Für Dörfler ist mögliches Tierleid ausschlaggebend

5. Oktober 2012, 17:42
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Betreiberin habe Schächtungen bestätigt - Staatsanwaltschaft sind diese Vorwürfe nicht bekannt

Klagenfurt - Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) hat sich am Freitag gegenüber dem ORF positiv zur Schließung des umstrittenen Asylwerberheims auf der Saualm geäußert. Der Flüchtlingsreferent habe das Vertrauen in die Betreiberin verloren, nachdem diese zugegeben habe, dass es dort zu Schächtungen gekommen sei. Für die APA war Dörfler am Freitag nicht erreichbar.

Kein Zurück mehr für Dörfler

"An diesem Punkt gab es für mich kein Zurück mehr. Wenn es dort gesetzwidrige Handlungen gibt, kann ich diese Einrichtung nicht mehr weiterbetreiben", wird der Flüchtlingsreferent im ORF Kärnten online zitiert. In welcher Form die Schächtungen durchgeführt wurden, sei ihm nicht bekannt, so der FPK-Politiker. Eine weitere Zusammenarbeit mit der Betreiberin der Saualm schloss Dörfler ebenso aus wie die Beibehaltung des Standorts Saualm unter einer neuen Leitung.

Vorwürfe sind der Staatsanwaltschaft nicht bekannt

Unter Schächten versteht man ein religiöses Schlacht-Ritual, bei dem die Tiere durch einen Halsschnitt ausbluten. Private Schächtungen sind in Österreich verboten. Sie dürfen nur unter bestimmten Bedingungen in einem zertifizierten Schlachthaus durchgeführt werden.

Der Staatsanwaltschaft sind Vorwürfe von Schächtungen oder Tierquälerei auf der Saualm bisher nicht bekannt, sagte Sprecher Helmut Jamnig auf APA-Anfrage. Es habe zwar Ermittlungen wegen unsachgemäßer Lagerung von Tierkadavern, einem Umweltdelikt, gegeben, diese seien aber eingestellt worden. "Das ist etwas Neues. Das wird man sich anschauen müssen und dann prüfen, ob und unter welchen Umständen das einen Tatbestand erfüllt", so Jamnig. Aktuelle Vorwürfe betreffen die Behandlung der dort untergebracht gewesenen Menschen bzw. die Finanzierung des Heims durch das Land. (APA, 5.10.2012)

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