EU-Kommission genehmigte Hypo-Tirol-Kapitalzufuhr

4. Oktober 2012, 16:27
1 Posting

Brüssel - Die EU-Kommission hat die Beihilfe für die Hypo Tirol mit einer Kapitalzufuhr von 220 Mio. Euro genehmigt. Der Umstrukturierungsplan für die Hypo Tirol "enthält alle erforderlichen Maßnahmen und Zusagen, die sicherstellen, dass die Bank als Regionalbank rentabel wirtschaften kann", erklärte der für Wettbewerb zuständige Kommissar Joaquin Almunia am Donnerstag in Brüssel.

Die Kapitalzuführung von 220 Mio. Euro stehe in Einklang mit den EU-Beihilfevorschriften. Die Hypo Tirol war zuvor nicht nur im eigenen Bundesland tätig, sondern unterhielt auch Geschäftsstellen in Wien, Italien (Alto Adige/Südtirol, Verona und Trentino), Deutschland und in der Schweiz. Aufgrund erheblicher Abschreibungen geriet die Bank insbesondere in Deutschland und Italien in Schieflage. Der Umstrukturierungsplan sieht jetzt eine Neuausrichtung der Bank auf den Kernmarkt Tirol und einen Rückzug der Bank aus Deutschland und Italien (mit Ausnahme von Südtirol) vor. Die Geschäfte in der Schweiz wurden bereits eingestellt.

Die mit der Europäischen Kommission vereinbarte wichtigste Auflage ist laut Hypo Tirol die verpflichtende Reduzierung der Bilanzsumme auf 8 Mrd. Euro bis zum Jahr 2015. Bereits 2012 werde diese von einem Höchststand von 13,5 auf rund 10 Mrd. Euro schrumpfen. "Dies erfordert eine Konzentration auf den Kernmarkt, den Abbau der Eigenveranlagungen und einen vollständigen Rückzug aus dem Deutschland- und Italiengeschäft, mit Ausnahme von Südtirol", teilte das Bankinstitut in einer Aussendung Donnerstagnachmittag mit.

Die Schließung der Filialen in Verona und Trient sei bereits vergangene Woche beschlossen worden. Weiters sei das Kreditvolumen in Italien von 1,25 Mrd. Euro zu Beginn des Jahres um 250 Mio. Euro reduziert worden. Angestrebtes Ziel in Italien sei ein Kreditvolumen von 740 Mio. Euro.

Treuhänder aktiv

Eine weitere zentrale Auflage sehe vor, dass es durch den genehmigten Kapitalzuschuss zu keiner Verzerrung des Wettbewerbs komme. "Für die Überwachung der Vorgaben vonseiten der Europäischen Kommission wird ein Treuhänder eingesetzt", führte die Bank aus. Dennoch sei die Hypo Tirol Bank auch "künftig vollkommen eigenständig und arbeite unabhängig", versicherte sie.

Mit der Kapitalzufuhr von 220 Mio. Euro werde die Kernkapitalquote auf 9,5 Prozent angehoben. "Die Europäische Kommission erachtet eine Kernkapitalausstattung von neun bis zehn Prozent als angemessen und betriebswirtschaftlich notwendig, weshalb einer Kapitalmaßnahme in dieser Höhe zugestimmt wurde", begründete das Institut. Die Bank sei mit dieser Kapitalzufuhr so ausgestattet, dass sie "ihre Aufgaben als Landesbank weiterhin voll umfassend wahrnehmen und ihnen nachkommen kann". Der millionenschwere Zuschuss werde zur Abdeckung des Verlustes im Italien Geschäft, zur Rücklösung des Partizipationskapitals und zur Stärkung der Rücklagen verwendet, erläuterte die Hypo. (APA, 4.10.2012)

Share if you care.