Pädak-Absolventen können sich leichter zu Bachelor "upgraden"

4. Oktober 2012, 13:41

Entsprechende Verordnung soll im November in Kraft treten - Vor Weltlehrertag: Schmied gibt sich optimistisch zu Abschluss der Reform des Lehrerdienstrechts

Wien - Künftig sollen sich Lehrer, die noch an einer Pädagogischen Akademie (Pädak) ihre Berufsausbildung erhalten haben, leichter zum Bachelor "upgraden" können. Das sieht die "Upgrading-Verordnung" des Unterrichtsministeriums vor, die nach einer zweiwöchigen Begutachtung am 1. November in Kraft treten soll. Die einheitliche Regelung soll die Durchlässigkeit insbesondere zu Masterstudien gewährleistet, wie das Unterrichtsministerium am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte.

39 ECTS für einen Bachelor

Der Lehrgang zur Nachqualifizierung zum "Bachelor of Education" soll 39 ECTS umfassen (ein Semester entspricht 30 ECTS Studienleistung, Anm.), neun ECTS davon sind für die Bachelorarbeit vorgesehen. Der Rest umfasst Module mit wissenschaftlich-berufsfeldbezogenen Inhalten, die das Bachelorstudium von früheren Lehramtsausbildungen unterscheidet. Einschlägige Qualifikationen aus universitären Ausbildungen bzw. Weiterbildungen werden jedoch angerechnet. "Bei den meisten reduziert sich das dann auf die Bachelorarbeit", sagte Wolfgang Weissengruber von der Gewerkschaft der PH-Lehrenden. Die Finanzierung ist laut Aussendung durch das Bundesfinanzgesetz und Bundesfinanzrahmengesetz gedeckt.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) bezeichnete die "Upgrading-Verordnung" als einen "weiteren Schritt zur neuen Schule". Anlässlich des Weltlehrertags am Freitag betonte sie, dass "PädagogInnen der entscheidende Faktor für eine gute Schule sind", und sprach ihnen "Dank, Respekt und Wertschätzung" aus. Sie wolle den Lehrern den Rücken stärken, so Schmied, die sich auch bezüglich der stockenden Verhandlungen um die Reform des Dienstrechts optimistisch gab. "Gemeinsam werden wir auch das neue Dienst- und Besoldungsrecht zu einem guten Abschluss bringen."

Grüne fordern höheres Einkommen für Junglehrer

Grünen-Bildungssprecher Harald Walser forderte in einer Aussendung vor dem "Welttag der LehrerInnen" signifikant bessere Einkommen vor allem für junge Lehrer. "Als Nullsummenspiel gibt es zumindest kurz- und mittelfristig kein modernes Dienst- und Besoldungsrecht." Zusätzlich fordert er mehr Unterstützungspersonal wie Sozialarbeiter, Fachkräfte zur Lösung von Lernblockaden und Lehrkräfte für Legasthenie oder Dyskalkulie.

Walser bemängelt, dass seit Jahren jeweils für den "kommenden" Sommer oder Herbst eine große Reform angekündigt werde. Dennoch habe Schmied noch nicht einmal die Eckpunkte des neuen Dienstrechts fixiert, und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) stelle sich gegenüber "berechtigten Forderungen" taub. (APA, 4.10.2012)

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Könnte man den Bachelor nicht einfach so hergeben?
Die machen dort ja immer noch das Gleiche.

Wenn man einmal arbeitet, ist es echt nervig, sich LVs anzuhören, die man mittlerweile selbst halten könnte und dann eine Pro-Forma-Arbeit zu schreiben, die niemand liest.

Mit der "alten" Pädak-Ausbildung wären die Absolvent/-innen selbst in den so vorbildlichen skandinavischen Ländern ganz einfach "Bachelor". Warum nicht einfach ohne upgrading-Modul" umschreiben lassen?

Vertreter/-innen unserer Partnerhochschulen schmunzeln wieder einmal über Ö und schreiben dies den Nachwehen unserer k.u.k-Bürokratie zu.

Antwort bezieht sich auf eine alten Kontroverse mit ichweißzuviel beim Dienstrecht PH

"Dazu wird die Angleichung ans Dienstrecht der Universitätslehrenden dazu führen, dass durch die Urlaubsregelung analog zu der der Universitäten mehr Möglichkeiten für Forschung und für die LehrerInnenfortbildung in den Sommerferien entstehen."

siehe: http://www.bmukk.gv.at/ministeri... 20827b.xml

langsam kommt die Katze aus dem Sack ...

warum der mehraufwand?

phs sind nach wie vor 3jährig, niveau sinkt nicht nur durch die enormsten studentenzahlen, sondern auch durch die tatsache, dass die wohl einzig halbwegs schwere prüfung, die klausur auch abgeschafft wurde...
weniger niveau als früher und dennoch soll die ausbildung mehr wert sein?
der dipl. päd. wurde ja auch allen älteren lehrern nachgeschmissen, ohne dass die jemals eine diplomarbeit schreiben mussten...

Die "älteren Lehrer" mussten sogar zwei Diplomarbeiten (damals "Hausarbeiten" genannt, wie auch an der Uni) schreiben - eine in einem der geprüften Fächer und eine humanwissenschaftliche.

Bei den jüngeren wars dann eben eine Diplomarbeit, die man zu verteidigen hatte plus mündliche Abschlussprüfungen, dies ja jetzt auch nicht mehr gibt. Also alles in allem ein billigerer Abschluss und die "alten" sollen was nachmachen???

möglicherweise off topic, aber trotzdem:

ich glaube, dieses land braucht weniger bachelohren als vielmehr schüler, die sinnerfassend lesen können, wenn sie mit der schule fertig sind. könnte man sich bitte vielleicht darum kümmern? danke, ganz lieb.

Wenn die besten der Besten will, muss man ihnen auch etwas bieten: da ist sogar der Bachelor zu wenig!

Was soll die Polemik?

Was hat eine simple organisatorische Maßnahme zur Erleichterung der Weiterbildung mit Pädagogik zu tun?

Wenn sich Spitalsärzte aufregen, dass sie zu viele Dienste schieben, kann man ja auch nicht sagen, sie sollen halt in Zukunft besser operieren.

@ bladerunner:

Der Unterschied zwischen einem Titel und einem akademischen sollte jedem geläufig sein, der sich über universitäre Anerkennungsrichtlinien zu äußern beabsichtigt.

Natürlich war der "Dipl. Päd." ein wertloser Blödsinn. Doch die Anerkennung eines PH-Studiums als "Bachelor" war schon längst überfällig.

Vor allem, weil man eh noch das Selbe macht wie ehedem.

Inflation nicht nur beim Euro

Die "Inflation" der Titel (allgemein), ob nun Standesbezeichnung mit oder ohne Recht auf Eintragung in Urkunden, universitäre Lehrgänge mit Masterabschluss, aber ohne Recht auf Eintragung oder eben die klassischen bzw. neuen akademischen Grade mit Recht auf Eintragung, ist sowieso nicht mehr aufzuhalten. Die Handwerksmeister fordern jetzt den Titel Me. vor den Namen führen zu dürfen und wenn Strache tatsächlich die Wahl im nächsten Jahr gewinnen sollte, können wir uns schon darauf einstellen, dass künftig auch Gesellen im Range bspw. eines Zahntechnikers einen netten Titel erhalten, mit dem sie sich dann ansprechen lassen dürfen. Der Strache ist so gefrustet, dass er keinen wie auch immer gearteten Titel hat, dass es ihn fast zerreißt.

blade runner, wieviele replikanten müssen wir losschicken, um sie zu jagen.......

Das hat doch nichts mit dem Problem zu tun, dass die einen

Lehrer auf Bachelor-Niveau ausgebildet werden, dies allerdings nicht anerkannt wird, sodass Weiterstudieren praktisch sinnlos ist.

Niemand braucht einen geschenkten oder bezahlten "Mag. FH" oder einen "MSc" von irgendeiner Kukuruz-Uni aus Alabama.

Aber die solide ausgebildeten (und erfahrenen) Pflichtschullehrer/innen verdienen einfach einen vernünftigen Anschluss an ein universitäres Studienprogramm, das diesen Namen auch verdient.

re:

Nico Pelinka, MSc sieht das sicher anders. Die Donau-Uni-Krems ebenso. Ansonsten bin ich da bei ihnen. Den Dipl.-Päd. und den Bachelor nicht hinterherschmeißen, sondern durch harte Studiengänge jene Lehrer rausfiltern, die für den Beruf nicht geeignet sind. Nur die Besten für die Kinder, und die dann auch ordentlich bezahlen. Die Pflichtschullehrer sind ja von vornherein jene, die schon beim PädaK-Studium beabsichtigten, eine ruhige Kugel zu schieben. Die strengen sich natürlich nicht an, weil heutzutage eh nur noch der Pöbel seine Kinder auf die Hauptschule schickt, und diesem Pöbel ist sein Nachwuchs wahrscheinlich noch egaler als den Pflichtschullehrern aus den Hauptschulen.

Lauf, Runner, lauf!

Sonst holt dich deine eigene miese raunzende Weltbetrachtung ein!
Auf Wienerisch - zisch ab, wenn du nichts Besseres zu bieten hast!
Sorry, aber das musste jetzt sein!

So ein Quatsch...

...im ländlichen Raum - und wenn ich Österreichs Topographie noch richtig im Kopf habe, ist das der überwiegende Teil - stehen die Hauptschulen den Gymnasien in nichts nach.
Und die Besucher einer HS bzw. deren Eltern als Pöbel zu bezeichnen, spricht nicht gerade für Ihre Geisteshaltung. Frage mich gerade, wie aus ehemaligen Schülern von mir Ärzte, Rechtsanwälte... werden konnten, wenn Sie doch nur Pöbel sind.
Ehrlich, selten so etwas Herablassendes und Dummes gelesen wie das.

info hilft

österreichweit besuchen 70 prozent der 10 bis 14 jährigen eine hauptschule (wien herausgerechnet) und danach besuchen viele berufsbildendene schulen (hak, htl) etc

sie sind etwas neben der zeit

titel sind schon längst out. sogar die regierungsmitglieder vermeiden ihre titel, so sie einen haben.
früher ist man ehrfurchtsvoll erstarrt, wenn man dr. kreisky hörte. heute, bei dr. schmied, herrscht nur noch betretenes schweigen, oder verächtliches wegschauen.

"akademischen Grad"

hätte es heißen sollen, sorry.

Ein möglicher Schritt in die richtige Richtung

Damit wäre es möglich, älteren Lehrkräften den Weg zum MAS usw. zu ebnen, damit das Lehrerdasein nicht mehr als Einbanhstraße verstanden wird.
Man soll auch die positiven Seiten sehen, denn damit öffnen sich andere Berufszugänge, die nicht nur in einer Schule enden müssen.

@bladerunner

was für ein kleines, österreichtypisches würstchen sind sie denn wirklich?
alles was im leben zählt sind titel, oder?
sonst nichts schönes im leben erreicht??

"das einzig gerechte an den pflichtschullehrern war bisher, dass sie keinen titel hatten" glauben sie wirklich, irgendein pflichtschullehrer bildet sich was ein auf den lächerlichen "dipl. päd."??

ausser sie scheint keiner ein prob. damit zu haben, sie tun mir wirklich leid, aber wenn sie sonst keine probleme haben... (was ich aber mehr als bezweifle!)

Liesl Gehrer trat damals ihr Amt als Unterrichtsministerin an und hat sofort eine Initiative gestarte, dass gefälligst alle Lehrer mit Pädak-Ausbildung den Titel Dipl.-Päd. erhalten. Dass der Dipl.-Päd. nur eine Standesbezeichnung wurde und, im Gegensatz zur Standesbezeichnung Ingenieur, nicht in Urkunden eingetragen werden darf, war lediglich eine Kompromisslösung. Ursprünglich wollte Gehrer den Dipl.-Päd. als akademischen Grad konzepieren, der sozusagen in einer Reihe mit dem hochangesehenen Dipl.-Ing. steht. Das gelang ihr halt nicht, wie vieles andere auch! Warum sie das überhaupt gemacht hat? Weil sie im Nationalrat immer mit "Abgeordnete Elisabeth Gehrer" aufgerufen wurde und der fehlende Titel natürlich eine tiefe Wunde gerissen hat.

"Ursprünglich wollte Gehrer den Dipl.-Päd. als akademischen Grad konzepieren, der sozusagen in einer Reihe mit dem hochangesehenen Dipl.-Ing. steht."

Sie spinnen ein bissl!

Ich unterstütze Sie mit dieser Aussage vollkommen, Österreich das Land der Titel, akademischen Grade und Orden. Alleine wenn ich mir die Aussage eines Habsburgers durchlese, der vor kurzen propagiert hat Adelstitels für Geld zu verkaufen, lache ich mich krumm und blöd. Das traurige daran ist, der meinte es wirklich so! Und genau das ist Österreich jeder braucht einen Titel, akademische Grad etc. In Österreich ist es sogar so extrem, dass der Bachelor und der Master auf einmal vor dem Namen steht und die Personen auch so angesprochen werden!
Jeder Wehrdiener bekommt nach 6 Monaten GWD einen Orden, jeder Milizsoldat je nach Zugehörigkeit zwischen 1 und 7. Ich verfüge alleine schon nach 25 Jahren ÖBH als Milizionär über 5! Verrückt oder ?

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