Internationale Aktion gegen gefälschte Arzneimittel

5. Oktober 2012, 08:36
  • In erster Linie werden gefälschte Potenzmittel angeboten.
    foto: apa/ronald zak

    In erster Linie werden gefälschte Potenzmittel angeboten.

17 Postsendungen enthielten 792 gefälschte Pillen - Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitsweisen warnt Konsumenten vor dem Kauf aus dubiosen Internetquellen

Wien - Der Zoll, die AGES-Medizinmarktaufsicht und das Bundeskriminalamt haben sich in den vergangenen Tagen an einer internationalen Aktion im Kampf gegen den Verkauf illegaler beziehungsweise gefälschter Medikamente im Internet beteiligt. Laut einer Aussendung von Finanz-, Innen- und Gesundheitsministerium am Donnerstag wurden bei verstärkten Kontrollen in Österreich im Postverteilerzentrum Wien-Inzersdorf 27 Sendungen mit solchen Präparaten entdeckt: vor allem angebliche Potenzmittel.

Die Aktion hieß "Pangea V". 100 Staaten beteiligten sich mit intensivierten Kontrollen durch die Behörden. "Da die meisten Käufe illegaler Medikamente über das Internet erfolgen, gelangen sie via Postsendung nach Österreich. Die österreichischen Zollbehörden konzentrierten sich bei ihren Kontrollen auf die Zollstelle des Postverteilerzentrums Wien-Inzersdorf. In diesem Verteilzentrum langen jede Woche ca. 20.000 Briefe und Pakete aus Nicht-EU-Staaten ein, die von Bediensteten des Zollamtes Wien in Bezug auf zollpflichtige und verbotene Waren kontrolliert werden", hieß es in der Aussendung.

Die "Ausbeute" bei den Kontrollen nach bestimmten Kriterien, die auf erhöhtes Risiko für solche Zusendungen deuten: Vom Zoll wurden etwa 3.900 Briefe und Pakete kontrolliert. Dabei wurden vom Zollamt Wien 27 Sendungen mit 984 illegalen Medikamenten aufgegriffen. 17 dieser Sendungen enthielten 792 gefälschte Pillen, hauptsächlich Potenzmittel. Alle diese Medikamente wurden beschlagnahmt.

Strafrechtliche Konsequenzen

Mit dem Arzneiwareneinfuhrgesetz 2010 wurden die Bestimmungen bezüglich der Ein- und Ausfuhr verschärft. Wer mit rezeptpflichtigen, nicht in Österreich zugelassenen und gefälschten Medikamenten über das Internet handelt, dem droht eine Verwaltungsstrafe bis zu 3.600 Euro - im Wiederholungsfall gar bis zu 7.260 Euro. Hinzu kommen mögliche strafrechtliche Konsequenzen. Auch die Konsumenten werden zur Kasse gebeten: Wenn der Zoll eine Lieferung erwischt, muss der Besteller die Kosten für die Vernichtung der Ware tragen. Die Verbote umfassen nicht die Zusendung von rezeptfreien Medikamenten durch Apotheken aus dem EU-Raum.

Das Problem von Arzneimitteln aus dubiosen Quellen ist vor allem, dass es dann überhaupt keine Kontrolle gibt, was in Tabletten etc. enthalten ist. Es können "Pillen" ohne Wirkstoff, mit falscher Dosierung oder anderen - bis hin zu giftigen - Substanzen sein.

"Die Österreicher sind es gewohnt, qualitativ hochwertige Medikamente zu bekommen. Umso wichtiger ist es, Medikamente über gesicherte Vertriebswege zu kaufen. Beim Kauf von dubiosen Internetanbietern weiß man nie, welche Qualität die Arznei hat und ob sie überhaupt wirkt. Schlimmstenfalls kann die Einnahme gefälschter Arzneimittel auch zum Tod führen", so Gesundheitsminister Alois Stöger.

Strenge Anforderungen

In einer Novelle zum Arzneimittelgesetz sollen jetzt einerseits die Strafbestimmungen für Arzneimittelfälscher verstärkt werden, andererseits soll der legale Internetkauf für die Bevölkerung sicherer gemacht. So soll es in Österreich künftig nur Apotheken erlaubt sein, Arzneimittel online zu versenden, wenn diese die dafür vorgesehenen strengen Anforderungen erfüllen.

Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) hat in diesem Jahr verstärkt Internet-Websites dubioser Anbieter überwacht. "Es gelang uns, Arzneimittelfälschungen im Wert von 33.000 Euro sicherzustellen. In erster Linie wurden Potenzmittel angeboten. Die Betreiber dieser illegalen Verkaufsseiten verwendeten eine österreichische Apotheke als fiktiven Absender, um derart den Käufer in vermeintliche Sicherheit zu wiegen", so Marcus Müllner, Leiter des BASG. Rund 1.000 Packungen Cialis und Viagra wurden vom BASG beschlagnahmt. Müllner: "Das BASG warnt Konsumenten dringend vor dem Kauf von Arzneimitteln aus dubiosen Internetquellen." (APA, 5.10.2012)

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Der Staat könnte viele Probleme verhindern, wenn Viagra & Co. (und auch ein paar andere Medikamente) rezeptfrei verkauft würden.

Das ganze ist kontraproduktiv. Beim durchschnittlichen Bürger kommt das so an, als das alle Apotheken im Internet gefälschte Arzneimittel anbieten - und Generika will er dann schon überhaupt nicht, weil seine Voltaren kennt er. In Ö müssen endlich Apothekenketten zugelassen werden und nicht nur übers Eck, dass eine Familie 5 Apotheken betreibt (Mutter, Vater und 3 Kinder) und in Wirklichkeit hat sich der Vater eine Mini-Kette aufgebaut- gibt die Preisvorteile aber nicht weiter. Ansonsten kann ich nur jeden in größeren Betrieben raten, Apothenen über den Betriebsrat ansprechen - wir haben das auch, wir bekommen in vielen Apotheken in Wien 15 % Rabatt (außer Rezeptgebühr natürlich) und das oftmals mit Zustellung direkt ins Büro.

So wird das Volk …

… mit Angst- und Panikpropaganda für die weitere Abzocke durch "patent holders" gefügig gemacht.

Billige Medikamente!

Anders als in Europa, dürfen in USA Groß-Apotheken (Compounding Pharmacies) Arzneimittel in gro0en Umfang (ohne strikte Behördenkontrolle) herstellen .

Das Ergebnis: Von Fa. NECC ca. 17000 Ampullen Cortison NECC zur Infiltration gegen Rückenschmerzen hergestellt - hygienisch mit Pilzen verunreinigt.

70 Patienten an Gehirnhautentzündung erkrankt, 7 bereits verstorben, mit einer vielzahl weiteren Erkrankungen ist zu rechnen.

Das dürfen die Apotheken in Europa auch (Defekturen z.B.) und im Fall von Cortison auch ohne behördliche Kontrolle (zumindest in Deutschland).

Ich denke dem Artikel wäre sehr gehölfen, wenn es konkrete Zahlen zu der Gefährlichkeit der Präparate gäbe.

Also liebe APA.

Wie viele der beschlagnahmten Medikamente waren gefährlich?

Wie viele enthielten genau das, was sie enthalten sollten?

Wie viele Menschen sind in den letzten 5 Lahren an gefälschten Potenzmitteln gestorben?

Ich bin auch nicht der Meinung, dass man Medikamente übers Internet bestellen sollte, aber wenn man in einem Artikel mehrfach über Todesopfer schreibt die aufgrund solcher Präparate gestorben sind, dann möchte ich das bitte ganz genau wissen.

Nachdem der Wirkstoff heute in Thailand oder China kaum mehr kostet als irgendein Ersatzstoff, wären die Produzenten ja blö*, wenns nicht gut wirksame Präparate erzeugen würden. Damit sichert man sich auch eine große Stammkundenbasis.

Ein Lobbyist,

der sich mehrmals freudsch verspricht, stellt eine Unbedenklichkeitserklärung aus, sollte viel über den Wahrheitsgehalt der Angstmacherei aussagen:

http://www.youtube.com/watch?v=laPPQ-98FNU

Mafia

In einer Suchtgiftküche in Bangladesh unter Verwendung von Arzneimittel-Abfällen aus China zusammengebraut.

Von Wirkungslos bis tödlich in allen Zwischenstufen, analog dem tschechischen Fusel-Schnaps. Nur, wenn jemand durch ein gefälschtes Viagara umfällt, kommt niemand drauf.

Die Rauschgift-Mafia ist schon auf Viagara umgestiegen, weil man noch mehr Geld verdienen kann! Mit der Dummheit anderer Leute!

schreiben Sie immer Beiträge, bei denen so offensichtlich wie bei diesem hier ist, dass Sie keine Ahnung vom Thema haben, zu dem Sie sich äußern?

Glaube ?

Wenn Sie glauben, dass die Viagara-Fälscherbuden nach dem "Good Manufacturing Practice - GMP" Standards der WHO, FDA. EMA usw. für Arzneimittel arbeiten, ist ihnen nicht zu Helfen.

Ist weit entfernt von dem Propaganda-Erstpost von Ihnen, nicht wahr?

Tadalafil ist heute so billig geworden, da würde keiner auf die Idee kommen, nicht den echten Wirkstoff zu verwenden.
Du kannst dir den übrigens aus China auch schicken lassen, kleinste Menge wären 250 g. Inwieweit das strafbar wäre? Zumindest wirds dem Zoll nicht auffallen.

Der illegale Vertrieb von Arzneimitteln wird bald wie das Dealen mit Suchtgift geahndet! - steht oben im Artikel

Unsinn. Das Inverkehrbringen ist jetzt schon durch eine EU-Richtlinie untersagt, die gilt aber nicht in China ;)

Bei Suchtgift ist genau das Gegenteil zu beobachten: die Gesetze werden immer mehr aufgeweicht. Gegen die große Mehrheit der Bevölkerung kann eben selbst die Pharmalobby nicht an! xD

Und das interessiert wen?

Reine Panikmache!

Die meisten Viagra-Generica komen von namhaften Pharmafirmen aus Indien wie Cipla oder Dr. Reddys.

Da geht überhaupt keine Gefahr davon aus.

“Gefälscht oder illegal“ hört sich schlimm an.Bedeutet aber erst einmal nur, dass ein paar Firmen kein Geld bekommen haben.

Und ein paar Patienten kein Insulin sondern Rattengift. Aber was macht das schon, Hauptsache Pfizer gehen Einnahmen verloren...

Zumindest bekommt man von Rattengift keine Meningitis ;)

"Hauptsache Pfizer gehen Einnahmen verloren..." ist eine komplette Verdrehung meines Postings. Das habe ich weder gesagt, noch gemeint.

Und dass hier irgendein Medikament Rattengift enthielt ist eben auch nur eine komplett unbelegte Vermutung ihrerseits, und genau das kritisiere ich auch an dem Artikel, der solche Zustände suggestiert.

Selber schuld

Viele Medikamente wie Potenzmittel, Diätmittel, Mittel gegen Haarausfall, etc. werden von den Menschen nicht nur zum Spaß benötigt. Viele leiden unter einem Makel der damit beseitigt werden soll und somit der seelischen Gesundheit beiträgt. All diese Mittel sind allerdings extrem teuer, weil der Konsument ja kauft, viel zu teuer. Wem wundert es, wenn diese Mittel immer mehr gefälscht werden.

Und wenn man dieses Zeug täuschend echt hin bekommt, na dann kommen auch noch die Medikamente dran, die sich gut verkaufen. Hier wird es dann mega heftig, wenn Medikamente gegen gefährliche Krankheiten nicht mehr helfen oder gar schaden.

Eventuell liegt es ja am System, dass es sich so toll lohnt das Risiko einzugehen!

Bei den maßlos überteuerten Apothekerpreisen ist es kein Wunder, wenn die Leute versuchen, es billiger zu bekommen!

Es gibt Männer, die wegen einer Krebserkrankung an Potenzstörungen leiden - die Kasse zahlt Viagra und Co. nicht und in der Apotheke sind sie horrend teuer.
Sie für ihre Krankheit dann auch noch zu bestrafen, weil sie sich die legalen Pillen nicht leisten können, ist schon sehr frech!
Es sollte Gesetze geben, die kranken Menschen helfen und sie nicht bestrafen!

Und wir dürfen dafür zahlen,

dass die Leute auf Grund der illegalen Arzneimittel gesundheitliche Schäden haben.

Der überwiegendste Teil der illegalen Potenzpillen wird nicht von krebskranken Männern gekauft, sondern von Männern, die echte oder eingebildete Potenzprobleme haben und zu feig sind zum Arzt zu gehen. Man braucht sich nicht potenzschwach zu fühlen, wenn man als 50 jähriger keine 5 Nummern pro Nach schiebt.

Richtig!

Von Straßenschmutz bis Strychnin ist in illegalen Arzneien so gut wie Alles zu finden. Hergestellt von Leuten ohne jeglicher Ausbildung und Gewissen unter kathastrophalen Umständen.
Billiger sind sie meist auch nicht, dafür ohne Rezept und ohne ärztlicher Abklärung zu erhalten.

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