Pädak-Absolventen können sich leichter zu Bachelor "upgraden"

Entsprechende Verordnung soll im November in Kraft treten - Vor Weltlehrertag: Schmied gibt sich optimistisch zu Abschluss der Reform des Lehrerdienstrechts

Wien - Künftig sollen sich Lehrer, die noch an einer Pädagogischen Akademie (Pädak) ihre Berufsausbildung erhalten haben, leichter zum Bachelor "upgraden" können. Das sieht die "Upgrading-Verordnung" des Unterrichtsministeriums vor, die nach einer zweiwöchigen Begutachtung am 1. November in Kraft treten soll. Die einheitliche Regelung soll die Durchlässigkeit insbesondere zu Masterstudien gewährleistet, wie das Unterrichtsministerium am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte.

39 ECTS für einen Bachelor

Der Lehrgang zur Nachqualifizierung zum "Bachelor of Education" soll 39 ECTS umfassen (ein Semester entspricht 30 ECTS Studienleistung, Anm.), neun ECTS davon sind für die Bachelorarbeit vorgesehen. Der Rest umfasst Module mit wissenschaftlich-berufsfeldbezogenen Inhalten, die das Bachelorstudium von früheren Lehramtsausbildungen unterscheidet. Einschlägige Qualifikationen aus universitären Ausbildungen bzw. Weiterbildungen werden jedoch angerechnet. "Bei den meisten reduziert sich das dann auf die Bachelorarbeit", sagte Wolfgang Weissengruber von der Gewerkschaft der PH-Lehrenden. Die Finanzierung ist laut Aussendung durch das Bundesfinanzgesetz und Bundesfinanzrahmengesetz gedeckt.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) bezeichnete die "Upgrading-Verordnung" als einen "weiteren Schritt zur neuen Schule". Anlässlich des Weltlehrertags am Freitag betonte sie, dass "PädagogInnen der entscheidende Faktor für eine gute Schule sind", und sprach ihnen "Dank, Respekt und Wertschätzung" aus. Sie wolle den Lehrern den Rücken stärken, so Schmied, die sich auch bezüglich der stockenden Verhandlungen um die Reform des Dienstrechts optimistisch gab. "Gemeinsam werden wir auch das neue Dienst- und Besoldungsrecht zu einem guten Abschluss bringen."

Grüne fordern höheres Einkommen für Junglehrer

Grünen-Bildungssprecher Harald Walser forderte in einer Aussendung vor dem "Welttag der LehrerInnen" signifikant bessere Einkommen vor allem für junge Lehrer. "Als Nullsummenspiel gibt es zumindest kurz- und mittelfristig kein modernes Dienst- und Besoldungsrecht." Zusätzlich fordert er mehr Unterstützungspersonal wie Sozialarbeiter, Fachkräfte zur Lösung von Lernblockaden und Lehrkräfte für Legasthenie oder Dyskalkulie.

Walser bemängelt, dass seit Jahren jeweils für den "kommenden" Sommer oder Herbst eine große Reform angekündigt werde. Dennoch habe Schmied noch nicht einmal die Eckpunkte des neuen Dienstrechts fixiert, und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) stelle sich gegenüber "berechtigten Forderungen" taub. (APA, 4.10.2012)

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