Hedgefonds lässt Schiff beschlagnahmen

Argentinien hatte sich vor zwölf Jahren bankrott erklärt und Gläubiger geprellt. Ein Gericht in Ghana hilft jenen nun

London/Buenos Aires - Der US-Hedgefonds Elliott Associates hat im Streit um die Rückzahlung von Anleiheschulden laut einem Bericht ein argentinisches Marineschiff in Ghana beschlagnahmen lassen. Wie die britische "Financial Times" (FT) am Donnerstag berichtete, stellte ein ghanaisches Gericht das mit einer 200 Mann starken Crew besetzte Segelschiff "Libertad" vorübergehend per einstweiliger Verfügung unter Arrest.

Der Schritt sei auf Antrag der Elliott-Tochter NML Capital erfolgt. Der vom US-Millionär Paul Singer betriebene New Yorker Hedgefonds will Anleiheschulden aus dem Jahr 2001 eintreiben. Elliott gilt als Profi, wenn es um langjährige juristische Scharmützel mit zahlungsunwilligen Regierungen geht (hier finden Sie ein Portrait des Hedgefonds).

Hartnäckiger Gläubiger

Argentinien hatte sich vor zwölf Jahren bankrott erklärt und den Zahlungsdienst gegenüber seinen Gläubigern eingestellt. Laut "FT" ging es um einen Gesamtbetrag von etwa 100 Mrd. Dollar (77,2 Mrd. Euro). Davon seien zwischen 2005 und 2010 ungefähr 93 Prozent umgeschuldet worden. Gläubiger sollen im Rahmen dieser Deals lediglich 30 Prozent ihrer Forderungen erhalten. Elliott zähle zu einer Reihe von Investoren, die sich an diesem Schuldenschnitt nicht beteiligt hätten. Sie versuchten, auf dem Rechtsweg die volle Rückzahlung durchzusetzen. (APA, 4.10.2012)

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