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Ankara/Damaskus/Brüssel - Das türkische Militär setzte am Donnerstagmorgen seinen Vergeltungsangriff auf einen syrischen Militärstützpunkt nahe der Grenze fort. Ziel sei die Region um die Stadt Tel Abyad gewesen, die rund zehn Kilometer von der gemeinsamen Grenze entfernt liegt, hieß es in türkischen Sicherheitskreisen. Von dort aus seien am Mittwoch Granaten auf türkisches Gebiet gefeuert worden, die fünf türkische Zivilisten getötet hätten.
Russland hat Syrien zu einer öffentlichen Entschuldigung aufgefordert. Die Regierung in Damaskus habe über diplomatische Kanäle bereits ein "tragisches Missgeschick" eingeräumt, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag russischen Agenturen zufolge bei einem Besuch in Pakistan.
Syrien habe deutlich gemacht, dass solch ein Zwischenfall nie wieder vorkommen werde. "Wir finden es wichtig, dass Damaskus dies öffentlich bestätigt", sagte Lawrow. Er forderte Syrien und die Türkei auf, Grenzfragen wie auch das Problem syrischer Flüchtlinge direkt miteinander zu besprechen.
Debatte im türkischen Parlament läuft
Unterdessen diskutierte das Parlament in Ankara hinter verschlossenen Türen
über ein Mandat für grenzüberschreitende Einsätze des türkischen Militärs. Die
Grundlage dafür ist ein Gesetz, das bisher schon grünes Licht für Einsätze gegen
kurdische Rebellen im Nordirak gibt. Der führende Regierungsberater Ibrahim Kalin betonte am Donnerstag, Ministerpräsident Tayyip Erdogan habe kein Interesse an einem Krieg mit Syrien. Er unterstütze weiter diplomatische Initiativen.
Die Türkei gehört der NATO an, diese hatte sich in einer auf Wunsch der Türkei einberufenen Dringlichkeitssitzung klar hinter den Bündnispartner gestellt.
Bei den ersten türkischen Vergeltungsschlägen in der Nacht auf Donnerstag seien mehrere syrische Soldaten getötet worden, berichtete die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Die Soldaten seien bei einem Posten nahe Tel Abyad stationiert gewesen, hieß es. Es gab keine Angaben darüber, wie viele Soldaten getötet wurden.
Die Türkei hat den UNO-Sicherheitsrat in einem Brief aufgefordert, die "notwendigen Schritte" gegen "Akte der Aggression" Syriens zu setzen. Bei den Mörserattacken von syrischen Truppen auf türkischem Gebiet habe es sich um "eklatante Verletzungen internationalen Rechts" gehandeln. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.
Eine Abstimmung im UNO-Sicherheitsrat wurde indes auf Donnerstag verschoben. Diplomaten zufolge konnte sich der Sicherheitsrat zunächst nicht auf eine Erklärung einigen, die den syrischen Beschuss "auf das Schärfste" verurteilt. Demnach sollte der Text am Mittwochabend verabschiedet werden. Er hätte als angenommen gegolten, wenn keines der 15 Sicherheitsratsmitglieder Einspruch erhoben hätte. In letzter Minute verlangte das Syrien-treue Russland jedoch den Angaben zufolge einen Aufschub der Abstimmung auf Donnerstagmorgen um 10.00 Uhr (16.00 Uhr MESZ), damit sich die russischen Vertreter mit Moskau beraten könnten.
Die USA und Großbritannien hatten der Türkei zuvor zugesichert, ein Vorgehen gegen Syrien in den Gremien der UNO und der NATO zu unterstützen. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete in der Nacht zum Donnerstag, der Beschuss militärischer Ziele in Syrien durch die Türkei dauere seit dem späten Abend an. Türkische Granaten hätten heftige Explosionen auf der syrischen Seite der Grenze ausgelöst.
"Dieser Angriff ist von unseren Streitkräften sofort erwidert worden", erklärte Erdogan. Die türkischen Streitkräfte feuerten demnach "auf Ziele entlang der Grenze, die mit Radar identifiziert" worden waren. Durch den Einschlag syrischer Granaten waren in Akcakale nahe der syrisch-türkischen Grenze fünf Menschen getötet worden. Bürgermeister Abdülhakim Ayhan sagte, unter den fünf Toten sei eine Frau mit ihren drei Kindern. Die Bevölkerung sei wütend, da immer wieder Geschosse nach Akcakale hineinflögen. Außenminister Ahmet Davutoglu berief seinerseits eine Dringlichkeitssitzung ein.
Der NATO-Rat wurde aufgrund von Artikel 4 des NATO-Vertrags einberufen. Dieser ist für den Fall vorgesehen, dass ein Mitgliedsstaat "die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit" eines NATO-Landes als bedroht ansieht. In einer ersten Stellungnahme forderten die 28 Mitgliedsstaaten Syrien auf, sämtliche aggressiven Handlungen gegen die Türkei einzustellen. Die NATO stehe ihrem Bündnispartner bei und rufe Syrien dazu auf, die "empörenden Verletzungen des internationalen Rechts" zu beenden.
Bereits der Abschuss einer türkischen Militärmaschine durch Syrien im Juni hatte die Debatte über die Ausrufung eines NATO-Bündnisfalls wiederbelebt.
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu telefonierte wegen des Granatenbeschusses von Akcakale mit NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und dem internationalen Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi.
Die NATO beobachte die Lage mit großer Sorge, sagte Rasmussens Sprecherin Oana Lungescu. Rasmussen habe den Vorfall scharf verurteilt. US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte sich entrüstet darüber, dass aus Syrien über die Grenze geschossen worden sei. "Wir bedauern den Verlust von Menschenleben auf der türkischen Seite", sagte Clinton. UN-Generalsekretär Ban forderte am Abend die syrische Regierung auf, die territoriale Integrität seiner Nachbarn zu respektieren. Er rief zugleich alle Seiten zur Mäßigung auf und forderte eine friedfertige Lösung der Krise in Syrien. Ban bat den türkischen Außenminister, er möge alle Kommunikationswege zur syrischen Regierung aufrechterhalten, um "aus dem Vorfall resultierende Spannungen zu mindern".
Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland mehr als 93.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Die türkische Forderung, eine Schutzzone für Vertriebene auf der syrischen Seite der Grenze einzurichten, hat international keine ausreichende Unterstützung erhalten. Die türkische Regierung sympathisiert mit den Assad-Gegnern. Versuchen der Konfliktparteien, sie zu einem militärischen Eingreifen zu bewegen, hat die Türkei bisher widerstanden.
Nun hat die türkische Regierung für Donnerstag das Parlament zu einer dringlichen Sitzung wegen der jüngsten Vorfälle einberufen. Das Parlament könnte eine militärische Operation autorisieren, berichteten türkische Medien in der Nacht auf Donnerstag.
Die Entscheidung wurde nach einer Sitzung der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt. Die türkische Verfassung sieht vor, dass jede militärische Operation im Ausland im Voraus durch das Parlament genehmigt werden muss. (APA/Reuters/red, 4.10.2012)
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Bisher lagen Washington und Moskau in der Bewertung des Krieges in Syrien weit auseinander. Noch einmal soll bei einer multilateralen Konferenz versucht werden, den Konflikt möglichst unblutig zu beenden
Beleidigen wir Schwarze, nennen wir es Rassismus, beleidigen wir Juden, sind wir Antisemiten… beleidigen wir Homosexuelle, sind wir Intolerant… Beleidgen wir unser Land, sind wir Verräter… Beleidigen wir irgendwelche Sekten, nennen wir es Hass… Aber Leute, denkt einmal nach… Wir beleidigen Tag täglich die Moslems, Ihren Propheten, ein Prophet der 2 Mrd. Anhänger hat
Ob das nicht ausreichen würde, stecken wir unsere Finger in Ihre Angelegenheiten… Arabischer Frühling, ist wieder inszeniert worden von Westen…
Wir sind überall zu finden, wo wir nicht hingehören… Die Aufständischen in Syrien haben auch wir angestachelt… So schaut es aus…
Die Argumentstruktur lautet:
Wenn Assad schießt, dann schießen die Türken zurück.
Dass die Türken zurückschießen, ist nicht wünschenswert.
Also hat Assad nicht geschossen.
Also:
Wenn A, dann B.
B ist nicht wünschenswert.
Also gilt: nicht-A.
Ist ein klassisches Scheinargument.
Ein Argumentum ad consequentiam.
eine tatsächliche irregeleitete aktion, die großen, zielgenauen krieger sind da unten ja nicht gerade in rauhen mengen vorhanden.
dass es die syr. armee war, scheint klar, sie haben sich entschuldigt.
sollte es da verschwörerische untergrundpläne geben, wären die ersten verdächtigen:
türkisches militär (die sprengen immer gern rum)
saudi-islamistische rebellen
kurdischer widerstand
ich glaub da nicht an usa oder nato. die wollen/können da nix tun, ausser eine blaue nase einkassieren. russen haben andere sorgen, die wollen assad ja halten.
achja assad selber, so blöd ist er nicht.
diesmal wird wohl nix passieren, ...aber es geht weiter.
Hier sind nochmal paar tolle Ideen zusammengefasst, wer die Schuld tragen könnte: http://spiegel-der-gesellschaft.at/?p=352
Darstellen muss - und vielleicht drauf gehofft hat dass die Nato sich wegen US-Wahlkampf eh nichts.
Der kleine General / Präsident / Chef der sich zumindest dem Worte nach mit der ganzen Welt anlegt um vor den eigenen Leuten gut da zu stehen - leider nicht unbekannt.
naja, damaskus galt als das freudenhaus saudiarabiens.....
Christian refugees forced into prostitution out of desperation.
Initially, Syria welcomed 1.2 million refugees, including 60,000 Christians, but now it has closed its borders because of fear of terrorism.
http://www.atour.com/news/assy... 1003a.html
noch ein faktor den wir "bush" zu verdanken haben.
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