Gentech-Studien: Sauberes Arbeiten gefragt

Kommentar5. Oktober 2012, 18:42
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Wieder einmal rächt sich, dass die Efsa keine Institution mit Biss ist

Sauberes wissenschaftliches Arbeiten sieht anders aus. Da gehen im Sommer Bilder von Ratten um die Welt mit riesigen Tumoren - und an diese Ratten war in einer französischen Versuchsreihe gentechnisch veränderter Mais verfüttert worden.

Das scheuchte sogar die ansonsten so behäbige EU-Kommission auf, die ihre Lebensmittelagentur Efsa damit beauftragte, die Studie zu überprüfen, und zwar flott. Die Efsa, die ob der Brisanz der Materie gar eine multidisziplinäre Taskforce einrichtete, musste umgehend passen: Für eine umfassende Bewertung gebe es zu wenig wissenschaftliches Material. Und der französische Forscher wiederum weigert sich, weitere Informationen herauszurücken.

Dies zeigt: Es hat schon seinen Grund, weshalb wissenschaftliches Arbeiten strikten Regeln unterworfen ist und nicht nur die Ergebnisse publiziert, sondern auch Arbeitsweise und Studiendesign offengelegt werden müssen.

Wieder einmal rächt sich, dass die Efsa keine Institution mit Biss ist, sondern dass ihr der Ruf vorauseilt, in solchen Fragen besonders industriefreundlich zu sein. Gentechnik-Gegner kritisieren schon lange, dass keine Standards zur Durchführung von Langzeitstudien definiert wurden. Auch wenn es stimmt, was die Efsa in ihrer Stellungnahme durchblicken lässt - dass die Untersuchung in einem unüblichen, ja unwissenschaftlichen Muster durchgeführt wurde: All dies schürt beim EU-Bürger nur Ängste. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 6./7.10.2012)

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