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Journalistengewerkschafter Franz C. Bauer
Wien - Den Verlegern könnten Streiks ins Haus stehen. Das Präsidium der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp und die Betriebsräte-Konferenz haben am Mittwoch einstimmig beschlossen, gegen die einseitige Kündigung des Journalisten-Kollektivvertrags durch den Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) Kampfmaßnahmen bis hin zum Streik einzuleiten. Damit soll verhindert werden, dass ab Jänner ein vertragsloser Zustand entsteht, hieß es in einer Aussendung.
Ein solcher Zustand könnte für die Journalisten in den einzelnen Unternehmen "im schlechtesten Fall nachteilige Arbeitsbedingungen bis hin zu finanziellen Einschränkungen" bedeuten. Der Antrag auf Streikfreigabe werde daher umgehend vom GPA-djp Präsidium an den ÖGB-Vorstand übermittelt. Dennoch will die Journalistengewerkschaft auch den schon vor der KV-Kündigung vereinbarten Gesprächstermin mit den Verlegern am 22. Oktober wahrnehmen, um die weitere Vorgangsweise zu erörtern. Darüber hinaus soll das Journalistenpräsidium die Rechtswirksamkeit des KV-Kündigungsschreibens überprüfen lassen, hieß es.
In den vergangenen Tagen fanden in mehreren Redaktionen des Landes Betriebsversammlungen statt, weitere sollen in den kommenden Wochen folgen. Bis Donnerstagvormittag haben außerdem mehr als 1.100 Menschen ihren Unmut über die "destruktive Vorgangsweise" des VÖZ und ihre Solidarität mit den Journalisten auf der GPA-djp-Plattform bekundet. (APA, 4.10.2012)
300 Mitarbeiter sollen zusätzlich nach Journalisten-KV angestellt werden - GPA-djp wünscht sich 332 weitere von Nicht-VÖZ-Mitgliedern
Gehaltserhöhung für Tageszeitungsjournalisten an neuen KV gekoppelt
Arbeiten auf Augenhöhe und Solidarität in der Branche fordern die deutschen "Freischreiber", eine Interessenvertretung für freie Journalisten
Weiterbildungsreihe "erste hilfe für freie" mit acht Einheiten um jeweils zehn Euro
Gewerkschaftsmitglieder können ihre Stimme bis 22. Mai abgeben - VÖZ rechnet bei "Ja" zum KV mit 300 neuen Angestellten
Anonymes Forum auf Tumblr eingerichtet
In den nächsten Wochen sollen die Mitgliedern der Journalistengewerkschaft grünes Licht für das neue Vertragswerk geben
Da versucht eine Gewerkschaft, durch Senkung der KV-Tarife mehr Leuten ein anständiges Gehalt zu verschaffen, trotzdem hier wieder das übliche Gewerkschaftsbashing. Keine Ahnung, was diese Leute wollen. Das Verhalten der Verleger ist angesichts der Ausgangssituation sowieso ein Hammer.
vielen freien oder in "falschen" kv's angestellten ist die gewerkschaft nicht gerade geheuer, weil diese zurecht den eindruck haben, ignoriert worden zu sein. hier hat der aufschrei der gewerkschaft gefehlt, jetzt kommt er nach der kv-kündigung sehr schnell.
die gewerkschaft versucht etwas - ja, aber doch recht spät und man darf ihr vorwerfen, dass sie jahrelang eine zweiklassengesellschaft in der medienwelt österreichs toleriert, die aus angestellten und freien besteht und es noch immer tut.
jetzt wird verhandelt, auch schon jahre, und da lässt der vöz nun destruktivität mit der kv-kündigung zu, womit er mehr oder weniger beide klassen von journalisten unter druck setzt. das will wohl keiner.
wichtig wäre jetzt, nicht nur die kollegInnen der tages- und wochenzeitungen, die unmittelbar betroffen sind zu informieren und aktivieren. jede drohende verschlechterung in der branche, fängt in einem teilbereich an, und schlägt letztlich auf alle kollegInnen durch, auf freie und angestellt, auf tageszeitungs und magazinjournalistInnen. es wäre wichtig, sich gemeinsam zu wehren, die freien fordern sehr zu recht auch die solidarität der fixen ein.
Die freien und onliner wollen seit langem einen vernünftigen KV und werden in ihrem Anliegen durch die Gewerkschaft die nur an die Alten Angestellten und ihre Pfründe denkt blockiert.
Würde sich die Gewerkschaft für wirklich alle einsetzen gebe es schon lange eine Lösung, so gräbt sich die Gewerkschaft ihr eigens Grab.
Nun Solidarität zu schreien ist heuchlerisch.
ich bestreite keineswegs, dass die gewerkschaft auf die aufspaltung der arbeitenden (generell und speziell in der medienbranche) viel zu spät und unzureichend reagiert hat. umso erfreulicher, wenn sich die gewerkschaft endlich ein wenig zu bewegen beginnt. jetzt wäre es an der zeit, auch verstärkt auf die prekäre lage vieler medienarbeiter hinzuweisen, forderungen zu präsentieren. ein hickhack zwischen freien und fixen bringt am ende für alle verschlechterungen.
ich finde es so widerlich, wenn sich zu einem artikel, wo es darum geht, dass sich arbeitende menschen gegen drohende verschlechterungen zu wehren beginnen, sofort sozialneid regt. scheinbar leben wir in einem land, wo es denjenigen, denen es besonders schlecht geht, das größte anliegen ist, dass es allen so schlecht geht, statt sich gemeinsam gegen die wehren, die von dieser aufspaltung der gesellschaft profitieren.
mhm… kann Sie gut verstehen. Ich finde es auch widerlich wie die Freien in den letzten 15 (!) Jahren im Stich gelassen wurden. Jede Verschlechterung wurde von den Angestellten kommentarlos zur Kenntnis genommen und jede/r schaut, ihre/seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Und jetzt, wo es den Fixen an den Kragen geht sollen die Freien sich noch erblöden, hinter den Angestellten zu stehn?
Schon mal in einer Redaktion gerbeitet? Neben der/dem KellegIn sitzend die dasselbe arbeitet wie sie, die aber aufgrund ihres Angestelltenverhältnisses auch Anspruch auf Krankenstand und ähnlichen Vorteilen geniesst. Mit welcher Begründung? Mit keiner.
Wo waren die Angestellten als es darum ging die Arbeitsbedigungen der Freien zu verbessern?
ich kenne beide bereiche, da ich teilzeitbeschäftigt bin und den rest als freier tätig bin. natürlich ist es richtig, dass die gewerkschaft da über jahrzehnte etwas verschlafen hat, bzw. hinterhergehechelt ist. aber es ist absurd, die verursacher und nutznießer dieser spaltung, die verleger, dadurch zu unterstützen, indem man trotzig sich leise regenden widerstand in den rücken zu fallen wünscht, und zweitens ist es eine illusion zu glauben, dass eine drohende verschlechterung nur die angestellten betreffen würde. für die unternehmer sind wir alle kostenfaktoren, und die werden solange gedrückt, bis endlich genug widerstand da ist.
vor allem die priviligierten Arbeitnehmer und verlangen von den anderen deren Solidarität; AUA-Piloten mit exorbitanten Gehältern versus miserabel bezahlte Flugbegleiterinnen, "alte" Redakteure mit 15 Monatsgehältern u 42 Urlaubstagen versus unzählige miserabelst entlohnte und null abgesicherte "Freie"! Eigentlich müssten die "Freien" im ORF oder in den Printmedien seit Jahren im Streik sein ... aber nix passiert!
Auf das Jahresgehalt, nicht auf die Anzahl der Monatsgehälter kommt es an. Außerdem wird doch kaum noch wer angestellt, sondern erstmal jahrelang als freier Mitarbeiter abgespeist. Und die Urlaubstage sind nicht im KV, sondern zuerst im Journalistengesetz geregelt und steigen erst nach längerer Dienstzeit, wobei bei Tageszeitungen allerdings eine Woche 6 Werktage hat. Gut, das sind dann nach einiger Zeit immer noch mehr als sechs Wochen Urlaub im Jahr, ist aber in anderen Branchen mit untypischen Arbeitszeiten auch üblich. Der Neid ist ein Hund!
Aber ich kann dich beruhigen, der neue Journalisten-KV wird eine deutliche Verschlechterung bringen. Dass darüber seit Jahren ohne Ergebnis verhandelt wird, dafür können die Redakteure nichts!
Abenddienste ohne höheren Stundenlohn, unentgeltliche Vorarbeiten wie Lesen von Rezensionsbüchern, Hören von Rezensionsmusiken, Besuchen von Abendveranstaltungen, Vorbereitung von Interviews und Artikel, unentgeltliche Nachbearbeitung derselben.
Deshalb zum Ausgleich die, huch, Privilegien.
;-)
Dort gibts einen Präsidenten, einen Geschäftsführer, einen Pressesprecher, einen für Public Affairs, und so weiter... alle mit jeweils Sekretariat und ein Board mit Gremien, das ist so lange dass auch ja jeder ein Amterl hat... http://voez.at/b132m105
Österreich, das Land der mächtigen Betoniererverbände, wo Arbeitskreise und Sitzungen zum Selbstzweck werden.
der standard.at ist unter den homepages eine große ausnahme. der eigenanteil ist extrem groß, es werden eigene - unabhängig von der printausgabe - schwerpunkte gesetzt, es gibt eigene kommentare und eine recht große reaktion. und wenn ich nicht falsch informiert bin, rechnet es sich auch. also bitte nicht die bashen, die es gut machen. in jeder print-zeitung ist mindestens 50 prozent agentur-material.
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