Ein weiterer Stern rast um das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße

  • Die beiden Spiegelteleskope des Keck-Observatoriums auf Hawaii fokussieren auf das Zentrum der Milchstraße. Mit Lasern wird ein "künstlicher Stern" in der äußeren Erdatmosphäre erzeugt, um ein Maß für den Verzerrungseffekt der darunter liegenden Schichten zu finden.
    foto: ethan tweedie photography

    Die beiden Spiegelteleskope des Keck-Observatoriums auf Hawaii fokussieren auf das Zentrum der Milchstraße. Mit Lasern wird ein "künstlicher Stern" in der äußeren Erdatmosphäre erzeugt, um ein Maß für den Verzerrungseffekt der darunter liegenden Schichten zu finden.

  • Die Orbits der beiden Sterne, die das Schwarze Loch eng umkreisen.
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    foto: andrea ghez/ucla/keck telescopes

    Die Orbits der beiden Sterne, die das Schwarze Loch eng umkreisen.

S0-102 benötigt nur elfeinhalb Jahre für eine Umkreisung

London - US-Astronomen haben einen zweiten Stern entdeckt, der das supermassereiche Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße in nächster Nähe elliptisch umkreist. Der Stern mit der Nummer S0-102 brauche dazu elfeinhalb Jahre, während andere etwa 60 Jahre lang rund um das Schwarze Loch unterwegs seien, schreiben die Forscher von der University of California in Los Angeles in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science". Bereits zuvor war der Stern S0-2 entdeckt worden, der für einen Orbit etwa 16 Jahre benötigt.

"Gewöhnliche", also stellare, Schwarze Löcher sind der Endzustand von Sternen, die mindestens das Dreifache der Masse unserer Sonne haben. Supermassereiche Schwarze Löcher hingegen verfügen über eine Masse, die das Millionen- oder gar Milliardenfache beträgt. Wie sie entstehen, ist nach wie vor Gegenstand von Hypothesen. Man vermutet aber, dass sich solche Schwarzen Löcher in den Zentren der meisten Galaxien befinden.

Nach Angaben der Forscher könnte die Neuentdeckung weitere Erkenntnisse über die Relativitätstheorie Albert Einsteins und seine Annahmen zu Schwarzen Löchern liefern. Die leitende Wissenschafterin Andrea Ghez erklärte, durch "den Tango" der Sterne S0-102 und S0-2 könne "die tatsächliche Geometrie des Raums und der Zeit in der Nähe eines Schwarzen Lochs" untersucht werden. Ein einziger naher Himmelskörper reiche dazu hingegen nicht aus.(APA/red, derStandard.at, 5. 10. 2012)

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