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In Frankreich, Dänemark und Finnland werden ungesunde Produkte bereits besteuert.
Salzburg - Sogenannte "Sündensteuern" auf ungesunde Speisen und Getränke würden Geld für Gesundheits-Prävention in die knappen Staatskassen spülen und damit volkswirtschaftlich außerordentlich nützlich sein. Das betonte am Donnerstag Armin Fidler, Chefberater für Gesundheitsfragen der Weltbank, beim European Health Forum Gastein (EHFG). Eine Reihe von Ländern setzt bereits auf Abgaben auf Fette und Zucker.
"Typische Lebensstil-Erkrankungen wie Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Probleme oder chronische Lungenbeschwerden, nehmen bereits ruinöse Ausmaße für die Volkswirtschaften an", warnte Fidler. Sie machen laut WHO in Europa bereits 77 Prozent der Krankheitslast und 86 Prozent aller Todesfälle aus - und die Prognosen gehen von weiteren Zuwächsen aus. So wird etwa die Zahl der Diabetes-Patienten in der EU von 2010 bis 2030 auf geschätzte 66 Millionen Menschen anwachsen.
"Die indirekten Kosten dieser Erkrankungen übersteigen die direkten bei weitem. Sie bringen eine Verkürzung der gesunden Lebensspanne und einen Produktivitätsverlust in den sogenannten besten Jahren mit sich", so Fidler. Dabei irritiere, dass diese Krankheiten in hohem Maße auf weithin bekannte und vermeidbare Risikofaktoren zurückgehen: Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, zu viel Alkohol und Rauchen.
Eine mögliche Strategie, dem Problem zu begegnen, seien Steuern auf Junkfood, Zucker, Transfette oder gesättigte Fettsäuren - bei gleichzeitiger Subventionierung von Obst und Gemüse. "Das würde nicht nur Mittel für den Gesundheitsbereich lukrieren, sondern auch das Konsum- und Ernährungsverhalten der Menschen beeinflussen", sagte Fidler. Ein zweckgebundener Einsatz der Mehreinnahmen sei dabei wichtig. "Damit es die Konsumenten verstehen." Zudem würden auch Wirtschaft und Handel unter Druck kommen, gesündere Produkte anzubieten.
Offiziell trete die Weltbank aber noch nicht für die neuen "Sündensteuern" ein, so Fidler. Während sich bei Tabaksteuern nachweislich gezeigt habe, dass die höhere Besteuerung von Zigaretten etwa junge Menschen vom Rauchen abhalte, müsse das im Bereich Zucker und Fett noch evaluiert werden: "Wir wissen noch nicht, wie lange die Wirkung solcher Maßnahmen anhält und zu einer Verhaltensänderung führt."
Nichtsdestotrotz werden ungesunde Produkte in manchen EU-Ländern bereits besteuert: So hat Dänemark im Vorjahr eine Steuer für Lebensmittel eingeführt, die mehr als 2,3 Prozent gesättigte Fette enthalten, Finnland eine Steuer auf gezuckerte Getränke und Süßigkeiten, Frankreich eine zusätzliche Besteuerung für Getränke, die Zucker oder Süßstoffe enthalten. Ungarn hat mit der Einführung einer "Junkfood-Steuer" auf Lebensmittel und Getränke mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzanteil für Aufmerksamkeit gesorgt. Auch in Irland und Großbritannien wird das Thema diskutiert. Alleine in Frankreich sollen über eine Zuckersteuer von gerade einmal zwei Cent auf 33 cl Limonade 280 Millionen Euro pro Jahr lukriert werden.
"Regulatorische Eingriffe dieser Art mögen umstritten sein. Ihre Wirksamkeit wurde allerdings in zahlreichen Studien belegt", so Fidler. Im Kleinen hätten das etwa Forscher der Universität Oxford gezeigt: Laut einer im Mai 2012 im British Medical Journal publizierten Studie, führte eine Abgabe von 35 Prozent auf zuckerhaltige Getränke (0,34 Euro) in einer Kantine zu einem Verkaufsrückgang von 26 Prozent. (APA, 4.10.2012)
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Und keine Subventionen für die Industrie.
Das ganze verarbeitete Zeug ist billiger als das Ausgangsmaterial, gefühlt zumindest, und das kann es auf Dauer nicht sein.
Viel schädlicher sind die chinesischen Giftbomben-Importe (als "Waren" bezeichnet: Lebensmittel, Plastik, Bekleidung, Spielzeug usw.), aber interessiert das wen? Kontrolliert das jemand? NEIN.
Was ist eigentlich mit dem Glutamat in Soßen und Suppen und Fertigprodukten? Oder sonstige giftig- bis ekelige Nahrungsmittelproduktion der Agrarlobby? Interessiert das jemand? NEIN. Was ist mit den krebserregenden und unfruchtbar machenden Weichmachern in den Plastikverpackungen bei Lebensmitteln? (=> Vorstufe von Östrogen, schädigen Spermien) NEIN.
Auch das Cholesterin vom fetten Schweinsbraten interessiert keinen. Nur der Zucker - ein uraltes Konservierungsmittel. Ohne gibt es nur noch Bestrahlung (!), Chemie oder Salz als Alternative!
Vor allem weil es nirgendwo Wasserspender für kaltes Wasser gibt und auch keine alternativen Lebensmittel in den Kiosken und Kantinen für die ganztägig arbeitende Bevölkerung!
Hausfrauen, die zuhause hocken und für alle zu Mittag kochen, sind im Aussterben begriffen. Auch Leute, die noch nach Hause kommen zum Essen.
Da muss ich Ihnen vollkommen recht geben! Was kann man sich schon "auf die schnelle" unterwegs kaufen, aber das es auch Gesund ist. Fast nichts ... Günstig findet man nur Fast Food a la Kebapstände, Würstelstände, McDonalds etc... schade das da nichts unternommen wird vom Staat.
Dafür werden weiterhin Turnstunden gestrichen und Sportvereine müssen für kommunale Sporthallen "marktübliche" Preise bezahlen (immer wieder eine Forderung nach Finanzprüfungen von Gemeinden).
Arbeitskräfte müssen flexibel sein um den Notwendigkeiten des Marktes entsprechen zu können.
Wir werden lernen müssen, dass wir die Menschen nicht nur als Maschinen ansehen können. Wie soll jemand seine Freizeit aktiv gestalten, wenn er die ganze Woche geknechtet wird?
Ich glaube, dass Fettsucht viel mehr ein soziales Problem und eines der Lebensumstände ist, als ein Problem des Nahrungsmitteldargebots.
Wie wäre sonst das krasse Ost-West-Gefälle beim Übergewicht zu erklären? Die Berge erleichtern den aktiven Lebensstil.
Die Produktion von Zucker und Fett (und Fleisch) wird in Europa und insbesondere in Österreich aus Steuergeld hoch subventioniert. Zucker ist für die Lebensmittelindustrie praktisch kostenlos.
Nicht subventioniert wird hingegen der Gemüseanbau.
Kein Wunder dass das Preisgefüge im Lebensmittelhandel so ist wie es ist, und dass daher sozial schwache nicht zuletzt aufgrund der Preisstruktur (neben Fragen der Lebensmittelkompetenz) zum ungesunden Essen greifen.
Eine Steuer auf etwas hoch subventioniertes ist hingegen blanke Dummheit,
warum kann man transfette in lebensmitteln - von denen man ja weiß, dass sie sehr schädlich sind - nicht einfach verbieten?
andere gesundheitsschädliche stoffe dürfen in lebensmitteln ja auch nicht vorkommen.
was zucker angeht: wäre dann ein chemiecocktail a la cola light nicht höher besteuert und cola mit zucker schon? das wäre nämlich ziemlich unsinnig.
100% Zustimmung! Es gibt seit über 50 Jahren Empfehlungen, einschlägiger Wissenschaftergremien, Transfette zu verbieten.
Getan wurde NICHTS!
Man sollte auch einmal sehen, dass Adipositas auch ein soziales Problem und ein Stressproblem ist. Ich wage zu bezweifeln, dass hier Steuern wirklich zielführend sind.
Eine super Idee! (ironisch!)
Wie kommt man zu mehr Geld?
Man muss sich überlegen was alle brauchen und wollen - in diesem Falle sind es Zucker und Fette.
Diese zwei Geschmacksträger sind in sehr vielen Gerichten und Speisen enthalten - es ist also ein sehr großer Markt vorhanden.
Nun einfach eine Steuer drauf oder wenn schon vorhanden diese erhöhen und schon werden die Einnahmen gesteigert.
Als Begründung für die Mehrkosten wird sehr gerne die Gesundheitskarte ausgespielt - "aber es ist doch so ungesund" und diese und jene Studie beweist wie viele Menschen genau deswegen erkrankt sind.
Und das ist nur ein kleiner Abschnitt der Geldbeschaffungsmaschinerie. ;)
Das nennt man dann den "Lenkungseffekt". Wenn dann keiner mehr den Scheiß kauft, gibt´s auch keine Steuereinnahmen.
Wir sind ja (hoffentlich) keine Lemminge, die keine freie Entscheidung treffen können :)
Abgesehen davon gibt es sicher bessere Methoden als Verbote, Gebühren, Steuern um dieses Problem zu lösen.
Denn solange unsere Kinder mit Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen und Irgendwasersatzstoffen zugemüllt werden, werden sie nie wissen, wie echtes, gutes und natürlich zubereitetes Essen schmeckt.
Gerade bei gesättigten Fetten/Cholesterin spielen andere Faktoren (Genetik, körperliche Aktivität) eine wesentliche Rolle.
Darüber hinaus bezieht sich die Kritik v.a. auf Transfette. Die sind definitiv der reinste Tod und gehören unbedingt aus Backwaren eliminiert.
Im Gegenzug weiß mann, dass ungesättigte Fettsäuren biochemisch sehr vorteilhaft sind. Dennoch werden sie wegen ihrer leichten Verderblichkeit aus industriell gefertigten Nahrungsmitteln möglichst eliminiert.
nur gehärtete Fette sind ungesund, weil unnatürlich und herzfinarktverursacher nummer 1. hat schon einen grund warum die in manchen ländern in der gastro verboten sind. bin gespannt wann das bei uns auch endlich gesetzlich geregelt ist.
zuviele polyunsaturated fatty acids ist auch entzündungsfördernd. Man sollte aufs richtige omega-6 zu Omega-3 verhältnis achten, normalerweise hat jeder zuviel Omega-6.
Pflanzliche Öle sollte man eher vermeiden, ausser Olivenöl (viel monounsaturated fatty acids), und Kokosöl (gesättigtes fett, MCT).
Das ach so gesunde Leinöl hat zwar viel Omega-3, allerdings in der form von ALA, was der Körper kaum verarbeiten kann, ich würd's auch vermeiden. Omega-3 das der körper verarbeiten kann kommt als DHA und EPA quellen vor allem in fettem Fisch (oder in Algen, für veganer) vor.
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