Festnahmen nach Blutbad in nigerianischem Studentenwohnheim

4. Oktober 2012, 12:49
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Vizerektor dementiert Zusammenhang zwischen Attentat und Studentenwahlen

Abuja - Drei Tage nach dem Blutbad in einem nigerianischen Studentenwohnheim mit mindestens 40 Toten hat die Polizei mehrere Verdächtige festgenommen. Die Ordnungskräfte hätten im Rahmen einer Großfahndung zahlreiche Häuser in der Stadt Mubi im Nordosten des westafrikanischen Landes durchsucht, wo sich der Anschlag am Dienstag ereignete, sagte Polizeikommissar Mohammed Ibrahim am Donnerstag. Unbekannte hatten plötzlich in der Nähe des Campus das Feuer eröffnet. Bei Opfern handelt es sich großteils um Hochschüler.

Bisher bekannte sich niemand zu der Tat. Zunächst wurde vermutet, dass die radikalislamische Sekte Boko Haram ("Westliche Erziehung ist Sünde") verantwortlich ist. Die Gruppe hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Anschläge mit weit über 1.000 Toten verübt. Jedoch könnte es sich auch um eine Aktion rivalisierender Studentengruppen gehandelt haben. Zeugen erklärten, die Angreifer hätten die Namen der Studenten ausgerufen, bevor sie sie töteten. "Die meisten wurden erschossen oder wie Ziegen geschlachtet", erklärte der Polizeikommissar.

Einen Zusammenhang zwischen den unlängst stattgefundenen Studentenwahlen und dem Attentat dementierte die Universität am Donnerstag. Es gebe "keinen Beiweis" für diese These der Polizei. "Wir sind hier vereint", versicherte der stellvertretende Rektor, Shuaib Aroke.

Wie viele Menschen inhaftiert wurden, war unklar. Ein Sicherheitsbeamter sprach von 15 Festnahmen. Bei den meisten handle es sich um Studenten. Senatspräsident David Mark forderte die Todesstrafe für die Täter.

Die Universität wurde bis auf weiteres geschlossen, viele Studenten verließen die Stadt. "Ich komme nicht mehr zu dieser Uni oder irgendeiner anderen Uni in Nordnigeria zurück", sagte der Hochschüler Mohammed Biu. (APA, 4.10.2012)

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