Türkisches Militär feuert weiter auf syrische Ziele

4. Oktober 2012, 10:40

Regierung will vom Parlament Zustimmung zu Militäreinsatz außerhalb der Türkei - Russland fordert Entschuldigung von Syrien - Nato stellt sich hinter Bündnispartner

Ankara/Damaskus/Brüssel - Das türkische Militär setzte am Donnerstagmorgen seinen Vergeltungsangriff auf einen syrischen Militärstützpunkt nahe der Grenze fort. Ziel sei die Region um die Stadt Tel Abyad gewesen, die rund zehn Kilometer von der gemeinsamen Grenze entfernt liegt, hieß es in türkischen Sicherheitskreisen. Von dort aus seien am Mittwoch Granaten auf türkisches Gebiet gefeuert worden, die fünf türkische Zivilisten getötet hätten.

Russland hat Syrien zu einer öffentlichen Entschuldigung aufgefordert. Die Regierung in Damaskus habe über diplomatische Kanäle bereits ein "tragisches Missgeschick" eingeräumt, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag russischen Agenturen zufolge bei einem Besuch in Pakistan.

Syrien habe deutlich gemacht, dass solch ein Zwischenfall nie wieder vorkommen werde. "Wir finden es wichtig, dass Damaskus dies öffentlich bestätigt", sagte Lawrow. Er forderte Syrien und die Türkei auf, Grenzfragen wie auch das Problem syrischer Flüchtlinge direkt miteinander zu besprechen.

Debatte im türkischen Parlament läuft

Unterdessen diskutierte das Parlament in Ankara hinter verschlossenen Türen über ein Mandat für grenzüberschreitende Einsätze des türkischen Militärs. Die Grundlage dafür ist ein Gesetz, das bisher schon grünes Licht für Einsätze gegen kurdische Rebellen im Nordirak gibt. Der führende Regierungsberater Ibrahim Kalin betonte am Donnerstag, Ministerpräsident Tayyip Erdogan habe kein Interesse an einem Krieg mit Syrien. Er unterstütze weiter diplomatische Initiativen. Die Türkei gehört der NATO an, diese hatte sich in einer auf Wunsch der Türkei einberufenen Dringlichkeitssitzung klar hinter den Bündnispartner gestellt.

Angeblich syrische Soldaten getötet

Bei den ersten türkischen Vergeltungsschlägen in der Nacht auf Donnerstag seien mehrere syrische Soldaten getötet worden, berichtete die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Die Soldaten seien bei einem Posten nahe Tel Abyad stationiert gewesen, hieß es. Es gab keine Angaben darüber, wie viele Soldaten getötet wurden.

Türkei fordert Schritte von UNO-Sicherheitsrat

Die Türkei hat den UNO-Sicherheitsrat in einem Brief aufgefordert, die "notwendigen Schritte" gegen "Akte der Aggression" Syriens zu setzen. Bei den Mörserattacken von syrischen Truppen auf türkischem Gebiet habe es sich um "eklatante Verletzungen internationalen Rechts" gehandeln. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Eine Abstimmung im UNO-Sicherheitsrat wurde indes auf Donnerstag verschoben. Diplomaten zufolge konnte sich der Sicherheitsrat zunächst nicht auf eine Erklärung einigen, die den syrischen Beschuss "auf das Schärfste" verurteilt. Demnach sollte der Text am Mittwochabend verabschiedet werden. Er hätte als angenommen gegolten, wenn keines der 15 Sicherheitsratsmitglieder Einspruch erhoben hätte. In letzter Minute verlangte das Syrien-treue Russland jedoch den Angaben zufolge einen Aufschub der Abstimmung auf Donnerstagmorgen um 10.00 Uhr (16.00 Uhr MESZ), damit sich die russischen Vertreter mit Moskau beraten könnten.

Die USA und Großbritannien hatten der Türkei zuvor zugesichert, ein Vorgehen gegen Syrien in den Gremien der UNO und der NATO zu unterstützen. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete in der Nacht zum Donnerstag, der Beschuss militärischer Ziele in Syrien durch die Türkei dauere seit dem späten Abend an. Türkische Granaten hätten heftige Explosionen auf der syrischen Seite der Grenze ausgelöst.

Zivilisten in Türkei getötet

"Dieser Angriff ist von unseren Streitkräften sofort erwidert worden", erklärte Erdogan. Die türkischen Streitkräfte feuerten demnach "auf Ziele entlang der Grenze, die mit Radar identifiziert" worden waren. Durch den Einschlag syrischer Granaten waren in Akcakale nahe der syrisch-türkischen Grenze fünf Menschen getötet worden. Bürgermeister Abdülhakim Ayhan sagte, unter den fünf Toten sei eine Frau mit ihren drei Kindern. Die Bevölkerung sei wütend, da immer wieder Geschosse nach Akcakale hineinflögen. Außenminister Ahmet Davutoglu berief seinerseits eine Dringlichkeitssitzung ein.

Debatte über NATO-Bündnisfall

Der NATO-Rat wurde aufgrund von Artikel 4 des NATO-Vertrags einberufen. Dieser ist für den Fall vorgesehen, dass ein Mitgliedsstaat "die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit" eines NATO-Landes als bedroht ansieht. In einer ersten Stellungnahme forderten die 28 Mitgliedsstaaten Syrien auf, sämtliche aggressiven Handlungen gegen die Türkei einzustellen. Die NATO stehe ihrem Bündnispartner bei und rufe Syrien dazu auf, die "empörenden Verletzungen des internationalen Rechts" zu beenden.

Bereits der Abschuss einer türkischen Militärmaschine durch Syrien im Juni hatte die Debatte über die Ausrufung eines NATO-Bündnisfalls wiederbelebt.

Internationale Verurteilung

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu telefonierte wegen des Granatenbeschusses von Akcakale mit NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und dem internationalen Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi.

Die NATO beobachte die Lage mit großer Sorge, sagte Rasmussens Sprecherin Oana Lungescu. Rasmussen habe den Vorfall scharf verurteilt. US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte sich entrüstet darüber, dass aus Syrien über die Grenze geschossen worden sei. "Wir bedauern den Verlust von Menschenleben auf der türkischen Seite", sagte Clinton. UN-Generalsekretär Ban forderte am Abend die syrische Regierung auf, die territoriale Integrität seiner Nachbarn zu respektieren. Er rief zugleich alle Seiten zur Mäßigung auf und forderte eine friedfertige Lösung der Krise in Syrien. Ban bat den türkischen Außenminister, er möge alle Kommunikationswege zur syrischen Regierung aufrechterhalten, um "aus dem Vorfall resultierende Spannungen zu mindern".

Schutzzone

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland mehr als 93.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Die türkische Forderung, eine Schutzzone für Vertriebene auf der syrischen Seite der Grenze einzurichten, hat international keine ausreichende Unterstützung erhalten. Die türkische Regierung sympathisiert mit den Assad-Gegnern. Versuchen der Konfliktparteien, sie zu einem militärischen Eingreifen zu bewegen, hat die Türkei bisher widerstanden. 

Parlament soll Militäreinsatz legitimieren

Nun hat die türkische Regierung für Donnerstag das Parlament zu einer dringlichen Sitzung wegen der jüngsten Vorfälle einberufen. Das Parlament könnte eine militärische Operation autorisieren, berichteten türkische Medien in der Nacht auf Donnerstag.

Die Entscheidung wurde nach einer Sitzung der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt. Die türkische Verfassung sieht vor, dass jede militärische Operation im Ausland im Voraus durch das Parlament genehmigt werden muss. (APA/Reuters/red, 4.10.2012)

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Super inszeniert CIA

Beleidigen wir Schwarze, nennen wir es Rassismus, beleidigen wir Juden, sind wir Antisemiten… beleidigen wir Homosexuelle, sind wir Intolerant… Beleidgen wir unser Land, sind wir Verräter… Beleidigen wir irgendwelche Sekten, nennen wir es Hass… Aber Leute, denkt einmal nach… Wir beleidigen Tag täglich die Moslems, Ihren Propheten, ein Prophet der 2 Mrd. Anhänger hat
Ob das nicht ausreichen würde, stecken wir unsere Finger in Ihre Angelegenheiten… Arabischer Frühling, ist wieder inszeniert worden von Westen…
Wir sind überall zu finden, wo wir nicht hingehören… Die Aufständischen in Syrien haben auch wir angestachelt… So schaut es aus…

Was Sie nicht so alles machen .. und wo Sie nicht überall Ihre Finger drinhaben ..

Und warum beleidigen Sie die Muslime .. und genaubesehn .. womit?

Und eine imaginäre Person beleidigen ... wie genau geht das?

Jaja... und George Bush persönlich hat das Flugzeug ins World Trade Center beordert.

es ist äußerst unwahrscheinlich, dass es flugzeuge waren. und george bush war bekanntermaßen zum zeitpunkt der explosionen in einer schule....

Ich frag mich immer noch, wer dahinter steckt.Cui bono?
Der Druck auf Rußland verstärkt sich,und die NATO bellt schon lauter !

Wem nützt es? Assad nicht! Also war´s Assad auch nicht. - So jedenfalls die einhellige Auffassung im Forum.

Die Argumentstruktur lautet:

Wenn Assad schießt, dann schießen die Türken zurück.
Dass die Türken zurückschießen, ist nicht wünschenswert.
Also hat Assad nicht geschossen.

Also:
Wenn A, dann B.
B ist nicht wünschenswert.
Also gilt: nicht-A.

Ist ein klassisches Scheinargument.
Ein Argumentum ad consequentiam.

ich seh da 2 möglichkeiten

eine tatsächliche irregeleitete aktion, die großen, zielgenauen krieger sind da unten ja nicht gerade in rauhen mengen vorhanden.

dass es die syr. armee war, scheint klar, sie haben sich entschuldigt.

sollte es da verschwörerische untergrundpläne geben, wären die ersten verdächtigen:

türkisches militär (die sprengen immer gern rum)
saudi-islamistische rebellen
kurdischer widerstand

ich glaub da nicht an usa oder nato. die wollen/können da nix tun, ausser eine blaue nase einkassieren. russen haben andere sorgen, die wollen assad ja halten.

achja assad selber, so blöd ist er nicht.
diesmal wird wohl nix passieren, ...aber es geht weiter.

wer in einem Posting tatsächlich die Frage "cui bono" stellt .. hat sich bereits aus dem Diskurs genommen.

Wurscht um welches Thema es faktisch geht.

Cui bono?

Ich dachte es mir eh!

Der irischen Heulboje traue ich alles zu!

Hier sind nochmal paar tolle Ideen zusammengefasst, wer die Schuld tragen könnte: http://spiegel-der-gesellschaft.at/?p=352

hihi

lustiger artikel ... vor allem schön falsch:

" Gleichzeitig wurde eine NATO-Sitzung einberufen, die klären soll, ob der Bündnisfall bereits eingetreten ist. "

das stimmt nicht

Vermutlich der, der sich als kompromissloser Anführer

Darstellen muss - und vielleicht drauf gehofft hat dass die Nato sich wegen US-Wahlkampf eh nichts.

Der kleine General / Präsident / Chef der sich zumindest dem Worte nach mit der ganzen Welt anlegt um vor den eigenen Leuten gut da zu stehen - leider nicht unbekannt.

Wohl die,

die den Krieg wollen. Also die syrische Armee sicher nicht.

"Wohl die, die den Krieg wollen. Also die syrische Armee sicher nicht."

Die syrische Armee führt Krieg gegen das eigene Volk ! Ich hoffe, diese Kriegsverbrecher werden nach dem Krieg vor ein Gericht gestellt.

stimmt, die kämpft lieber gegen zivilisten

Wie, eine Armee die seit 1,5 Jahren Krieg spielt will keinen Krieg?

und wer will den krieg. syrien hat den angriff zugegeben.

wieso hat sich assad nicht einfach saudiarabien als vorbild genommen?

dann würden wir ihn als verbündeten schätzen!

ma wer mag schon Saudi Arabien , die sind ja die Terror Organisierer Nummer eins auf der Welt..

Hätte er sich den chilenischen Militärdikator Augusto Pinochet

als Vorbild genommen, würde er sein Führungsstab sogar noch bezahlt werden, von der CIA.

At the al-Rawabi club, the usual customers are mostly Iraqi or Syrian men, but summer brought the annual flood of visitors from Persian Gulf states and Saudi Arabia.

http://usatoday30.usatoday.com/news/worl... 0707_x.htm

ja, die armut. ist bei uns btw auch der grund für prostitution.

ja, siehe frauenhandel in der EU :(

naja, damaskus galt als das freudenhaus saudiarabiens.....

Christian refugees forced into prostitution out of desperation.

Initially, Syria welcomed 1.2 million refugees, including 60,000 Christians, but now it has closed its borders because of fear of terrorism.

http://www.atour.com/news/assy... 1003a.html

noch ein faktor den wir "bush" zu verdanken haben.

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