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Als alles vorbei war, trat Besir Atalay, einer der türkischen Vizepremiers, vor die Presse und eröffnete seinen Zuhörern, dass sich Syrien für den Granateneinschlag entschuldigte, der diese Woche eine Mutter und ihre vier Kinder in dem Grenzort Akçakale getötet hatte. Die syrische Regierung habe versprochen, dass sich dies nicht mehr wiederhole, gab Atalay bekannt. Doch da hatte das Parlament in Ankara am Donnerstagnachmittag schon grünes Licht für einen auf ein Jahr befristeten Militäreinsatz der türkischen Armee in Syrien gegeben.
Die Türkei zieht damit Konsequenzen aus den ständigen Grenzverletzungen gezogen. Doch mit der Parlamentsautorisierung ist auch das Risiko eines internationalen Krieges in Syrien aufgetaucht, auch weil die ganze Nato über die Beistandspflicht in den Konflikt hineingezogen werden könnte (siehe Wissen).
Nicht umsonst waren die Solidaritätsbezeugungen der Nato-Staaten gegenüber Ankara mit Aufrufen gekoppelt, besonnen zu reagieren und die Lage nicht eskalieren zu lassen. Die USA bezeichneten die Antwort der Türkei als "angemessen". Die Nato-Botschafter in Brüssel waren noch am Mittwochabend auf Antrag der Türkei zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen und hatten Syrien aufgefordert, den "abscheulichen Bruch internationalen Rechts" zu beenden. Die Türkei wandte sich auch an den Sicherheitsrat, wo jedoch Russland aus dem Textentwurf einer Erklärung den internationalen Rechtsbruch herausreklamierte.
Bis am Donnerstag in der Früh setzte die Türkei ihre Vergeltungsschläge gegen den Granatenangriff fort. Artilleriegeschoße schlugen auf der syrischen Seite nahe der Grenzstadt Tel Abjad ein. Laut syrischer Opposition wurden dabei mehrere Soldaten getötet. Die Regierung in Syrien betonte am Donnerstag, der Angriff von Mittwoch werde untersucht, und Damaskus respektiere die Souveränität der Nachbarstaaten.
Kriegsängsten versuchte Ibrahim Kalin, ein Berater des türkischen Premiers Tayyip Erdogan, entgegenzuwirken, indem er versicherte: "Die Türkei hat kein Interesse an einem Krieg mit Syrien. Aber die Türkei ist fähig, ihre Grenzen zu verteidigen - und wird zurückschlagen, wenn nötig."
Noch bevor die Parlamentsdebatte in Ankara wirklich begann, stand fest, dass Premier Erdogan eine Zweidrittelmehrheit sicher hatte. Der Chef der nationalistischen Partei MHP hatte seine Zustimmung zum Militäreinsatz erklärt und seine Abgeordneten hinter den Beschluss gebracht.
Doch ein Schlagabtausch zwischen Regierungspartei AKP und der größten Oppositionspartei CHP zeigte, dass die türkische Politik auch nach dem Granatenangriff in dieser Frage sehr wohl tief gespalten bleibt: "Machen Sie Ihre Position klar! Sind Sie für Assad oder für die Türkei?", herrschte Nurettin Canikli, Vizefraktionschef der AKP, sein Gegenüber von der CHP, Muharrem Ince, an. Der war aufgebracht, weil das Parlament auf Antrag der Regierungspartei den Militäreinsatz hinter verschlossenen Türen durchwinken sollte. "Sie können mit diesem Stück Papier einen Weltkrieg starten!", rief Ince aus, dem die Formulierung für den Armeeeinsatz in Syrien zu unbestimmt war. (Markus Bernath, Julia Raabe, DER STANDARD, 5.10.2012)
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Hier ist ein Gedicht zum Thema, das vom letzten Antikriegstag stammt:
Dem Frieden, aber nicht dem Krieg
Ist Friede noch, ist nicht schon Krieg?
Unfriede herrscht, sind der Konflikte viel,
der Kämpfer immer hoffet auf den Sieg,
doch immer ferner rückt das Ziel.
Eine Lawine, die den Berg stürzet hinab,
so ist der Krieg, wenn ihn nichts hindern kann,
er walzt den Frieden in sein blutig Grab,
dies dulden darf kein Friedensmann.
Und dulden darf es auch kein Weib,
die Mutter sieht den Sohn fortzieh'n
in ferne Schlachten, den ihr Leib
einst gab der Welt, sieht ihn verblühn,
ein Kreuz nur bleibt—darf das geschehn?
Ein Aufschrei muß durch durch die Lande gehn,
Schluß mit dem Krieg, dem Drohen mit Gewalt,
dem Massenmorden bietet endlich
AKP (326)
CHP (135)
MHP (52)
BDP (29)
http://de.wikipedia.org/wiki/Groß... mensetzung
heutige abstimmung:
320 gruen
129 rot
heftige wortgefechte zwischen chp und akp rednern:
chp:cwir wollen keine entscheidung hinter verschlossenen tueren und wir wollen keinen krieg gegen syrien.
akp: sind sie fuer assad oder fuer die tuerkei?
chp: was soll das? assad kann zur hoelle gehen, natuerlich sind wir fuer die tuerkei. gegenfrage: seid ihr fuer obama oder die tuerkei? wir wollen nicht ein subunternehmer der usa sein. ein krieg hier, kann einen weltkrieg ausloesen!
Tja, Erdogan träumt vom saudi-türkischen Grossreich.
Da die AKP mit Abstand stärkste Fraktion ist wird auch der Angriffskrieg durchgehen.
Bei den nächsten Wahlen bin ich dann aber gespannt ob die türkische Bevölkerung wirklich so geschlossen hinter dem Krieg der AKP stehen wird. Fällt dann noch dazu die Wirtschaft um, ist die AKP Geschichte.
Inzwischen hat sich die Lage ja auch schon wieder "beruhigt". Die Türkei wie diese auch selber schon betonte ist ja an keinen Angriffskrieg interessiert.
"Die Provokationen Syiens die in der Vergangenheit stattfanden".
Ein Staat wie die Türkei (NATO-Mitglied) sucht sich aber aus ob bzw. wann sie auf die Provokationen reagiert. In der Vergangeheit war se (bzw. die NATO!) nicht genügend vorbereitet da reagierte sie nicht.
Jetzt kann sie es sich leisten da reagiert sie laut Drehbuch und mit der NATO ist das abgesprochen: Die Geschichte hat in ihrem Buch schon verzeichnet, wer den ersten Schuss abgefeuert hat.
Kommt halt drauf an ob in Zukunft die Diktatur in Syrien wieder militärisch provoziert. Erdogan hatte ja schon nach dem Abschuß des türkischen Flugzeuges im internationalen Luftraum gesagt, in Zukunft werde sich die Türkei nicht so zurückhalten und auf Verletzung der territorialen Integrität und Souveränität angemessen reagieren.
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