Zu hohe Arbeitslast durch iPhone 5: Angeblich Streik bei Foxconn

6. Oktober 2012, 11:46
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Foxconn bestätigt körperliche Auseinandersetzungen, dementiert jedoch die Arbeitsniederlegungen

Das Fertigungs- und Zulieferunternehmen Foxconn kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Erst vor kurzem war die Arbeit im chinesischen Taiyuan wieder aufgenommen worden, nun stehen in Zhengzhou die Räder wegen eines Streiks wieder still. Tausende protestieren damit unter anderem durch die überhöhte Arbeitsbelastung, die vor allem der Start des iPhone 5 mit sich gebracht hat.

Beteiligte mussten ins Krankenhaus

Drei- bis viertausend Mitarbeiter, hauptsächlich aus der Qualitätskontrolle, nehmen am Arbeitskampf teil, berichtet die Aktivistengruppe China Labor Watch. Davor soll es zwischen ihnen und Aufsehern zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen sein, in deren Zuge ein Inspektionsraum verwüstet wurde und einige Betroffene ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Hohe Anforderungen, schlechte Arbeitsumstände

Nicht nur die Quantität der Produktion, auch die gestiegenen Anforderungen von Apple sollen den Arbeitsaufwand dramatisch gesteigert haben. Die Mitarbeiter müssen Cover und Rahmen der Geräte auf Kratzerfreiheit überprüfen und sicherstellen, dass es keine Einbuchtungen von mehr als 0,02 Millimeter gibt.

Die Verbindung aus diesen strikten Auflagen, strengen Aufsehern, wegschauendem Fabriks-Management und mangelnder Ausbildung der Arbeitskräfte hat letztlich zur Eskalation geführt. Zahlreichen Mitarbeitern soll zudem eine Auszeit verweigert worden sein, obwohl derzeit aufgrund des Mitt-Herbst-Festes und des Nationalfeiertags die Industrie im ganzen Land weitestgehend stillsteht.

Es ist nicht das erste Mal, dass gegen Foxconn Ausbeutungsvorwürfe erhoben werden. Um den iPhone 5-Bedarf im Vorfeld abzudecken, sollen viele Studenten als "Praktikanten" zwangsverpflichtet worden sein.

Update, 06.10., 14.20:

Das Unternehmen hat mittlerweile "einzelne" körperliche Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern und Aufsehern im betroffenen Werk bestätigt, dementiert jedoch einen laufenden Streik an diesem oder anderen Standorten. (red, derStandard.at, 06.10.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wieder Unruhen bei Foxconn.

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