CIA und Amazon investieren in Quantencomputer

  • D-Wave ist nicht unumstritten. Bereits seit 2007 behauptet das Unternehmen, einen Quantencomputer einsatztauglich hergestellt zu haben
    screenshot: derstandard.at

    D-Wave ist nicht unumstritten. Bereits seit 2007 behauptet das Unternehmen, einen Quantencomputer einsatztauglich hergestellt zu haben

30 Millionen US-Dollar Investment für ein nicht unumstrittenes Startup

Jeff Bezos, einer der reichsten Menschen in den USA, investiert regelmäßig in Start-ups und unterstützt aufstrebende Unternehmen. Der 48-jährige Amazon-Chef hat nun wieder etwas Geld auf den Tisch gelegt und investiert mit Bezos Expeditions gemeinsam mit der CIA 30 Millionen US-Dollar in ein Unternehmen, das an Quantencomputern entwickelt.

Travelling Salesman

D-Wave Systems soll demnach Forschung und Anwendung zusammenbringen. Spezialisiert ist das Unternehmen laut GeekWire auf das Lösen von Optimierungsproblemen, wie beispielsweise das bekannte Travelling Salesman Problem, das die effektivste Route zwischen verschiedenen Verbindungspunkten sucht. Für so eine Berechnung reicht die Rechenleistung gewöhnlicher Computer nicht aus.

Großes Interesse am Produkt

Der D-Wave One soll dieses Problem lösen und für kommerzielle Anwendungen eingesetzt werden. Speziell für die Fortune 500 Unternehmen, Regierungen und Forschung könnte das Produkt interessant sein. Bereits 2007 behauptete D-Wave, dass sie einen solchen Rechner entwickelt hätten, viele Fragen blieben aber offen. Nun hat das Unternehmen einige Daten dazu veröffentlicht, Skeptiker glauben aber nicht an dessen Existenz. Sollte das Produkt tatsächlich zum Einsatz kommen, könnte es einige bislang ungelöste Probleme lösen.

Große Kluft, keine Beweise

Viele Skeptiker, darunter auch Physiker, die sich intensiv mit der Materie beschäftigen, zweifeln allerdings an D-Wave. Scott Aaronson, ein MIT-Professor, äußerte auch gegenüber Technology Review Bedenken. Die Theorie gebe es, aber ob jemand damit tatsächlich bereits Probleme lösen könnte, bezweifelt er. Zwischen der Forschung und dem Marketing gibt es laut Aaronson eine sehr große Kluft. Bewiesen hat das Unternehmen die Existenz des Rechners nämlich bis heute noch nicht. Auch würde die Anzahl der heute möglichen Qubits im Prozessor nur für winzige Datenmengen ausreichen. (red, derStandard.at, 5.10.2012)

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