Metaller unterbrechen KV-Verhandlungen

5. Oktober 2012, 15:20
  • Für 120.000 Beschäftigte in der Maschinen- und 
Metallwarenindustrie gilt der Kollektivvertrag, der heute weiterverhandelt wird.
    foto: apa/peter steffen

    Für 120.000 Beschäftigte in der Maschinen- und Metallwarenindustrie gilt der Kollektivvertrag, der heute weiterverhandelt wird.

Am 10. Oktober halten die Gewerkschaften eine Betriebsrätekonferenz ab, bis dahin soll es Versammlungen geben

Wien - Die Kollektivvertragsverhandlungen für die Maschinen- und Metallwarenindustrie sind am Freitag in der dritten Runde ergebnislos unterbrochen worden, Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind noch meilenweit voneinander entfernt.

Die Gewerkschaften verlangen weiterhin 5 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber sind zu maximal 2,8 Prozent bereit - und das auch nur wenn es noch Zugeständnisse bei der Arbeitszeit gibt. Ohne dieses Entgegenkommen gäbe es maximal 2,26 Prozent mehr Lohn, so Christian Knill, Obmann des Fachverbandes der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI), nach der Verhandlungsunterbrechung.

Zu Beginn der Kollektivertragsverhandlungen waren beide Seiten von einer Jahresinflationsrate von 2,8 Prozent als Basis der Verhandlungen ausgegangen. Wenn die Arbeitnehmer das Angebot der Arbeitgeber annehmen bedeutet dies bei 2,26 Prozent einen Reallohnverlust, bei 2,8 Prozent ein stagnierendes Einkommen für jüngere Arbeitnehmer bei längeren Arbeitszeiten und einen Lohnverlust bei kürzerer Arbeit für ältere Beschäftigte. Denn laut Gewerkschaftsseite - Knill wollte dies nicht kommentieren - sollen nach den Industriewünschen Jüngere künftig 42 Wochenstunden arbeiten, ältere nur 35 Stunden.

Eintrübende Konjunktur

Knill begründet das Angebot mit der sich zusehends eintrübenden Konjunktur und der rückläufigen Produktion bei gleichzeitig steigenden Lohnstückkosten. Die Forderung nach einer fünfprozentigen Lohnerhöhung nannte er "absolut unrealistisch". Ginge es nach der von der Gewerkschaft praktizierten "Benya-Formel" zur Berechnung des Lohnanstieges dann käme ein Lohnplus von 2,26 Prozent heraus.

Der nächste Verhandlungstermin ist der 18. Oktober, am 10. Oktober findet eine Betriebsrätekonferenz in Amstetten (NÖ) statt, wo die weitere Vorgangsweise der Arbeitnehmer festgelegt wird. Bis zum 18. Oktober wird es Betriebsversammlungen geben, das Wort Streik wollten die beiden Chefverhandler Rainer Wimmer (pro-Ge) und Karl Proyer (GPA) nicht in den Mund nehmen.

Im Vorjahr waren vier Verhandlungsrunden notwendig, im Durchschnitt gab es dann 4,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt. (APA, 5.10.2012)

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19 Postings
Interessant

Alljährlich zu Beginn der Lohnverhandlungn trübt sich die Konjunktur ein und danach gibt es trotzdem wieder enorme Gewinnsteigerungen. Komisch. Naja, wahrscheinlich ist das halt nur ein dummer Zufall.

Jedes Jahr das gleiche Spielchen:
Beide Vertragspartner bekräftigen zuerst aus verhandlungstaktischen Gründen ihre Maximalforderung, um sich dann in langwierigen Verhandlungen mit Ach und Krach irgendwo in der Mitte zu treffen.

Sowohl die 2,25 Prozent der Arbeitgeber, als auch die 5 Prozent der Arbeitnehmer sind indiskutabel.
Wie wäre es, wenn man sich in der Mitte, bei 3,6 Prozent Lohnerhöhung trifft? Bei 2,8 Prozent Inflation wäre das ein gangbarer Weg. Niedrige Einkommen könnte man noch etwas stärker anheben.

Unter diesen Umständen:

Unbefristeter Streik, SOFORT!!!

Wo Nichts ist, kann man nicht auch Nichts teilen

Nachdem ich aber den Gewinn der Firma, in der ich arbeite, aus 2011 und die Gewinnerwartung 2012 kenne, bin ich vollkommen bei der Gewerkschaft. 5% sind locker drin. Mehr für die Arbeitnehmer, weniger für die Aktionäre, darum gehts.

weniger steigerung für die manager, mehr für die leistungsersteller!

passt. weiter so!

Bemerkenswert...

Ich bin Einzelunternehmer (Grafiker) und bekomme für meine Arbeit (zT seit 2004) seit Jahren den gleichen Stundensatz, immer wieder muss ich auch im Vergleich zum Vorjahr günstiger werden ("Sparzwänge"). Und jedes Jahr beobachte ich erstaunt, wie "die Metaller", Pensionisten, Beamte trotz Krise um ein paar Prozent mehr Lohn/Pension erhalten. Da kommt man ins Grübeln, wobei ich es natürlich jedem vergönne... Offensichtlich mache ich aus Angst um die Aufträge einiges falsch.

aber ein "einzelunternehmer" ist in derselben schwachen position wie in den vergangenen jahrhunderten der tagelöhner:

er muss nehmen was er kriegt, um welchen preis auch immer.stark ist man in der wirtschaft nur wenn man sich organisiert, alleine ist man praktisch ausgeliefert
eine firma ist im wirtschaftsumfeld genauso eine art von organisation wie eine gewerkschaft.

all diese organisationsformen sind entstanden um bessere chancen und möglichkeiten im wirtschaftsumfeld wahrzunehmen. das schwächste glied in der kette ist der allein arbeitende "selbstständige", etwas das mmn nur dann aufgeht wenn potential für rasche wachstumsoptionen vorhanden ist und das unternehmen zu größerer organisationsform weiterentwickelt wird oder eine sichere (am besten monopol) nische vorhanden ist.

bitte nicht persönlich nehmen! ist nur meine meinung und soll nicht beleidigen

offensichtlich ...

Ich bin auch selbstständig und ich kann Ihnen nur beistimmen: offensichtlich machen Sie etwas falsch!

Die Konjunktur wird nicht durch die Gewinne der (großen) Unternehmen, sondern durch die Einkommen der Masse angetrieben ....

Nein, Sie machen nichts falsch. Aber in der echten Privatwirtschaft muss man sich an der Realität orientieren, nicht an Wunschvorstellungen.

Sie sollten es wie viele andere machen und ihr Gewerbe in einem selbständigenfreundlichen Land innerhalb der EU anmelden.

Dann können Sie wenigstens bei den Unternehmensabgaben sparen.

Auf jeden Fall sollten Sie mal einen Blick zu den SVA Zwangsversicherten im Pensionistenheim machen, wenn Sie echte Armut und Ausweglosigkeit sehen wollen.

Ich glaube Sie sehen das Wesentliche nicht:

- Die Metallindustrie wird den Preis für ihre Produkte heuer wieder entsprechend der Inflation anpassen. Egal, was die Gewerkschaft ausverhandelt.

- Der Handel wird das ebenfalls tun. Ganz ohne Beamte oder Metaller wird ihr Semmerl demnächst wieder mehr kosten.

- Sogar der kleine Baumeister wird die gestiegenen Ziegelpreise dem Häuselbauer weiterverrechnen und auch seinen eigenen Stundensatz anpassen.

Aber: Sie tun das offensichtlich nicht! Die Frage ist eher, warum Sie das nicht können, was der Großteil der Privatwirtschaft tut?

Die Beamten, Pensionisten und Angestellten hecheln doch nur der Realität nach. Verhandlungsbasis ist schließlich immer nur die Geldentwertung des Vorjahres.

was für eine spiTzzzzzenidee das doch war, das alle getrennt verhandeln....

da dürfen wir uns...

herzlich bei den Arbeitgebern bedanken. Die leben eindeutig nach dem Motto "Geiz ist geil". Die Arbeitnehmer dürfen sich ausbeuten lassen, und würden nicht mal die Inflation bekommen??? Da fehlen einem die Worte

Frage mich immer wieder waum immer ein Bild mit einem Typen beim Abgiessen drauf ist. Warum nicht mal ein Typ an der Fräse?

oder die Sekretärin hinterm Computer.

der typ ist beim abstich. der schauplatz ist der hochofen. wenn das bild aus einer gießerei stammen sollte hätte der mitarbeiter ein großes problem;-)
hochofen:http://www.railroad24.de/forum_anh... 080841.jpg
gießerei(stranggießanlage): http://www.salzgitter-flachstahl.de/MDB/News/... ge_3_3.jpg

Die arbeiten doch alle am Hochofen! Alles Schwerstarbeiter! Büros gibt es da nicht.

muss man Schwerstarbeiter sein um

die Inflationsrate abgegolten zu bekommen?

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