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vergrößern 500x560Zwischen neun und zwölf Millionen Pfund soll diese Richter-Abstraktion aus dem Besitz Eric Claptons bringen.
vergrößern 500x510Humoriges von Paul McCarthy: "Piggies" (2006) soll für zumindest 600. 000 Pfund einen Käufer finden.
Everybody must have a fantasy, sagte schon Andy Warhol. Ein Zitat, das in den vergangenen Monaten hinter den Christie's-Kulissen wohl zum Mantra avanciert sein dürfte. Anfang September gab das Auktionshaus jedenfalls einen Coup bekannt: Im Auftrag der Andy-Warhol-Foundation werde man in den nächsten fünf Jahren einen Teil des Nachlasses verkaufen. Tausendschaften von Gemälden, Drucken, Polaroidfotos und Memorabilien, die über Private Sales, zu den traditionellen Auktionsterminen und auch über eigene Online-Auktionen den Besitzer wechseln sollen. Der Wertumfang beläuft sich auf stattliche 500 Millionen Dollar.
Hintergrund dieses Deals ist die im Jänner verlautbarte Umorientierung der Stiftung. 17 Jahre lang entschied das zugehörige Authentication Board als Autorität über Zu- und Abschreibungen der Werke des Künstlers. Zuletzt häufte sich jedoch die Anzahl damit verbundener Prozesse (und Kosten). Dabei ging es sowohl um Echtheits-, aber auch Wettbewerbsfragen. So stand der Vorwurf im Raum, echte Werke würden abgelehnt, um durch künstliche Verknappung die eigenen käuflichen Bestände aus dem Nachlass zu stützen. Nun nahm sich das Board aus dem Spiel und fokussiert die Stiftung künftig auf die Förderung junger Kunst (2012 im Umfang von ca. 14 Mio. Dollar) und die Herausgabe des Werkverzeichnisses.
Inwieweit der Markt dieser Warhol-Schwemme gewachsen ist oder daraus womöglich mittelfristig ein Wertverfall resultiert, wird sich weisen. Ein Megadeal bleibt es für Christie's allemal. Im Kampf um Marktanteile geht es ja oftmals nur um Nasenlängen. Und eine solche ist Sotheby's seit vergangener Woche auf einem anderen Terrain voraus: konkret im Match um den laut Studien zwölf Milliarden Dollar starken Auktionsmarkt in China. Über ein Joint Venture mit dem Staatsunternehmen "GeHua" darf Sotheby's ab sofort Verkaufsausstellungen durchführen, etwa auch in der neuen Tianzhu Freihandelszone, sehr zur Freude der internationale Sotheby's-Klientel.
So weit die jüngsten Deals, über die sich die beiden Weltmarktführer in unterschiedlichen Bereichen in Stellung brachten, während die Experten der Sparten Contemporary Art & Post War in den letzten Wochen an der Akquisitionsfront zu kämpfen hatten. Es lief schon mal bedeutend leichter, hochwertige Ware für die parallel zum spartenverwandten Messereigen im Oktober anberaumten Auktionen zu bekommen, so viel ist gewiss. Dass sich exakt diese Umsätze seit 2001 annähernd verzehnfachten, spricht für die Bedeutung Londons, nicht nur innerhalb Europas, sondern auch aus globaler Sicht.
Denn hier tummelt sich jene Sammlerklientel, die andernorts, ja selbst in New York kaum oder nicht erreicht wird: die Superreichen aus Ostasien, Russland und dem Nahen Osten, teilweise mit dekorierungsbedürftigen Zweitwohnsitzen. Davon werden auch heuer alle Anbieter mehr oder weniger profitieren, die Frieze Art Fair in ihrer nunmehr zehnten Auflage mit 175 Ausstellern ebenso wie Debütant Frieze Masters (beide 11.-14. 10.), wo 90 Teilnehmer den Dialog zwischen alter und vor 2000 ausgeführter Kunst praktizieren werden.
Zeitgleich gelangen rund 750 Kunstwerke der Sparte Contemporary Art & Post War über Auktionen unter den Hammer: Zum Auftakt warten bei Phillips de Pury (10.-11. 10.) 209 Positionen zum taxierten Gegenwert von 19 bis 28 Millionen Pfund, bei Christie's (11.-12. 10.) sind es knapp 300, die bis zu 44 Millionen bringen sollen, während Sotheby's für etwa 350 Kandidaten zwischen 54 und 74 Millionen in die Bücher zu notieren hofft. Und wiewohl darunter 19 Warhols zum Limitvolumen von 6,5 Millionen Pfund neuer Besitzer harren, zu den Rekordanwärtern gehören andere: etwa Gerhard Richter, für dessen Abstraktes Bild (809-4) Sotheby' s im Auftrag von Musiker Eric Clapton um die zwölf Millionen Pfund zu lukrieren gedenkt. (Olga Kronsteiner, Album, DER STANDARD, 6./7.10.2012)
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