Launcher: Vom Androiden, der wie ein iPhone sein wollte

8. Oktober 2012, 17:41
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Per App zum Telefon mit iOS-Oberfläche

Nicht jeder ist zufrieden mit der Oberfläche seines Android-Phones. Viele User sind von Interface-Anpassungen wie HTCs "Sense" oder dem weithin kritisierten "TouchWiz" von Samsung mehr verärgert als angetan. Doch auch mit dem Standard-Interface des Betriebssystems kann sich nicht jeder anfreunden.

Per App zum neuen Bedienerlebnis

Doch es gibt Abhilfe. Zahlreiche Launcher bevölkern Google Play und können dem eigenen Telefon zu einem neuen Look and Feel verhelfen. Die optische Bandbreite ist groß. Auch die Bedienbarkeit der alternativen Oberflächen variiert. Wer möchte, kann seinem Telefon auch das Interface des Konkurrenzsystems aus Cupertino, iOS, verleihen. Ganz neu ist das freilich nicht, denn auch frühere iOS-Ausgaben werden per App imitiert. Das funktioniert auch in andere Richtungen. Anno dazumal gab es einen Freeware-Launcher für Windows Mobile 6, der Android 1.5 nachstellte.

"Fake iPhone 5" für die Kleinen

Nicht lange nach dem Start des iPhone 5-Start waren dann auch schon die ersten Launcher auf Play zu finden, die sich vom neuen Apple-Phone und iOS 6 inspirieren ließen. Eine davon, was eine Fragwürdigkeit für sich darstellt, gibt es auch in einer kostenpflichtigen Ausgabe. Apple scheint gegen die Nachbauten jedenfalls nicht vorzugehen.

Den Job recht gut erledigt "Fake iPhone 5" von The Big Byte, zumindest bei niedrigeren Bildschirmauflösungen. Der Umbau ist kostenlos, der mobile Scanner von Dr. Web klassifiziert die kostenlose Software allerdings als Adware.

"iPhone 5 Screen" für die Großen

Einen Schritt weiter geht das ebenfalls gratis herunterladbare "iPhone 5 Screen" von HaceSe7en. Auch hier gibt der Virenscanner "Adware-Alarm". Die Oberfläche sieht auch auf einem QHD-Display schön aus. Im Gegensatz zu erstgenannter App baut "iPhone 5 Screen" auch die Notification Bar um und liefert auf Wunsch auch einen Lockscreen im Stile des Originals mit. Im eigenen Einstellungsdialog lassen sich verschiedene Themes und auch die verschiedene Sprachen wählen.

Die App-Übersicht ist auch mit Icons für "FaceTime" und anderen Programmen ausgestattet, die es für Android nicht gibt. Ein Klick darauf führt zur stilecht umgesetzten Fehlermeldung "This function is not available yet". Wer auf "Stocks" tippt, wird per Browser zu Google Finance geschickt - auch eine Lösung.

Können heißt nicht müssen

Wer sein Telefon gerootet und somit Zugriff auf erweiterte Rechte hat, kann per App noch tiefgreifender Umbauten vornehmen. Technisch gesehen vollenden lassen sich solche Modifikationen aber erst durch die Integration in ein Custom ROM - was in der Regel auch die Performance des Telefons am wenigsten beeinträchtigt (und wie es auch bei diversen iPhone-Kopien aus Fernost der Fall ist). Denn eine App über das vorgegebene Interface zu "stülpen" frisst Systemressourcen.

Letztlich bleibt es natürlich Geschmackssache, ob man seinem Android-Phone die Oberfläche des von manchen geradezu als Feindbild hochstilisiertem iPhone verpassen will. Immerhin, die Möglichkeit ist da, was nicht zuletzt der Offenheit des Systems zu verdanken ist. Wer weiß, vielleicht bieten sich derlei Methoden ja auch an, um bebilderte Gerüchte über das iPhone 6 in die Welt zu setzen.
 (gpi, derStandard.at, 04.10.2012)

  • Nicht das iPhone 6. Aber immerhin wurde das Foto mit einem iPhone 4S aufgenommen.
    foto: derstandard.at

    Nicht das iPhone 6. Aber immerhin wurde das Foto mit einem iPhone 4S aufgenommen.

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