Im Gespräch: Franz Strohsack

Kommentar der anderen5. Oktober 2012, 19:06
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Mitschrift eines realen Bürgers von einer imaginären Selbstkonfrontation eines österreichischen Neopolitikers (in Auszügen)

Also, jetzt reden Sie mich mit Ihren Fragen nicht immer drein, ich habe Sie auch nicht ausreden lassen, nicht. Aber ich abzektiere auch meine Meinung und drum habe ich auch meine Vertrauensleute bei meine Arbeiter von dem Magnum, nicht. z. B. den Franz Strohsack. Das ist einer von meiner besten Mitarbeiter, nicht.

Wissen Sie, in unsere Magnum, sind wir ja eine große Familie, einer für alle, alle auf einen. Ja. die Zeiten ändern sich, und wir müssen immer uns a bissi im Auge behalten, nicht. Wie in der Familie, einer muss der treibende Keil sein, der die Hausarbeiten anschafft und das Geld unter sich verteilt, nicht.

Noch einmal: Net nur das Schöne, das Schöne macht ein jeder, aber das Schmutzige, das muss mir lernen, das Schmutzige, die Arbeit und die Geschäfte. Wissen Sie, in meinem Magnum-Konzern, der ist net so kalt und Ding. Da wird immer abgestimmt, aber construktiv abgestimmt, auch wenn wer entlassen wird: Die Welt bleibt nicht stehen, und drei müssen gehen. Da kommt dann mein Vertrauensleute, der Strohsack, mit dem Staubwedel und dann sagt er: Putzt euch! Jeder Arbeiter muss unterschreiben, dass er sagen kann, was ich will. Nicht. Na lassen S' mir jetzt ausreden, ich hab Sie auch net dreinreden lassen

Ich hab ja nix gegen die Gewerkschaft, die Gewerkschaft ist positiv. Aber die hat in einem Betrieb gar nix zu suchen. Wenn ich schon Gewerkschaft hör', da dreht's mir ja schon den Magn-um. Schauen Sie, ich sing zu Weihnachten mit meine bosnische Arbeiter eigenhändig "Stille Nacht" und "Es wird schon glei humpa". Oder dumpa, nicht! Weil bei diese Weihnachtsfeiern, da schenk mir uns nix, nicht, da gibt's immer einen " Gsungen und Gspieben". Ich bin ja ein eigener Österreicher. Und in Betriebsausflug fahren wir nach St. Petersburg, damit die Leut' sehn, dass andere noch weit schlechter geht. Nicht jeder kann erfolgreich sein. Aber ich muss ja auch drauf schauen, dass mir das Magnum nicht zwischen den Fingern zerrinnt.

Und i kenn ja den Volk und die Arbeiten, nicht. Als Junger hab ich mich schon immer hochgedient. Und i geh heut oft im Stall rein und tu a bissi Mist schaufeln. Ich bin ja a Österreicher und das ist meine Vertrauensleute, der Mistsack.

Weil das ist nämlich der Schluss von der letzten Weisheit: Wir gehen nämlich eine Globalisierung entgegen, und da ist dann Schluss mit dem lustig. Und das lass ich mir jetzt nicht ausreden, weil ich hab Ihnen das auch jetzt die ganze Zeit a bissi ein ... - und jetzt sagen Sie nicht immer, da stimmt die Hälfte nicht, was ich sag, weil das is nämlich genau das Gegenteil: Da stimmt sehr wohl die Hälfte. Nicht. (Hans Gebetsberger, DER STANDARD, 6./7.Oktober 2012)

Hans Gebetsberger, Kabarettist und ORG-Direktor in Vöcklabruck

  • Franz Strohsack alias Frank Stronach.
    foto: standard/cremer

    Franz Strohsack alias Frank Stronach.

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