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"Tatsache ist, dass wir zu viele Soldaten für die Systemerhaltung brauchen", sagt Generalstabschef Edmund Entacher über das Bundesheer.
Verteidigungsminister Norbert Darabos hat Reformen in der Ausbildung von Grundwehrdienern gestoppt, als er sich vor bald zwei Jahren vom System der Wehrpflicht abgewendet hat und zum Berufsheer-Befürworter wurde. Das erklärt Generalstabschef Edmund Entacher im Gespräch mit dem STANDARD.
Noch 2010 hatte es Versuche gegeben, den Grundwehrdienst durch eine erlebnisorientierte Ausbildung attraktiver zu machen. Auch sollte die Zahl der Systemerhalter sinken. Diese Versuche seien gut gelaufen, sagt Entacher. Anders der Minister: Er klagte, die Militärs hätten die Verbesserungen nicht mitgetragen.
STANDARD: Es werden ständig neue Wehrpflichtige zum Bundesheer eingezogen. Ist deren Dienst wirklich sinnlos - wie das der Minister kürzlich gesagt hat?
Entacher: Die Rekruten werden auf der Basis der derzeitigen Gesetzeslage einberufen und rücken aufgrund dessen zum von der Verfassung vorgeschriebenen militärischen Dienst ein und durchlaufen verschiedene Ausbildungen.
STANDARD: Heißt das, dass mit dem System alles in Ordnung ist?
Entacher: Es hat Schwächen - zum Beispiel, dass wir zu viele Einrückungstermine haben.
STANDARD: Das heißt, dass der Grundwehrdienst effizienter gestaltet werden könnte?
Entacher: Tatsache ist, dass wir zu viele Soldaten für die Systemerhaltung brauchen.
STANDARD: Es gab ja Bestrebungen, den Grundwehrdienst zu reformieren, ihn attraktiver zu machen. Warum ist das nicht passiert?
Entacher: Wir haben im Jahr 2010 Truppenversuche zur Optimierung des Grundwehrdienstes und zur Verringerung der Zahl der Funktionssoldaten gestartet. Diese Versuche sind sehr, sehr gut gelaufen.
STANDARD: Und warum ist das nicht in der Truppe spürbar?
Entacher: Nach dem inhaltlichen Schwenk unseres Ministers weg von der Wehrpflicht konnte das nicht mehr umgesetzt werden, die Versuche mussten abgebrochen werden.
STANDARD: Dies hat Minister Darabos anders dargestellt. Er erklärte, da habe es Widerstand in der Truppe gegeben.
Entacher: Das kann ich nicht beurteilen, weil ich diese Erklärung des Ministers nicht kenne. Ich kenne aber die Berichte, die durchwegs positiv waren. Und ich habe die Versuche besucht und gesehen, dass sie funktionieren.
STANDARD: Was muss man sich da vorstellen?
Entacher: Zunächst: dass man nicht am falschen Platz spart. Man muss die Ausbildung um jene Elemente anreichern, die jemand als Erlebnis erwartet, wenn er schon zum Heer muss. Man muss die Zahl der Systemerhalter reduzieren. Aber man muss auch den Rekruten, die in der Schreibstube sitzen, Ausbildung bieten: Schießen, Stationsmärsche, auch Nachtübungen.
STANDARD: Das, was man einmal "Abenteuer Bundesheer" genannt hat?
Entacher: Man kann Ausbildungsinhalte durchaus unterschiedlich abenteuerlich gestalten.
STANDARD: Sie haben vor bald zwei Jahren einen massiven Konflikt um die Wehrpflicht mit Ihrem Minister ausgetragen. Sie haben sich den Weg zurück ihn Ihre Funktion erstritten. Im Jänner werden Sie für die Wehrpflicht stimmen?
Entacher: Ja, natürlich.
STANDARD: Und bei Ihren Kameraden dafür werben?
Entacher: Ich versuche, mit meiner Haltung zu überzeugen. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 5.10.2012)
Edmund Entacher (63) ist eines der wenigen SPÖ-Mitglieder im Generalstab. Er wurde 2007 Generalstabschef und blieb es im Vorjahr trotz Konflikts mit dem Minister.
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Mir hat der ORF Beitrag
http://tvthek.orf.at/programs/... eltjournal
recht gut gefallen.
Deutschland kommt allerdings überhaupt nicht vor.
sich immer vor Augen führen,warum die Debatte entstanden ist: 1)der billige Versuch von Häupl - noch Stimmen für den Wiener Wahlkampf 2010 zu machen.
2)monatelange Popaganda der Kronen Zeitung
Darabos ist insofern längst rücktrittsreif,weil er als Exekutivorgan nur die Gesetze zu vollziehen hat- Ér agiert aber gegen die gesetzlichen Bestimmungen und die bestehende Verfassung.- Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Initiative zum Berufsheer vom Paralament ausgegangen wäre. In Österreich aber vollkommen illusorisch.
frage an die leserschaft - grundsätzlich bin ich ein befürworter des berufsheeres. was sich aber nicht von der hand weisen lässt: berufssoldaten sind möglicherweise lenkbarer als ein heer aus freiwilligen und damit potentiell gefährlicher.
wie wäre es, wenn man statt dessen einen verpflichtenden dienst machen würde (für männer & frauen), bei dem der betroffene aussuchen kann, ob er klassischen zivildienst macht, zur katastrophenhilfe geht (die dann losgelöst vom heer wäre) oder dienst in an der waffe leistet? das system müsste eu-weit eingeführt werden und in allen bereichen müssten (freiwillig) ~10% jeweils aus anderen eu-staaten kommen, um internationale zusammenarbeit zu fördern.
bundesheer und heerpflicht: alles abschaffen. wer braucht heute noch einen krieg? oder anders gefragt: wer will ihn? junge männer: einfach nein zum krieg sagen, wie wäre es damit?
und die komischen entachers gehören soundso schon lange abgeschafft: frage mich, wie menschen es verantworten können, andere durch "erziehung zum unbedingten gehorsam" zu verbiegen, verrohen und zum morden anzustiften?
sich und Ihrer Weltanschauung nichts Gutes. Wie kommen Sie eigentlich auf den schwachsinnigen Gedanken Bundesheer = Krieg? Seit Bestehen dieses Heeres ist es zu keinem einzigen Kriegstag gekommen.
Mord = ist jemanden mit Vorsatz zu töten - Wenn man es aus Notwehr macht,dann ist eben kein Mord.
D.h. wenn ein Angehöriger des Bundesheers im Rahmen einer Kampfhandlung eines (hypothetischen) Angriffs auf Österreich einen eindringenden Soldaten tötet,dann ist das mit Sicherheit nicht als Mord zu werten.
In der Geschichte hat es immer wieder Beispiele von Agressoren gegeben,welche dann und wann einen "friedlichen" Nachbarn überfallen haben.Auch den einzelnen Soldaten des Aggressors kann man Mord nicht unbedingt vorwerfen,wenn er gezwungenermassen aus Notstand gekämpft hat.
Im Übrigen,das ist zwar zynisch gesagt,macht es rationall keinen Sinn den Gegner bewußt zu töten,weil ein verwundeter Gegner mehr Ressourcen bindet,als ein Toter.
würde ich ihre aussage bezeichnen!
alle soldaten werden zum töten abgerichtet. wie passiert das? ihnen wird diese glorreiche vaterlandsverteidigung in die schädel gedrillt, der zweck heiligt die mittel wie im fall der selbstverteidigung! Das ist das wahre verbrechen, das an jungen menschen passiert! die auswirkungen sehen wir ja in amerika (wo es durch wikileaks öffentlich wurde): verrohte brutale mörder, kampfmaschinen, bar jeder menschlichkeit!
sie verhöhnen übrigens mit ihrer aussage alle, die aus moralischen gründen den dienst mit der waffe ablehnen!
Alleine der Satz "Alle Soldaten werden zum Töten abgerichtet" belegen dieses eindimensionale Denken. Ich will nicht leugnen,daß es so etwas sehrwohl gibt-In meiner Bundesheerzeit habe ich sehr viel gesehen, von Vorgesetzten,welche ihre Untergebenen drangsaliert haben bis auch sehr freundschaftlichen Umgang - Ich habe auch gesehen,wie beim Heurigen im Rahmen einer jährlich in Österreich stattfindenden Friedensakademiekonf. russ. u. amerik. Offiziere wie alte Freunde begrüßt haben und gemeinsam mit anderen Nationen Lieder gesungen haben.Auch das gibt es - Krieg ist abscheulich, ja,aber stempeln Sie nicht jeden gleich pauschal als Mörder ab.Ihre Denkweise errinnert an totalitäres Gedankengut, unabhängig,welche Gedanken sie überhaupt vertreten.
Es gibt jetzt einen umfassenden Bericht über die Verrohung der deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg:
"Z: Ich habe einen Franzosen von hinten erschossen. Der fuhr mit Fahrrad. W: Von ganz nahe?
Z: Ja. H: Wollte der dich gefangen nehmen?
Z: Quatsch. Ich wollte das Fahrrad haben."
In: Sönke Neitzel, Harald Welzer: Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben. S. 204, Fischer Taschenbuchverlag 2012
... und das ist das Gerümpel, mit dem sich österreichische soldaten angeblich wehren müssen.
Wenn man die Bundesheerkonvois auf den Straßen genauer beobachtet, dann wundert man sich, wieso diese Fahrzeuge zum Verkehr zugelassen sind. Und damit mein ich nicht die Tuareg-Kommandofahrzeuge. Auf manchen Fotos sieht man noch immer das StG 58, aber auch das StG 77 ist schon 35 Jahre alt. Wenn man für die Landesverteidigung nichts ausgeben will, dann soll man auch so fair sein und zugeben, dass man die Wehrpflicht nur aufrecht erhält, weil man junge Männer kurzzeitig als Pflegesklaven halten will.
natürlich weiss jeder, dass "Österreich" kein Aufdeckerblatt ist. Aber auch die Blödmaschinen "Krone, Österreich" etc. stellen manchmal die richtigen Fragen.
Und zur Erinnerung: Es gab vor Jahren, als Haider noch in der Opposition war, von ihm den Vorwurf, dass es viel zu viele Goldfasane sprich Offiziere, vor allem Generalstäbler gibt. Nachdem dann die FPÖ das Verteidungsressort unter Frischenschlager übernommen hatte hörte man nichts mehr von der Goldfasankritik.
Und überhaupt, wieviele Soldaten wir wirklich brauchen bzw. was die tun sollen wird im Detail nicht diskutiert.
wirklich warum gerade die jetzt vorhandenen Zahlen?
Und "Österreich" hat halt einmal aufgelistet welche Personen konkret bei speziellen Einsätzen sind und nicht irgenwo rumstehen/rumsitzen und auf die nächste Übung warten.
Ich war selbst beim BH Systemerhalter: 8 Monate WIO Kanzlei. Die Arbeit: einmal am Tag eintragen wer zum Essen geht. Das Ganze war grauslich sinnlos.
Die Fragestellung "Was machen die eigentlich beim BH"? hat "Österreich" polemisch zugespitzt, aber die Frage wieviele BHler wie und wo brauchen wir wirklich stellt sich beim Berufsheer und beim Freiwilligenheer und die wird gar nicht angedacht weil halt niemand seinen guten Beamtenposten beim BH verlieren will.
Daß das BH wie es jetzt dasteht und geführt wird nicht gerade als Aushängeschild gilt ist klar.
Ich kann mir wenn ich ehrlich bin auch nicht wirklich vorstellen wie man eine Einheit gut Ausbilden und einsatzbereit halten kann mit nur 6 Monaten. Das ist Ineffizient. Ich habe für bei meinem GWD für die wichtigsten und grundlegende Ausbildung ca. 2 Monate gebraucht. War dann aber von einem voll ausgebildeteren Kadersoldaten noch weit weg. Habe aber einige interessante Dinge gesehen und gelernt. Und schöne Zeit war es für mich damals sicher auch nicht.
Ich bin der Meinung das die Verkürzung des Wehrdienstes den Ausbildungs- und Verwaltungsaufwand erhöht hat.
Ich orte in den Kommentaren zu den zahlreichen Artikeln des Themas Bundesheer hier allgemein eine gewisse Geringschätzung gegenüber Berufen, deren Vertreter uniformiert sind und im Dienste der Allgemeinheit stehen. Wieso eigentlich? Weil man dafür keine Matura braucht? [Oder zumindest nicht zwingend; BH- und P-Offiziere brauchen schon eine]
Ist es so schwer anzuerkennen, daß Bundesheer, Polizei und Feuerwehr im Falle des Falles unser Leben schützen?
berufsheer würd auch heissen, daß diese menschen endlich mal was arbeiten müßten. das wollen sie natürlich nicht, dafür träumens weiter vom großen angriffskrieg auf die sowjetunion oder was auch immer. nur die zeiten für ein "stehendes" heer sind vorbei. die zukunft liegt in einer EU Armee, nur das wollen diese goldfasane einfach nicht kapieren. gibt ja andere meinungen auch wie die vom stadtkommandanten von wien, der mit seinen ausführungen total recht hat.
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