CIA und Amazon investieren in Quantencomputer

5. Oktober 2012, 14:14
  • D-Wave ist nicht unumstritten. Bereits seit 2007 behauptet das Unternehmen, einen Quantencomputer einsatztauglich hergestellt zu haben
    screenshot: derstandard.at

    D-Wave ist nicht unumstritten. Bereits seit 2007 behauptet das Unternehmen, einen Quantencomputer einsatztauglich hergestellt zu haben

30 Millionen US-Dollar Investment für ein nicht unumstrittenes Startup

Jeff Bezos, einer der reichsten Menschen in den USA, investiert regelmäßig in Start-ups und unterstützt aufstrebende Unternehmen. Der 48-jährige Amazon-Chef hat nun wieder etwas Geld auf den Tisch gelegt und investiert mit Bezos Expeditions gemeinsam mit der CIA 30 Millionen US-Dollar in ein Unternehmen, das an Quantencomputern entwickelt.

Travelling Salesman

D-Wave Systems soll demnach Forschung und Anwendung zusammenbringen. Spezialisiert ist das Unternehmen laut GeekWire auf das Lösen von Optimierungsproblemen, wie beispielsweise das bekannte Travelling Salesman Problem, das die effektivste Route zwischen verschiedenen Verbindungspunkten sucht. Für so eine Berechnung reicht die Rechenleistung gewöhnlicher Computer nicht aus.

Großes Interesse am Produkt

Der D-Wave One soll dieses Problem lösen und für kommerzielle Anwendungen eingesetzt werden. Speziell für die Fortune 500 Unternehmen, Regierungen und Forschung könnte das Produkt interessant sein. Bereits 2007 behauptete D-Wave, dass sie einen solchen Rechner entwickelt hätten, viele Fragen blieben aber offen. Nun hat das Unternehmen einige Daten dazu veröffentlicht, Skeptiker glauben aber nicht an dessen Existenz. Sollte das Produkt tatsächlich zum Einsatz kommen, könnte es einige bislang ungelöste Probleme lösen.

Große Kluft, keine Beweise

Viele Skeptiker, darunter auch Physiker, die sich intensiv mit der Materie beschäftigen, zweifeln allerdings an D-Wave. Scott Aaronson, ein MIT-Professor, äußerte auch gegenüber Technology Review Bedenken. Die Theorie gebe es, aber ob jemand damit tatsächlich bereits Probleme lösen könnte, bezweifelt er. Zwischen der Forschung und dem Marketing gibt es laut Aaronson eine sehr große Kluft. Bewiesen hat das Unternehmen die Existenz des Rechners nämlich bis heute noch nicht. Auch würde die Anzahl der heute möglichen Qubits im Prozessor nur für winzige Datenmengen ausreichen. (red, derStandard.at, 5.10.2012)

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22 Postings

Und betrieben wird der D-Wave Quantencomputer wahrscheinlich mit UniOS : http://www.golem.de/1108/85776.html ;-) *gg*

Am Ende

wird es nur eingesetzt, um uns zu belauschen indem Verschlüsselungen geknackt werden.

nö, damit ihnen Bezos mehr von der amazon-auswahl unterjubeln kann u rot ich möcht elend ;)

"Für so eine Berechnung reicht die Rechenleistung gewöhnlicher Computer nicht aus" ist eigentlich eine Falschaussage.

Es geht hier um Komplexitätstheorie, speziell um NP-Probleme (also nicht in polynomieller Zeit lösbarer Probleme). Das heißt nicht dass kleine Instanzen dieser Probleme nicht mit herkömmlichen Computern lösbar sind, sondern dass die Komplexität überproportional (eben nichtpolynonmial, sondern exponentiell etwa) steigt mit der Größe der Probleminstanz. Sprich, heutige Computerarchitekturen skalieren bei der Lösung dieser Probleme nicht gut, die Rechenzeit steigt schnell in Bereiche von Millionen Jahren bei wachsender Instanzgröße.

Das lustige am Post ist, die Leute die verstehen worüber sie reden, verstehen auch das Grundproblem :D

blablabla cooler operations research ausdruck blablabla :-) nix für ungut :-)

Ich würd ja gern sagen dass es nix mit Operations Research zu tun hat, aber das würde nicht stimmen.

Trotzdem muß ich Sie insofern korrigieren als das was ich geschrieben habe eher wie gesagt im Bereich der Algorithmen- und Komplexitätstheorie ist.

Ich verstehe nur Bahnhof. ;)

Sollen die Theoretiker sich damit beschäftigen :D
Für die meisten reicht es zu wissen dass es für manche
aufgaben keine effizitente algorithmen gibt.

NP oder P ist doch eh alles gleich.

NP oder P ist doch eh alles gleich.

Na wenn das der Egly zu lesen bekommt… ;)

Ich versuchs:

Travelling Salesman Problem: Die Aufgabe besteht darin, eine Reihenfolge für den Besuch mehrerer Orte so zu wählen, dass die gesamte Reisestrecke des Handlungsreisenden nach der Rückkehr zum Ausgangsort möglichst kurz ist.

Was LeDoc jetzt zu erklären versuchte: Dies ist ein Beispiel für ein Problem, wo die benötigte Rechenzeit nicht linear ansteigt (zb: doppelt so viele Orte => doppelt so lange Berechnungszeit) sondern stärker (zb: doppelt so viele Orte => viermal so lange Berechnungszeit). Blöd gsagt: Kommen mehr Orte dazu, dauert es nicht nur einfach länger, sondern MEHR länger.

Solche Aufgaben sind für heutige Computer nicht unlösbar, aber problematisch - da könnten sich Quantencomputer vielleicht leichter tun.

schließ mich dem ivan an, sie haben das eig. schön erklärt, aber ein unglückliches beispiel gewählt, weil f(2x)=4f(x) ja auch f(x)=x^2 sein kann, und das wäre polynomiell (weil quadratisch).

Nicht ganz. Polynomiell heißt, dass die Rechenzeit mit der Problemgröße x in irgendeiner x^n Beziehung steht, quadratisch (n=2, doppelte Orte->vierfache Zeit) ist da fast das gleiche wie linear. Nicht-polynomiell heißt, dass die Rechenzeit stärker als jedes x^n ansteigt, egal wie groß n ist. Das ist typischerweise eine n^x Beziehung, d.h. die Problemgröße x steht im Exponenten und daher wächst das ganze sehr, sehr schnell.

Hab aber auch nicht IT studiert und übernehme daher keine Haftung :-)

...Mehr länger... gefällt mir :D

Hey, ich hab nie studiert, ich darf so nen Blödsinn verzapfen! :P

ich auch nicht, ich darf blödsinn goutieren!

"...Lösen von Optimierungsproblemen, wie beispielsweise das bekannte Travelling Salesman Problem, das die effektivste Route zwischen verschiedenen Verbindungspunkten sucht."

Google Maps.

Damit ist nicht die kürzeste Route zwischen zwei Punkten gedacht, dafür gibt es Algorithmen wie den A*-Algorithmus.

Gemeint ist damit, eine Route zu finden die eine Menge an Orten abklappert, die aber insgesamt am kürzesten ist. z.B. wenn ein herumfahrender Handelsvertreter (daher der Name Traveling Salesman) alle Gemeinden in Niederösterreich abklappern soll, und die optimalste (kürzeste) Route finden möchte die alle diese Gemeinden verbindet.

Travelling Salesman

Bestimmt näher an der Lösung als das iOS6 Karten-App. ;)

ist mir voll egal mein netbook hat einen ATOM-proz ... hab mir etxra Lüfter gekauft damit ja nix zu heiß wird

Die Theorie gebe es

Ja wenn ich sie bloß hätte, würde ich sie geben.

30 Millionen US-Dollar Investment für ein nicht umunstrittenes Startup

umunumunumun

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