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Einst Mitglied von Jörg Haiders Buberlpartie, dann Bundesgeschäftsführer, Werber und Wahlkampfhelfer der FPÖ: Gernot Rumpold. Nun droht ihm eine Anklage in der Causa Telekom.

Die Rolle Rumpolds in der Telekom-Affäre können Sie auch in unserer interaktiven Netzwerkgrafik nachvollziehen.
In der Causa Telekom Austria (TA) dürfte auch auf Gernot Rumpold, den früheren FPÖ-Bundesgeschäftsführer und FPÖ-Werber, eine Anklage zukommen. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen ihn und elf weitere Beschuldigte (darunter seine Exfrau und Ex-TA-Chefs) wegen Untreue bzw. Beihilfe dazu; den Vorhabensbericht dazu gibt es bereits. Der Vorwurf: 2004 habe Rumpolds MediaConnection Immohandel GmbH (MCA) 600.000 Euro brutto von der TA kassiert - "ohne adäquate Gegenleistung".
Dahinter steht zudem der Verdacht der indirekten Parteienfinanzierung, denn: Kaum hatte die Telekom die vier Konzepte bezahlt, die Rumpold für die TA erstellt haben will, verzichtete der auf 764.539,18 Euro, die ihm die FPÖ bis dahin geschuldet hatte.
Die Verbuchung dieses Forderungsverzichts trug Rumpold und seiner Exfrau ein Finanzstrafverfahren ein, aus diesem erwuchs das Untreueverfahren. Es kristallisierte sich nämlich der Verdacht heraus, dass die TA nur auf den Plan trat, um Rumpolds Einkommenseinbußen abzudecken. 2003 hatte Herbert Haupt Rumpolds Vertrag mit der finanzschwachen FPÖ gekündigt, Rumpold bestand auf ein Schiedsverfahren. Aus einer E-Mail seines Steuerberaters an die Finanz: "Im Hinblick auf den Abschluss neuer Aufträge wurde daher auf die Bezahlung dieser (Rumpolds, Anm.) Ansprüche verzichtet." Aber: Die Justiz zweifelt an der Werthaltigkeit der vier Konzepte, die die Rumpolds der TA verkauft haben wollen und hinterfragt die Rasanz und Diskretion, in der das alles ablief. Also beauftragte sie Gutachter Martin Geyer mit Untersuchungen.
Auf seiner Expertise über höchst unorthodoxe Abläufe baut der Vorhabensbericht auf. Sein Fazit: "Aus der Sicht des Sachverständigen scheint ... ein Zusammenhang zwischen dem Forderungsverzicht gegenüber der FPÖ und dem Auftrag der Telekom zu bestehen. ... Die Art und Weise der Auftragsvergabe und die Abwicklung des Auftrags sind als lebensfremd und unplausibel einzustufen und scheinen im Gesamtkontext eher einer individuellen maßgeschneiderten Vereinbarung zwischen TA und MediaConnection zu entsprechen."
Rumpold (er war nicht zu erreichen) wies das in den Einvernahmen zurück, es gebe "keinen ursächlichen Zusammenhang", er habe Konzepte geliefert. Auch die übrigen Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.
Der Sachverständige fand jedenfalls jede Menge "Unstimmigkeiten". So wundert er sich, dass es nur vier "Präkonzepte" mit zusammen 32 Seiten gibt, 500.000 Euro netto dafür scheinen "nicht angebracht zu sein". Gernot Rumpold berief sich darauf, die "richtigen Konzepte nicht mehr zu haben; möglicherweise seien "die Daten beim Umzug verloren gegangen". Der Gutachter freilich bezweifelt ihre Existenz: "Es muss davon ausgegangen werden, dass der TA die endgültigen und umfassenden Konzepte zu keinem Zeitpunkt vorgelegen sind."
Auch beim Zeit- und Kostenaufwand für die Erstellung der Rumpold'schen Expertisen gibt es Unklarheiten. Rumpold sagte aus, "fünf bis zehn Personen hätten dafür drei bis vier Monate" gearbeitet, die Personalkosten schätze er auf "80.000 bis 100.000 Euro". Der Pferdefuß dabei: Der gesamte MCA-Personalaufwand im Jahr 2004 betrug laut Geyer nur rund 27.000 Euro. Rumpolds Ex-Frau wiederum will die Konzepte selbst erstellt haben, in vier bis fünf Monaten. Gegen beide Darstellungen sprechen die Recherchen des Gutachters: Die TA erteilte den Auftrag an Rumpold am 1. April, im Juni war schon wieder alles vorbei und bezahlt.
Weitere Auffälligkeiten: Die erste Hälfte des Honorars war vorab zu bezahlen - obwohl die Telekom nie zuvor mit der MCA gearbeitet hatte. In der TA wurde der Auftrag sehr diskret "und wider die üblichen Abläufe" abgewickelt; ohne die übliche Involvierung der Einkaufsabteilung. Die MCA-Rechnungen wurden von einem TA-Mitarbeiter für "sachlich und rechnerisch richtig erklärt - bevor er die Konzepte überhaupt kennen konnte".
Letztlich ging dann alles blitzschnell: Am 28. Mai legte die MCA die zweite Teilrechnung, am nächsten Werktag (1. Juni) beauftragte die TA die Überweisung, am 3. Juni war das Geld bei der MCA. Zwei Werktage später unterschrieb Rumpold den "Generalvergleich" mit der FPÖ. (Renate Graber, DER STANDARD, 4.10.2012)
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die Leute, die davon profitiert haben sitzen aber noch in ihren Villen, man hat nur die unschuldigen TierschützerInnen in U-haft genommen, die die mit unserem Geld in schönen Architektenträumen wohnen, greift man ja mit Glacéhandschuhen an!
alle sind gleich, manche sind gleicher (G.Orwell)!
Wie profil-Recherchen ergaben, wurde auch in diesem Akt der Schwarzstift angesetzt, und zwar ausgerechnet und ausschließlich im Jahr 2002. Das ist jenes Jahr, in welchem die schwarz-blaue Koalition unter Kanzler Wolfgang Schüssel die Entscheidung für den Eurofighter-Ankauf gefällt hatte; und damit auch jenes Jahr, in welchem FPÖ-Werber Gernot Rumpold 6,6 Millionen Euro Beratungshonorar von Eurofighter-Hersteller EADS kassierte.
Mit jedem derartigen Artikel den ich über Korruption lese, welches Watschengesicht so und soviele 100000e Euronen bekommen haben soll usw. werde ich aggressiver! Es ist zum aus der Haut fahren!
nicht einmal die Tatsache, daß es offensichtlich solche Malversationen gibt, nein es ist die Schamlosigkeit und die uverfrorene Faulheit mit der die Beteiligten glaubten da alle für dumm verkaufen zu können. Welche "PräKonzepte" über zusammen "ausgedehnte" 38Seiten können nur annähernd den Wert von € 600Tsd repräsentieren? Dann die Story mit den "´Personalkosten"-ich mein, da war jemand nur gierig, aber dann zumindest für die Allgemeinheit gesehen gottseidank nicht mehr "schlau" genug (oder dumm), dem ganzen auch nur annähernd eine plausible Story zu unterlegen.-ich glaub, als der Birnbacher mit seinen 6 Seiten für "rabbattierte" 6Mio gestanden hat, ist auch dem Rumpold ganz schlecht geworden.
Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben
(A. Einstein)
Unsere Parlamente brauchen neue, saubere Leute!
Daher: ABWAHL & Tschüß!
Ein neues Beispiel:
Ute Bock bekommt goldenes Verdienstzeichen – FPÖ leistet sich Entgleisung
http://bit.ly/SzFVNO
Wie eine Schallplatte mit Sprung wiederhole ich, wenn auch Jurist, dieselbe Frage: in der Telekom muss doch irgendein Zeichnungsberechtigter die 600.000 angewiesen haben, was er nur durfte, wenn die Telekom dafür eine adäquate Gegenleistung erhalten hatte. Haben die Leute, die ihrem Unternehmen zur Sorgfalt und Treue verpflichtet waren, nicht das Delikt der Untreue begangen, wenn sie Geld ihres Dienstgebers für Nichtschulden bezahlen?
Derjenige der den Erlagschein oder die online Buchung unterschreibt macht dies sicher laut Anweisung Buchhaltung. Der hat sicher keine eigene Befugnis.
Aber es ist sicher gut der SPur des Geldes in beide Richtungen zu folgen. Irgendwer muss es freigegeben haben.
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