Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Onkel Dagobert war nicht immer so.
Kaum jemand verkörpert Besitzstreben, Reichtum und die Macht der Finanzwelt eindeutiger als die reichste Ente der Welt - Dagobert Duck. Der Comicforscher Bernd Dolle-Weinkauff der Goethe-Universität Frankfurt am Main, beleuchtet in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Forschung Frankfurt" der Geschichte von der cholerischen Ente nach und zeigt auf, welche Entwicklung er auf dem Weg zu seiner heutigen Persönlichkeit durchlief.
1944 schuf Carl Barks das legendäre Entenhausen (im amerikanischen Original »Duckburgh«) und als einen der profiliertesten Bewohner jenen Scrooge McDuck, der von der langjährigen deutschen Übersetzerin Erika Fuchs im seit 1951 erscheinenden Micky-Maus-Heft in Dagobert Duck umgetauft wurde. "In der Namensgebung des amerikanischen Originals, den Barks als misanthropen alten Enterich in grünem Hausgewand mit breitem Schottenkaro-Kragen zeichnete, verweist er absichtsvoll auf den notorischen Geizhals Ebenezer Scrooge in Charles Dickens' Erzählung 'A Christmas Carol' von 1843“, erläutert der Frankfurter Literaturwissenschaftler.
Doch bis Dagobert Duck zu einer "stehenden Figur“ wurde, wie sie in Comics mit ihren stets gleichen Stärken und Schwächen üblich sind, vergingen einige Jahre. In seinem zweiten Auftritt 1948 ist er noch weit entfernt von dem Nimbus des skrupellosen Monopolkapitalisten: In der Geschichte "Das Gespenst von Duckenburgh" will Dagobert weder ins Bild vom skrupellosen Kapitalisten noch vom heimtückischen Griesgram passen. Denn hier gibt Dagobert den netten Opa, der seine Neffen sehr höflich darum bittet, ihm bei der Sicherung seines legitimen Erbes in der schottischen Heimat behilflich zu sein. "Dieser jähe Umschlag der Charakterzüge zwischen zwei aufeinanderfolgenden Geschichten vom nörglerischen Menschenfeind zum treuherzigen Großvater zeigt an, dass die Figur Dagoberts noch sehr unfertig war", so Dolle-Weinkauff.
In den 15 Auftritten, die bis zu einer 1953 etablierten eigenen Heftreihe zu verzeichnen sind, setzt sich jedoch der Choleriker immer stärker gegen den Besonnenen, der Despot gegen den freundlichen Alten durch. "Zum entscheidenden Merkmal aber baut Carl Barks über verschiedene Stufen sein fetischistisches Verhältnis zu Geld und Gewinn auf, das dem Leser wachsendes Vergnügen am höchst wunderlichen Umgang mit Reichtum beschert“, so der Comic-Forscher. "Dazu gehört zunächst, dass Dagoberts Existenz aller bloß profan wirkenden Professionalität entkleidet und mit Mythen ausgestattet wird, die im Hinblick auf realhistorische Kapitalakkumulation eher parodistisch wirken."
Das manifestiert sich auch im Aufbewahrungsort für das Vermögen des Fantastilliardärs: ein riesiger Speicher, der sich – im Milieu dieser Story nicht ganz unplausibel – als ein von Münzen und Scheinen überquellendes, hölzernes Futtersilo präsentiert. "Bereits mit der noch im gleichen Jahr erschienenen Story "Eingefrorenes Geld" hat Dagobert jedoch den Übergang vom Agrar- zum urbanen Finanzkapitalismus vollzogen, und der Hort seines Schatzes steht auf einem Hügel in Entenhausen – in Form jenes überdimensionalen, mit allen technischen Finessen gesicherten Tresors“, beschreibt Dolle-Weinkauff. "Der Übergang zu Hightech ist allerdings auch dringend angesagt, denn mit den von Barks just zu dieser Zeit in die Serie neu eingeführten Panzerknackern sind Dagobert mächtige Gegner erwachsen, deren höchst erfindungsreiche Attacken nur darauf gerichtet sind, den reichsten zum ärmsten Mann der Welt zu machen.“
Eine "stehende Figur" wird Dagobert Duck jedoch erst, als Geld für ihn den Reiz als Tauschwert verliert, und stattdessen Geld zu besitzen und sich darin baden zu können, für den notorischen Geizhals das Wichtigste wird. Der Literaturwissenschaftler ergänzt: "Das Geldbad wird von nun an zum Ritus, zur in zahllosen Geschichten wieder aufgenommen heiligen Handlung". (red/derStandard.at, 6.10.2012)
Die Robotik-Expertin Julie Shah vom MIT in Boston erforscht, wie Roboter und Menschen gute Teams bilden können
"San Francisco Declaration on Research Assessment" gegen einseitige Bewertung wissenschaftlicher Leistung
Die Wissenschafterin des Jahres 2002 peilt einen neuen Weg für die Zeit nach der Forschungstätigkeit an
Wegen eines drohenden Eisschollen-Bruches sollen 16 Wissenschafter sowie technisches Gerät evakuiert werden - Eisbrecher läuft am 31. Mai aus
Der deutsche Antisemitismusforscher Wolfgang Benz sprach zum zehnjährigen Bestehen des Wiener Ustinov-Instituts über die alte Juden- und die neue Islamfeindschaft
Dutzende Kisten mit Filmen, Notizbüchern, Zeichnungen, Auszeichnungen und Fotos
US-Mathematiker modellieren Vorgänge im Schaum und berechnen drei verschiedene Phasen der "Schaum-Evolution"
Autoren des aktuellen Forschungs- und Technologieberichts: Keine Annäherung an das F&E-Ziel für 2020
Akribischer Erforscher der NS-Zeit - Schwerpunkt war das sogenannte Euthanasieprogramm
Gemeinsam mit Ignacio Cirac für "grundlegende theoretische Beiträge zur Quanteninformationsverarbeitung, Quantenoptik und zur Physik von Quantengasen" ausgezeichnet
Was Sprache in Österreich über räumliche und soziale Herkunft aussagt
Londoner Installation "Insects Au Gratin" als spielerischer Zugang zu einer Idee mit ernsthaftem Hintergrund
Saskia Sassen von der Columbia University für ihre Beschäftigung mit der "Global City" geehrt
Sein derzeitiges Hauptstudienobjekt ist der Wolf als "Spiegel für unsere eigene Verfasstheit"
Wiener Experimentalphysiker freut sich über Anerkennung durch US-amerikanische Mitglieder
Unter den 18 von ihm gestellten mathematischen Problemen gelten nur vier als gelöst
Niederländische Forscher entwickeln Software, die Kurz-Nachrichten sprachwissenschaftlich analysiert
Zwei Ehrungen führen Carl Djerassi im April nach Wien: Der 89-jährige Autor und Chemiker über das Sammeln von Kunst und die Psychoanalyse
Tagung in Wien widmet sich derzeit Feindbildern und Menschenrechten im "sehr schnell erregbaren Zeitalter"
Das Kinder-Bildungsangebot im Sommer wächst stetig: Die Wiener Kinderuni hat schon 4.000 kleine Besucher
Konferenz-Teilnahme abgesagt - nun herrscht Unklarheit, ob aus politischen oder gesundheitlichen Gründen
Der Philosoph und Wissenschafter des Jahres 2006 versteht sich nicht als Bewohner des Elfenbeinturms
Drei Nachwuchsforscher erhalten insgesamt acht Millionen Euro für ihre Forschungsprojekte an der Akademie der Wissenschaften
Die Figur des Dagobert Duck hat wirklich gar nichts mit Finanzkapitalismus zu tun. Daran ändert auch ein Geldspeicher auf einem Hügel in Entenhausen nichts.
Dagobert ist die genaue Antithese, nämlich der gewitzte und manchmal skrupellose Self-Made-Man, der sich durch Geschäftssinn und seiner eigenen Hände Arbeit vom Schuhputzer zum Eigentümer (!) eines globalen Firmenimperiums hochgearbeitet hat.
Zahlenschiebereien an der Börse? Fehlanzeige. Deswegen hortet er sein Geld ja auch in bar und investiert nicht in hochverzinste mündelsichere Staatsanleihen aus Botsuana.
tick:"wie bist du überhaupt so entsetzlich reich geworden, onkel dagobert? warst du bei einer bank?"
DD:
"bei einer bank? Pah! ich hab mein vermögen sauer verdient.. in den goldfeldern in alaska,,in den zinngruben von malaysia..
ich bin reich geworden weil ich zäher war als die zähesten, schlauer als die schlauesten ,und geiziger als der allergeizigste! und ich bin ein ehrlicher mann dabei geblieben!"
http://en.wikipedia.org/wiki/Only... or_Old_Man
Die englische Version u.a. zu finden in Band 1 der Carl Barks-Gesamtausgabe der Uncle Scrooge Adventures, erschienen bei Gladstone Comics.
Der Band liegt momentan vor mir auf dem Schreibtisch (bin vor dem Schreiben dieses Postings aufgestanden, zum ca. 3 Meter entfernten Wandschrank gegangen, und hab ihn von dort rausgeholt :)
ich hatte die geschichte ja als kind und teilweise auch später oft gelesen, und daher das zitat ungefähr in erinnerung,
ich habe es sogar 3x bei mir
1; im mickymaus sonderheft nr10 von 1954
2;TGDD Donald duck sonderheft nr 4 aus 1966
3: die große "ich donald duck band2" ausgabe vom melzer verlag 1974
Ja, als Kind (und in der Übersetzung von Erika Fuchs) habe ich diese Geschichten in den 70ern auch alle gelesen. Aber dann hat Gladstone Comics (ein amerikanischer Verlag) Mitte der 90er damit begonnen, alle Carl Barks Werke nach und nach, und nach Hauptfiguren geordnet, als Gesamtausgabe herauszugeben. Da hab ich dann gleich beim Comic-Händler meines Vertrauens eine Order abgesetzt. Sogar von Gyro Gearloose (Daniel Düsentrieb) gibt es genug Barks-Stories, daß sich eine eigene kleine Serie ausging :)
Das ist der erste Scrooge-Band aus der Gesamtausgabe, der in dem "Only a poor old man" enthalten ist:
http://www.comicvine.com/walt-disn... 37-276576/
... Dagobert Duck hat, nach seinem ersten selbstverdienten Kreuzer, als Goldschürfer Millionen gemacht. Sein Verhältnis zu Gitta Gans brachte eine Tochter, Gundel Gaukeley, hervor. Sie will ihm wegen Dagoberts Vernachlässigung dessen "Glückstaler" abluchsen. Die Panzerknacker, eine weltumspannende, kommunistische Organisation(keine Nazis!) wollen sein Kapital für die Weltherrschaft( http://www.spiegel.de/fotostrec... 866-4.html
Alles über sein Verhältnis zu Geld:
Grobian Gans, "Die Ducks"), rororo.
http://de.wikipedia.org/wiki/Grobian_Gans
http://www.buchkritik.at/kritik.asp?IDX=500
http://www.duckipedia.de/index.php... l_Gaukeley
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.