall zu überlegen, ob die Forderungen gerechtfertigt sind oder nicht. Bei der Kindergarten-Demo, denke ich, waren sie das definitiv.

Mehr Qualität statt Quantität, bitte

In den letzten Jahren wurden die Kindergärten so belastet, dass das System nicht mehr funktionieren kann: Mit dem Kindergeld neu sollen Eltern nach 14 Monaten wieder arbeiten, wodurch mehr Krippenplätze benötigt werden. Alle Kinder mit 5 Jahren müssen in den Kindergarten, und dort schon etwas lesen und rechnen lernen. Die Kindergärten wurden teilweise gratis, auch dadurch stieg die Anfrage.
Die Finanzierung und Umstrukturierung fand nicht statt, die Qualität der Kindergärten sank und die Kindergärtnerinnen sind überlastet.
Und gleichzeitig: je mehr Zeit die Kinder woanders sind, desto weniger Zeit haben die Eltern für die Erziehung der Kinder.
Lösen kann man dies nur durch eine andere Ausbildung und attraktive Arbeitsbedingungen.

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