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Reinhard K. Sprenger.
"Führung ist nicht sicht- und beobachtbar, wegen guter Führung werden Sie nicht befördert", teilte der Autor mehrerer Werke und frühere Coach Reinhard K. Sprenger seinem Publikum im Forum Mozartplatz gleich zu Beginn mit: "Wegen guter Führung werden einige wenige bestenfalls früher entlassen." Damit waren natürlich nicht die Manager gemeint, die auf Einladung der Buchhandlung Manz, des Management Club und des B2B-network zum Vortrag Sprengers im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Mehr Wissen" kamen, sondern jene, die hinter schwedischen Gardinen gelandet sind.
Und doch beschäftigt sich Sprenger mit der "guten Führung" und den Bereichen, in denen sich das Management darin verbessern könnte - eine gute Stunde lang in seinem Vortrag sowie auf fast 300 Seiten in seinem im Campus-Verlag erschienenen Buch Radikal führen: Die Analyse, was bei Führung falsch läuft, ist nachvollziehbar. Das allgemeine Patentrezept, was gute Führung ausmacht, liefert Sprenger nicht, ganz bewusst, sagt er.
Was Erfolg bedeutet, ist Vereinbarungssache: Zwei Partner, zum Beispiel der Chef und sein mittlerer Manager, legen fest, welches Problem es zu bewältigen gilt. Ob es die Kundenbindung, mehr Umsatz, das Erschließen neuer Märkte oder neue Produktlinien sind, die Kriterien für Erfolg sind individuell festlegbar. Das Führen zum Erfolg ist es in den Augen Sprengers nicht. Er stellt den Managern fünf Kernaufgaben, mit denen sie sich unabhängig von ihren Zielen und Problemen im Unternehmen zu beschäftigen haben: Sie sollen Zusammenarbeit organisieren, Transaktionskosten senken, Konflikte entscheiden, Zukunftsfähigkeit sichern und Mitarbeiter führen. Das klingt auf den ersten Blick banal, ist es auf den zweiten auch. Der Reiz an Sprengers Ideen liegt nicht in seinen Überschriften, sondern in der Analyse von Führung, die die Leistungen der Mitarbeiter verbessern soll, aber seiner Ansicht nach ins Leere läuft, und von Strukturen in Unternehmen, die gute Führung und damit Erfolg verhindern.
Es geht Sprenger, angelehnt an den Fußball, weniger um die elf Besten: " Es geht um die beste Elf." Gutes Führen beginnt folglich bei der Auswahl der Mitarbeiter. Sprenger würde nicht nur auf die Besten setzen, sondern mehr noch auf die zum Team Passenden.
Der Erfolg ergibt sich in seinen Augen nicht durch die Addition von Einzelleistungen, sondern wenn die Mitarbeiter bei der Lösung eines Problems kooperieren: Deshalb lautet sein Credo: Gute Zusammenarbeit organisieren. Für die Führungskraft heißt das, den Mitarbeiter nicht in vorgefertigte Strukturen pressen zu wollen, ihn nicht verändern zu wollen, sondern das Umfeld dafür zu schaffen, damit aus einem Gegeneinander- ein Miteinander- und schließlich ein Füreinander-Arbeiten wird. Die Führungskraft sollte demnach Unterschiede nicht als Problem sehen, sondern die unterschiedliche Herangehensweise für die Lösung von Problemen nutzen. "Dafür braucht es Vertrauen in die Mitarbeiter und Freiräume", sagt Sprenger und ist damit schon bei den Transaktionskosten, die Führungskräfte senken sollten. Transaktionskosten sind solche, die im Unternehmen durch Strukturen entstehen, also durch interne Abläufe wie Meetings mit vielen Beteiligten, durch umfangreiches Planen und Zielvereinbarungen, durch Informations- und Rückfragepflichten.
Diese Abläufe, die sich im Laufe der Jahre eingeschlichen haben und vor allem der internen Absicherung gegenüber Vorgesetzten und Gleichgestellten dienen, kosten Zeit und damit Geld. Sprenger rät dazu, möglichst viele dieser bürokratischen Abläufe zu hinterfragen und abzubauen, also die Transaktionskosten zu senken und das frei gewordene Geld stattdessen nicht im Unternehmen, sondern außerhalb des Unternehmens zu investieren - also in die Kunden und ihre Wünsche: "Individuell braucht die Führungskraft Zivilcourage, um solche institutionellen Strukturen aufzubrechen."
Weniger Planung und Vorgaben, dafür Konzentration auf das Wesentliche und Klarheit in den Entscheidungen, den Mitarbeitern den Rahmen ermöglichen, in dem sie selbst arbeiten können. Reinhard K. Sprenger meint also, dass eine Führungskraft nicht der Unternehmensleitung dient: " Eine gute Führungskraft dient den Menschen im Unternehmen, ermöglicht es ihnen, erfolgreich zusammenzuarbeiten." Radikales Führen bedeutet demnach, jeden Tag daran zu arbeiten, sich überflüssig zu machen. (Martina Madner, DER STANDARD, 6./7.10.2012)
Reinhard K. Sprenger, "Radikal führen", Campus-Verlag, 2012
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... die Tatsache, dass Menschen wie Sprenger das Seichte derart gut vermarkten können, und zwar immer und immer wieder ...
In Wahrheit ist's nichts anderes als Assinger- und Dorfmeister-Bla Bla für Intellektuelle (oder die glauben, intellektuell zu sein).
In den meisten Unternehmen geht es zu wie in einem Irrenhaus. Wenn Ihr Chef einer dieser Irren ist, kann man als Mitarbeiter machen was man will, es ist aussichtslos.
Jedem Mitarbeiter ist zu 90% klar wo die Probleme liegen, aber sobald man das anspricht und etwas verändern will steht man auf der Abschuss-liste, da die meisten lieber nichts sagen und mitlaufen.
der eine Einmischung des Staates zur Lenkung der Wirtschaft ablehnt, der Solidarität und Umverteilung für "nicht angemessen" erachtet und für eine "Abschaffung der progressiven Besteuerung" eintritt.
Und einer, der wahrscheinlich vor Jahren seinen Kunden zur Abhaltung von Meetings ("Kaffeekränzchen") geraten hat, damit alle im Unternehmen informiert sind oder sich wenigstens so fühlen, und jetzt Meetings als Zeitverschwendung geißelt und das genaue Gegenteil predigt.
Offensichtlich haben wir den Neo-Liberalen Mist noch immer nicht ganz hinter uns gelassen, wenn man selbigen immer noch in der Zeitung liest.
Hier nur ein kleines Beispiel aus den ersten 5 Fundstellen bei Google:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rein... ._Sprenger
und dort bis zum Thema "Wirtschaftstheorie" runterscrollen.
Und "erleuchten" braucht mich niemand. Ich bin schon zu lange auf der Welt, um Predigern zu folgen.
Zitat aus dem Artikel: "Sprenger würde nicht nur auf die Besten setzen, sondern mehr noch auf die zum Team Passenden."
Ergänzung: wenn er in Führungsverantwortung w ä r e , ist er aber nicht, er schreibt nur darüber.
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