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In Zeiten niedriger Zinsen und volatiler Märkte werden die Kosten von Investments immer wichtiger. Dabei eskaliert offenbar der Konflikt zwischen den Anbietern von Indexfonds und den Unternehmen, die die Indizes anbieten. Die Investmentgesellschaft Vanguard, die als erste Indexfonds angeboten hat und aktuell über zwei Billionen Dollar an Vermögen verwaltet, hat jetzt den Rotstift gezückt. Um Kosten zu sparen, wechselt die Gesellschaft bei 22 Fonds den Indexanbieter und wendet MSCI den Rücken zu. MSCI - bekannt für Aktienindizes wie den MSCI World oder den MSCI Emerging Markets - droht damit ein herber Umsatzeinbruch, die Aktien des Finanzdienstleisters sind an der Börse zeitweise um über 27 Prozent eingebrochen.
Indexuniverse, ein spezialisierter Nachrichtendienst für ETFs- passive, börsengehandelte Fonds -, berichtet, dass offenbar eine Auseinandersetzung über die Gebühren für den Schwellenländerfonds Vanguard MSCI Emerging Markets ETF den Anbieterwechsel veranlasst hat. Statt MSCI werden daher künftig FTSE, der britische Datenanbieter, und der US-Anbieter CRSP die Indizes für die betroffenen Vanguard-Fonds zur Verfügung stellen. Konkret geht es um ein Fondsvolumen von über 530 Milliarden Dollar, das sich künftig an den neuen Messlatten orientieren wird.
Dass sich die Anbieter passiver Fonds wie Vanguard bei ihren Datenlieferanten etwas holen können, ist klar, wenn man sich die Ertragslage der Index-Konstrukteure ansieht. So würde etwa ein Drittel aller Gebühren eines S&P 500 ETFs an die Indexanbieter fließen, so der britische Economist. Die Briten vergleichen Vanguard mit der Handelskette Walmart, die in den USA einen massiven Preisdruck auf Zulieferer ausgelöst hat, um möglichst günstige Produkte anbieten zu können.
Die Konkurrenz aber schläft nicht: in den USA haben Blackrock und Charles Schwab zuletzt Kostensenkungen angekündigt. In Europa steigt Vanguard mit einer Expansionsstrategie gegen Blackrock (iShares), db x-trackers und Lyxor in den Ring um Marktanteile. Doch lässt sich die aggressive Preisstrategie, die im Einzelhandel funktioniert, auf die Finanzwelt übertragen?
Viele Investoren wünschen sich bekannte Indizes wie den S&P 500, den Dax oder Eurostoxx, wenn sie Indexprodukte kaufen. Der intensive Kostenwettbewerb könnte aber dazu führen, dass Fondsanbieter auf deutlich unbekanntere Firmen zurückgreifen oder gar beginnen, Indizes großteils selber zu bauen. So äußern etwa Investoren Bedenken gegenüber unbekannteren Datendiensten wie CRSP. Dazu kommt, dass das Datencenter CRSP, das zur University of Chicago gehört, eine etwas andere Methode zur Indexberechnung verwendet.
Kritik gibt es insbesondere für "do-it-yourself"-Indizes, Reuters-Journalistin Jessica Toonkel warnt dabei etwa vor mangelnder Transparenz. Denn die billigeren Indizes sind oft weniger durchschaubar und bekannt als die Flaggschiffe von S&P oder MSCI. Wichtig wäre, dass es zu keinen Anreizproblemen kommt. Wenn Indexkonstruktion und Fondsmanagement in einer Hand sind, könnten Anleger leicht übervorteilt werden. Das wären die paar Basispunkte an Kostenersparnis definitiv nicht wert. (Lukas Sustala, 5.10.2012)
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Der Marktführer hat seine Marchtmacht halt etwas überzogen, wenn man sich die Apothekerpreise von MSCI und die etwas herbe Servicequalität anschaut. Und erfreulicherweise ist ein Nachfrager potent genug und hat einen gut vorbereiteten Schritt gesetzt. Hoffentlich bekommen auch einige der anderen Informations- und Serviceanbieter einen ähnlichen Schuss vor den Bug. Wettbewerb ist immer gut.
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