Erster Sex: Besser etwas später

Globaler Trend geht dahin, immer früher die Jungfräulichkeit zu verlieren - Frühstarter sind aber laut einer Studie mit späteren Partnern eher unzufrieden

Austin/Wien - Wohl bei keiner anderen Umfrage wird so viel gelogen wie beim Sex. Beim letzten, auch schon wieder fünf Jahre alten "Durex Sexual Wellbeing Global Survey" machten 26.000 Personen Angaben über ihr Sexualleben. Dabei kam unter anderem heraus, dass die Österreicher beim ersten Mal besonders früh dran sind: Angeblich hat man hierzulande im Durchschnitt mit 17,3 Jahren erstmals Sex.

Weltweit liegt dieses Alter zwischen 18 und 19, wobei der globale Trend dahin geht, immer früher die Jungfräulichkeit zu verlieren. Sexualmediziner sind darüber nicht allzu erfreut: Früher Sex führt unverhütet und ohne die entsprechende Vorbereitung allzu oft zu ungewollten Schwangerschaften und anderen unangenehmen Nachwirkungen.

Die US-Psychologin Paige Harden ging dem Problem des richtigen Zeitpunkts fürs erste Mal mit einer etwas anderen Fragestellung nach. Die Forscherin von der Universität Austin in Texas wollte herausfinden, ob und wie sich das Alter, in dem Menschen das erste Mal Geschlechtsverkehr haben, auf ihr späteres Liebesleben auswirkt.

Für ihre Studie, die im Fachblatt "Psychological Science" erschien, wertete die Psychologin Daten von rund 1.500 Geschwisterpaaren desselben Geschlechts aus, die über mehrere Jahre befragt wurden. Im Hinblick auf das erste Mal bildete Harden drei Gruppen: Wer bis 15 das erste Mal Sex hatte, war früh aktiv, von 16 bis 19 normal und ab 20 spät.

Bei der Auswertung zeigte sich ein recht eindeutiger und nicht ganz überraschender Trend: Personen, die eher spät dran waren, lebten mit 30 Jahren eher in stabilen Beziehungen und waren damit zufriedener. Manche von ihnen hatten indes auch keinen Partner gefunden. Frühstarter hingegen hatten durchschnittlich mehr Partner, mit denen sie jedoch eher unzufrieden waren. (tasch/DER STANDARD, 6./7. 10. 2012)

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