Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 645x429Erntehelfer schickt die Winzerfamilie Marinkovic-Spadic aus Dankbarkeit auf die wenigen ebenen Weinberge der Insel Brac.
Informationen:
stina-vino.hr
croatia.hr
-> Ansichtssache mit Fotos von Brac
Zwei Geräusche begleiten die Menschen auf dem Hang oberhalb der Bucht von Bol. Das ohrenbetäubende Zirpen der Zikade, die liebeshungrig nach einer Partnerin ruft - und das Klicken der Gartenscheren, die sich durch die Reben arbeiten. Langsam verschwindet das blaue Leuchten der Trauben aus dem Weinberg, Meter für Meter tauchen die krummen Rücken den Hang in das Grünbraun des Weinlaubs, des Rebholzes und des steinigen Bodens, der hier in Bol so wichtig ist für den Wein.
1300 Kilogramm Trauben erntet Familie Marinkovic-Spadic in sechs Stunden, Arbeitsbeginn ist um sieben Uhr morgens, helfende Hände sind willkommen. Mit gemeinsamer Anstrengung sind die Eimer in kürzester Zeit voll mit süßen Trauben. Dann fallen die Beeren in große Plastiksäcke und sind bereit für den Weitertransport zur Presse. Um zwölf Uhr ist Pause.
Josko Marinkovic macht ein Lagerfeuer, legt Speck und halbe Würste auf den Grill. Dazu gibt's Weißbrot, frische Paprika aus dem eigenen Garten und Krautfleisch. "Papa isst so viel wie wir alle zusammen", sagt Melanie, die Tochter, der der Schweiß im rot gefärbten Gesicht steht. Papa Josko schaut zufrieden aus, er beißt in den Speck und nimmt einen kräftigen Schluck vom Wein aus dem Vorjahr. Sein imposanter Bauch ist Bestätigung für Melanies Behauptung.
Die Lese ist jedes Jahr ein kleines Fest im Familienkreis. Allerdings sind auch Fremde, die zufällig vorbeikommen und helfen wollen, herzlich willkommen. Eine kurze Anleitung, mangels Kroatischkenntnissen pantomimisch vorgeführt, reicht völlig aus, um Hand anlegen zu können. Scheu vor Kratzern durch die knorrigen Rebstöcke oder vor Insektenbissen sollte man halt nicht haben.
Ungekünstelte Ferien
Tochter Melanie ist während der Ferien aus Zagreb gekommen und schwärmt: " Ich bin jedes Jahr dabei. Dieser Weinberg ist ein unbezahlbarer Schatz." Ohne chemische Hilfsmittel und ohne künstliche Bewässerung wachsen die Trauben hier unter der mediterranen Sonne Dalmatiens. Vor rund 60 Jahren war das noch anders. "Damals hat eine Krankheit die Weinberge befallen und fast alle Weinstöcke dahingerafft. Nur wenige überlebten das große Sterben. Aus ihren Stecklingen entstand eine neue Generation von Weinstöcken", erzählt Melanie, die Tourismusmanagement studiert.
Bruder Jeri trägt den gleichen Namen wie sein Großvater. Er managt den örtlichen Weinkeller, der im Jahr 1903 erbaut wurde. Nach aufwändigen Renovierungsarbeiten nahm er dort 2009 die erste Lieferung "Plavac Mali" (Kleiner Blauer) in Empfang. Zudem wurde eine neue Marke geboren: Ihr Name Stina - Stein - soll transportieren, was den Wein aus dieser Region so außergewöhnlich macht: Es ist die Bodenbeschaffenheit. Fast überall auf der Insel Braç findet sich weißer Kalkstein.
Große und kleine Fische
Vier Rebsorten wachsen an den steilen Hängen entlang der Küste: Plavac Mali, Posip, Vugava und Opol. In Joskos Weinbergen sind die Reben zwischen 30 und 90 Jahre alt. Großvater Jeri hat damals, als die Weinstöcke starben, ausgehalten auf der Insel. "Zur selben Zeit trat in den Gewässern vor der Insel ein Phänomen auf, das sich alle 60 Jahre wiederholt", sagt Melanie. Die Sardella, eine Heringsart, verschwand - und mit ihr die großen Speisefische.
"Die Menschen hungerten, und viele wanderten aus nach Südamerika, Kanada oder Australien. Wenige sind zurückgekommen", erzählt schließlich der Großvater, der auf einer schattigen Bank im Hof des Hauses der Familie sitzt. "Opa hat viele Geschichten zu erzählen", sagt Melanie, "aber jetzt ist er oft traurig, auch wenn er das nie zugeben würde. Die Weinberge, die er mit seinen Händen bestellt und behütet hat, sind wie seine Kinder. Doch nun ist er zu alt, um mit uns zur Lese zu gehen."
Früher, als der Großvater noch mit von der Partie war, hätte die Familie allerdings auch sein strenges Regime zu spüren bekommen. Da durfte niemand einfach an irgendeinem Ende mit der Lese beginnen, alles war einer perfekten Choreografie unterworfen. Melanie erzählt das auf Englisch und zwinkert ihrem Großvater zu, der die Sprache nicht versteht.
Vier Generationen leben heute Tür an Tür. Und Melanie ist zuversichtlich, dass sich deshalb immer irgendjemand der Weinberge annimmt. Sie wird gerade zum zweiten Mal Tante. (Mirjam Harmtodt, Album, DER STANDARD, 6.10.2012)
Urlaub in Kroatien ist bei Österreichern sehr beliebt. 1.244 Inseln locken jedes Jahr viele Touristen nach Kroatien. Wir zeigen die Insel-Highlights
Zwei Besonderheiten gibt es auf der kroatischen Insel Brac: die Steine und die Weine. In Kombination locken sie jährlich tausende Touristen an
Längst vergessene optische und kulinarische Reize, Orte mit Geschichte, Maulbeeren und manchmal ein Gläschen selbsgebrannten Schnaps
In Medjimurje, einem wenig bekannten Eck Kroatiens, zeigt sich auch der Tourismus von seiner eher unspektakulären Seite - wie erfreulich!
Ein Spaziergang durch Zagreb macht Lust darauf, die Stadt selbst zu besuchen
Ein Stadtrundgang durch Opatija gleicht einer Hommage an die Schönheiten der Gründerzeit-Architektur - eine Ansichtssache aus der Kvarner Bucht
Der berühmteste Spazierweg Istriens feiert seinen 100. Geburtstag. Die Obalno Setaliste Franza Josefa I. sichert die touristische Zukunft Opatijas
Auf Sommerfrische in Opatija: ein Stück Tourismusgeschichte an der kroatischen Küste
Mali Losinj, die größte Ansiedlung der Kvarner Inseln, als Ausgangspunkt zum Wandern, Radeln, Baden - Plus: ein Abstecher zur Sandinsel Susak
Rummel an der Küste und Ruhe beim Biobauern findet man in Istrien ganz nahe beieinander
Kroatische Vordenker wollen mit Partnern Natur, Tradition, Architektur und Tourismus umweltverträglich unter einen Hut bringen
Am Karfreitag von Podgora nach Makarska - Sieben Kilometer Luftlinie auf verschlungenen alten Pfaden auf halber Höhe zwischen den Küstenorten und dem 1.767 Meter hohen Sveti Jure
Trüffel, Malvasier und Olivenöl sind drei gute Gründe, Istrien wegen seines Hinterlandes zu besuchen, findet Luzia Schrampf
Neben Plattenbauten sind im kroatischen Split imperiale Juwelen versteckt
Was im und um das Unesco-Weltkulturerbe Split neben Prsut und Meeresfisch noch gekostet werden sollte, hat Severin Corti erkundet
Korčula sucht den Geburtsort von Marco Polo, und Reisende finden auf der Insel Neues: mit ein bisschen Glück auch Grk und Dudelsäcke
Die "kroatische Toskana" ist landschaftlich bezaubernd. Aber auch die Weine sind einen Besuch wert - wir stellen die drei besten Weinhersteller vor
Die Hafenstadt Rijeka arbeitet an ihrer Atmosphäre. Sie war schon recht fleißig
An der kroatisch-serbischen Grenze plustert sich die Donau zu einem spektakulären, besuchenswerten "Binnendelta" auf
Drei der insgesamt sieben Elaphitischen Inseln - übersetzt die Hirschinseln - können von Dubrovnik aus mit dem Boot besucht werden
Istrien weckt jederzeit nostalgische Gefühle – erst recht, wenn die Saison mit einer Anreise aus Wien im Luxuszug eröffnet wird
Entlang der Kroatischen Küste sorgen Leuchttürme dafür, dass sich Schiffe nicht verirren und Gäste ein wenig Einsamkeit erleben können
Elf Inseln - elf Möglichkeiten, um im Lichtkegel des Leuchtturms die Ruhe und Stille an der Kroatischen Adriaküste zu erleben
Mit Seebär Jere geht es in der Otac einmal um die Küste und zu
einigen der schönsten Orte in Kroatien
Wann wird es derstandard.at endlich einmal schaffen, osteuropäische Sprachen korrekt wiederzugeben? Also mit den diversen diakritischen Zeichen, die nun mal dazugehören?
Technisch gesehen gibt es seit etlichen Jahren keine vernünftige Ausrede mehr dafür. Offenbar ist es aber der Redaktion einfach wurscht.
schade das mittlerweile so viel geworben wird. vor 30 jahren wars noch ein geheimtipp. mittlerweile alles voll mit appartments und hotelanlagen. zumindest gibts neben dem touristisch stark erschlossenen bol noch paar ruhigere nachbarorte. und ja, der wein ist gut ;-)
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.