"Man Killer" bei grüner "Unhappy Hour"

5. Oktober 2012, 17:41
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Frauensprecherin Schwentner: Frauenförderpläne an Wirtschaftsförderung koppeln

Wien - Männer hatten Donnerstagabend bei dieser Party das Nachsehen: Cocktailgläser wurden nur zu drei Viertel gefüllt - vielleicht mit einem " Man Killer" -, auch die Häppchen gab es lediglich als halbe Portion: Die Grünen hatten anlässlich des Equal Pay Day zur "Unhappy Hour" in eine Wiener Bar geladen. Pressekonferenzen gab es zuhauf - heuer setze man auf einen "augenzwinkernden Zugang", erklärte Parteichefin Eva Glawischnig. Und: "Ich sage nicht: Frauen sind die besseren Chefinnen. Es geht um Diversität."

An den frauenpolitischen Forderungen der Grünen hat sich wenig geändert. So stört, dass derzeit nur den Betriebsräten die Einkommen offengelegt werden müssen. Das sei nicht nur völlig intransparent, klagte Frauensprecherin Judith Schwentner. "Gewisse Parameter müssten zur Gänze offengelegt werden. Vor allem muss der Betrieb zeigen, welche Schlüsse er aus den Daten zieht", sagte sie. Die Grünen fordern außerdem, dass auch die Gleichbehandlungsanwälte Einblick erhalten sollen - das würde Frauen helfen, die überlegen, gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen. Auf Freiwilligkeit setzt Schwentner nicht - sie will die Unternehmen in die Pflicht nehmen: "Frauenförderpläne gehören an die Wirtschaftsförderung gekoppelt."

Bei der Frage von Quoten will Schwentner nicht nur die Aufsichtsräte binden (40 Prozent sind derzeit das Ziel), sondern auch die Vorstände. Auch bei den Grünen gebe es eine Quote. Und wenn die fallen würde? Da traut sie selbst ihrer eigenen Partei nicht: "Ich würde da meine Hand nicht ins Feuer legen." (pm, DER STANDARD, 6./7.10.2012)

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