Drei Viertel der Wiener Jugendlichen beklagen Überforderung

  • Drei von vier Jugendlichen fühlen sich der Studie zufolge im Alltag überfordert.
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    Drei von vier Jugendlichen fühlen sich der Studie zufolge im Alltag überfordert.

In Schule oder Arbeit - Hälfte der Befragten hält kritische Fragen an Schule und Uni für unerwünscht - Mehr Investitionen in Lehre gefordert

Wien - Drei von vier Wienern im Alter zwischen 16 und 19 Jahren beklagen in einer aktuellen Studie des Instituts für Jugendkulturforschung, dass sich in ihrem Freundeskreis viele junge Menschen durch Überforderung in Schule oder Arbeit gestresst fühlen. Co-Studienleiter Bernhard Heinzlmaier führt dieses Ergebnis der Studie (400 telefonische Befragungen) u.a. auf permanenten Selektions- und Leistungsdruck zurück.

Kritische Fragen nicht gern gesehen

Gleichzeitig steige der Druck zur Anpassung, die Bildungsinstitutionen produzierten "angepasste 'Ja-Sager'", beklagt Heinzlmaier: So stimmen 48 Prozent der Aussage zu, dass es in Schulen und an der Uni nicht gerne gesehen wird, wenn man kritische Fragen stellt. 51 Prozent finden, "Studenten sollten lieber etwas lernen, als ständig zu demonstrieren".

Lehre bringt weniger Ansehen

Die Mehrheit der Wiener Jugendlichen (60 Prozent) ist der Meinung, dass Jugendliche aus Akademikerfamilien sich an den Universitäten leichter tun. Ein Lehrabschluss wird in Wien noch immer als "Ausbildung der unteren Sozialschichten" wahrgenommen, meint Heinzlmaier. 60 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass Personen mit Lehre weniger Ansehen haben als Maturanten.

Gleichzeitig werden Personen mit Lehrabschluss allerdings gute Jobchancen eingeräumt. So sind entgegen der Realität am Wiener Arbeitsmarkt 57 Prozent der Befragten der Meinung, dass Lehrabsolventen kein größeres Risiko zu Arbeitslosigkeit haben als Maturanten oder Akademiker. Die Mehrheit der Befragten will auch mehr Investitionen in Bildung, 74 Prozent fordern, dass der Staat in Lehrlingsausbildung genauso viel Geld investieren müsse wie in höhere Schulen und Universitäten. (APA, 4.10.2012)

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Ich bin unterfordert!

...ich auch!

Es ist halt net jeder Kopf zum Denken gemacht.

Erst mal das Handy weg..

.. dann den Computer nur 2h am Abend betreiben und die Spielkonsole zum Hersteller senden.

DANN haben die Kinder mal wieder Zeit sich zu konzntrieren und fühlen sich nicht überfrdert.

ich habe mal die heutigen lehrpläne mit meinigen vor 30 jahren verglichen:

weggekommen ist so gut wie nichts.
aber jede menge ist dazugekommen.

ich hatte eine 6-tage-schulwoche.
heute sind es 5.

ich musste an so gut wie jedem fenstertag 'einrücken'.
heute ist das automatisch ein freier tag.

wir hatten pro jahr max. 1 woche skikurs oder eine wanderwoche.
heute, so kommt mir vor, ist unterricht jene zeit, die zwischen 2 projekten u.ä. noch übrigbleibt.

und was ich sonst noch tun 'musste' (=freizeitstress) war ebenfalls um vieles geringer.

wenn ich jetzt noch die entwicklung betrachte (für mich war es bereits deutlich intensiver als für meinen vater..), dann sollte demnächst der menschengerichtshof angerufen werden.
junge menschen sollen erwachsen werden. aber nicht zu leistungsmonstern erzogen werden!

...kusch bua, weiter machen...

...das will ich von der politik hören und nichts anderes...die kinder werden ab dem kindergartenalter mit irgendwelchen medikamenten und slow-machern zugestopft und dann wundern wir uns, dass die kids überfordert sind...in wahrheit sind die eltern überfordert...diese gehen nicht mehr auf ihre kinder ein und bekommen deren probleme gar nicht mehr mit...denn das kind ist eh denn ganzen tag in der schule, die werden das dort schon machen...falsch...das ist nicht die aufgabe der schule oder irgendeiner institution in österreich, sondern die aufgabe der eltern...diese müssen endlich wieder lernen die richtigen prioritäten im leben zu setzen...beruflicher erfolg und "luxus" ist eben nicht alles...

Überforderung?

Das Leben ist halt nicht wie im Fernsehen!

Kürzlich in einer U-Bahn-Station: eine junge, übergewichtige Mutter (ich weiß, das ist nicht fair) mit zwei Söhnen, einer vermutlich 4, der andere 5 Jahr alt, an der Hand. Die Buben quängelten, worauf die Mutter sagte "Hörts ihr jetzt auf oder hörts ihr jetzt nicht auf ..". Gute Frage. Und viel Glück für die Pubertät der beiden.

kluge Mutter (trotz Übergewichts)

das war wohl ein gewolltes Hamletgleichnis...das ist hier die Frage!

Leistung die keine werden darf

Seit mehr als 10 Jahren wird den Kindern und Jugendlichen eingetrichtert, dass sie sich in der Schule nicht anstrengen müssen und Leistung etwas Negatives ist.

Im Gegenzug arbeiten die Eltern fast rund um die Uhr für immer weniger und beschäftigen sich viel zu wenig mit dem eigenen Nachwuchs. Die Eltern erbringen dabei die verachtete Leistung, die mehr Wert zu haben scheint, als die eigenen Kinder.

Wie sollen die das auffassen ? Natürlich endet das in Verwirrung, Perspektivenlosigkeit und Überforderung.

Als Trostpflaster wird dann mehr Geld für Bildung verlangt. Dabei gibt es die umsonst, man muß sich nur hinsetzen und lernen und als Gesellschaft und Eltern keine falschen Werte vermitteln.

www.europa-heute.com

können sie erklären wie das geht? den kindern "eintrichtern" das leistung nichts zählt?

wissen sie, keiner hat ein problem mit "leistung" heutzutage. die meisten haben nur ein problem mit der beurteilung dessen was als "leistung" gilt. da klaffen zwischen dem was als leistung angesehen und entlohnt wird und dem was tatsächlich leistung ist gewaltige unterschiede.

wissen sie wer das wie beurteilt? kleiner tip: der markt allein ist kein ausreichendes messinstrument dafür, wenn man nur den benutzt führt das (wie zurzeit an einem realexperiment so "schön" bewiesen wird) unweigerlich in den großen krisenknall.

leistung ist das was der gesellschaft am meisten nutzen bringt: zur weiterentwicklung dieser und zum glück der mitglieder.

arbeitsam sein nützt nix wenns leere meter sind...

leider nicht nur, denn Leistung ist auch, was uns Freude macht und damit Geld einspielt, denken sie doch an die Fußballspiele oder den Motorsport; ist es eine Leistung einen Ball ins Tor zu schießen, ja sicherlich, aber viel braucht es da nicht! Würde man kritsch abwägen, was es kostet die Rowdies in Schach zu halten, müsste man es gar verbieten!

und jetzt nehmen wir mal Mutter Therese her, was hat sie für viele Individien geleistet, was hat sie für das Menschenbild und die Würde der Menschen getan, und was war es uns wert?

Leistung und was als Leistung gilt

Ja genau dieser Zusammenhang wird Kindern schon in der Volksschule nicht mehr beigebracht. Ganz im Gegenteil, der Zusammenhang zwischen Noten und erbrachter Leistung wird verschleiert.
Blöderweise werden Noten jedoch als Kriterium für den weiteren schulischen "Lebensweg" herangezogen.
Als Elternteil wird man dann auch schnell in das herzlos, ergeizige Eck gedrängt.

Es ist daher keine Wunder, das Leistungs- und Leistungsbeurteilung dann ein Stressthema wird.

Das ist aber selbst verursacht.

Die Analogie zur Wirk-, Blind- und Scheinleistung liegt leider auf der Hand.

noten sind auch so eine unsinnige leistungebeurteilung

es gibt im grunde nur: lernstoff verinnerlicht und kann den lernstoff für weiterführende lerninhalte anwenden oder eben nicht.

anstatt noten für die schatzerln zu vergeben sollte man besser lehrende und prüfende trennen und mehr augenmerk auf die leistungsbeurteilung der lehrenden richten.

aufgeteilt wird alles in ein modulsystem von klein auf an dem man ein leben lang weiterlernen kann. einen "abschluss" gibt es nicht.

kinder sind "von natur aus" lernwillig, man muss sich schon besonders anstrengen ihnen das zu vermiesen, was unser schulsystem aber dennoch schafft.

systemleistung ungenügend, politische leistung etwas zu verändern: ungenügend. vor allem von seiten der "leistungsforderer", noch im leistungsbegriff des 19 jhdts.

ja deswegen bin ich ja Pirat und gehe auf Raubzug bald

Was willst du machen, wenn dein Chef in der Privatwirtschaft schon jeden Tag 2h mehr arbeitet und die albanische Mitarbeiterin schon Tränen in den Augen hat, weil sie Angst hat, die Arbeit zu verlieren und abgeschoben zu werden. Nichts hackeln, auf die Frau scheissen, auf alles was der Chef aufgebaut hat, scheissen? Wenn der immer fair und sozial war und dem du auch sagen konntest, ich packs nicht, ich hatte ur Wickel in der Familie und er hat dir einen Tag freigegeben?

ah ja richtig, wir können auch gar nichts mehr produzieren

und noch mehr Schulden machen, weil diese Kotzstaatluchkeit und ihr rich & fun Hofstaat immer mehr verprasst um unsinnige Forschungen ohne Hirn und hohe Beamtengehälter just 4 fun sponsert.

das ist doch genau was die neoliberalen wollen

nein es ist das Ungetüm, dass die Sozialisten geschaffen haben

Der sozialistische Staat machte Schulden und Schulden und Schulden. Nach der Zeit des Wirtschaftswunders wollte niemand glauben, dass es jetzt leicht bergab ging. Alle wollten immer mehr und mehr, anstatt mit weniger auch sehr gut auszukommen. Irgendwann kam wer wiffer auf die Idee, staatliche Industrie zu privstisieren bringt dem Staat Kohle und private sind effizienter.
Sie sind auch wenn sie gute Unternehmer zum Wohle aller sind effizienter, das geht aber nur durch geringere Löhne bei mehr Leistung. (Wie soll das anders ja auch gehen?)
Jetzt haben Politiker und Reiche mitgenascht, deswegen wars dann imner noch gleich schlecht und wir machen immer mehr Schulden.
Ohne Schulden wäre nie neoliberalisieren nötig gewesen.

Deine Firma ist sicher pleite..

.. weil Deine Kunden nicht mal Deine Rechnung verstande ü habe, eh Mann!

Überlegens vielleicht nächstes Mal, woas sagen wollen?

und die fairen Unternehmer wurden zu 2/3 geschröpft

und ihre Angestellten auch zu 2/3 und die Staatlichkeit ließ sich noch immer prunkvoll feiern und der wir Dr. Benesch GÖD Club, dem waren die Millionen € Finanzkapital zu wenig und sie horteten weiter oder zockten und dann crashten die Banken und die wurden um die Raubkassa nicht zu verlieren, wieder auf Kosten der freien Wirtschaft und der Angestellten staatlich gerettet.

Den Jugendlichen, der sich nicht "überfordert" fühlt, den möcht ich einmal sehen :P

das problem ist aber, daß sich die jugendlichen gegen diese zustände nicht wehren, sondern alles mit sich machen lassen.

Und was genau sollten diese Jugendlichen ihrer Meinung nach machen? Demonstrieren gehen? Das hab ich bei der bescheuerten Finanzreform, bei der die Familienbeihilfe gekürzt wurde, auch gemacht.

demonstrationen sind ein weg, aber es muß natürlich mehr her. sich im bildungs- und arbeitsalltag z.b. nicht alles gefallen lassen.

Jeder der das wagt, wird dafür mit prekären Arbeistverhälntissen belohnt!

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