Früherem FPÖ-Werber Rumpold droht Anklage: 600.000 von der Telekom

Renate Graber
3. Oktober 2012, 18:32
  • Einst Mitglied von Jörg Haiders Buberlpartie, dann Bundesgeschäftsführer, Werber und Wahlkampfhelfer der FPÖ: Gernot Rumpold. Nun droht ihm eine Anklage in der Causa Telekom.
    foto: standard/cremer

    Einst Mitglied von Jörg Haiders Buberlpartie, dann Bundesgeschäftsführer, Werber und Wahlkampfhelfer der FPÖ: Gernot Rumpold. Nun droht ihm eine Anklage in der Causa Telekom.

  • Die Rolle Rumpolds in der Telekom-Affäre können Sie auch in unserer interaktiven Netzwerkgrafik nachvollziehen.
    foto: screenshot

    Die Rolle Rumpolds in der Telekom-Affäre können Sie auch in unserer interaktiven Netzwerkgrafik nachvollziehen.

Justiz zweifelt an Gegenleistung und stellt eine Verbindung zu Rumpolds Forderungsverzicht gegenüber der FPÖ her

In der Causa Telekom Austria (TA) dürfte auch auf Gernot Rumpold, den früheren FPÖ-Bundesgeschäftsführer und FPÖ-Werber, eine Anklage zukommen. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen ihn und elf weitere Beschuldigte (darunter seine Exfrau und Ex-TA-Chefs) wegen Untreue bzw. Beihilfe dazu; den Vorhabensbericht dazu gibt es bereits. Der Vorwurf: 2004 habe Rumpolds MediaConnection Immohandel GmbH (MCA) 600.000 Euro brutto von der TA kassiert - "ohne adäquate Gegenleistung".

Dahinter steht zudem der Verdacht der indirekten Parteienfinanzierung, denn: Kaum hatte die Telekom die vier Konzepte bezahlt, die Rumpold für die TA erstellt haben will, verzichtete der auf 764.539,18 Euro, die ihm die FPÖ bis dahin geschuldet hatte.

Die Verbuchung dieses Forderungsverzichts trug Rumpold und seiner Exfrau ein Finanzstrafverfahren ein, aus diesem erwuchs das Untreueverfahren. Es kristallisierte sich nämlich der Verdacht heraus, dass die TA nur auf den Plan trat, um Rumpolds Einkommenseinbußen abzudecken. 2003 hatte Herbert Haupt Rumpolds Vertrag mit der finanzschwachen FPÖ gekündigt, Rumpold bestand auf ein Schiedsverfahren. Aus einer E-Mail seines Steuerberaters an die Finanz: "Im Hinblick auf den Abschluss neuer Aufträge wurde daher auf die Bezahlung dieser (Rumpolds, Anm.) Ansprüche verzichtet." Aber: Die Justiz zweifelt an der Werthaltigkeit der vier Konzepte, die die Rumpolds der TA verkauft haben wollen und hinterfragt die Rasanz und Diskretion, in der das alles ablief. Also beauftragte sie Gutachter Martin Geyer mit Untersuchungen.

Auf seiner Expertise über höchst unorthodoxe Abläufe baut der Vorhabensbericht auf. Sein Fazit: "Aus der Sicht des Sachverständigen scheint ... ein Zusammenhang zwischen dem Forderungsverzicht gegenüber der FPÖ und dem Auftrag der Telekom zu bestehen. ... Die Art und Weise der Auftragsvergabe und die Abwicklung des Auftrags sind als lebensfremd und unplausibel einzustufen und scheinen im Gesamtkontext eher einer individuellen maßgeschneiderten Vereinbarung zwischen TA und MediaConnection zu entsprechen."

Konzepte nie gefunden

Rumpold (er war nicht zu erreichen) wies das in den Einvernahmen zurück, es gebe "keinen ursächlichen Zusammenhang", er habe Konzepte geliefert. Auch die übrigen Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Sachverständige fand jedenfalls jede Menge "Unstimmigkeiten". So wundert er sich, dass es nur vier "Präkonzepte" mit zusammen 32 Seiten gibt, 500.000 Euro netto dafür scheinen "nicht angebracht zu sein". Gernot Rumpold berief sich darauf, die "richtigen Konzepte nicht mehr zu haben; möglicherweise seien "die Daten beim Umzug verloren gegangen". Der Gutachter freilich bezweifelt ihre Existenz: "Es muss davon ausgegangen werden, dass der TA die endgültigen und umfassenden Konzepte zu keinem Zeitpunkt vorgelegen sind."

Auch beim Zeit- und Kostenaufwand für die Erstellung der Rumpold'schen Expertisen gibt es Unklarheiten. Rumpold sagte aus, "fünf bis zehn Personen hätten dafür drei bis vier Monate" gearbeitet, die Personalkosten schätze er auf "80.000 bis 100.000 Euro". Der Pferdefuß dabei: Der gesamte MCA-Personalaufwand im Jahr 2004 betrug laut Geyer nur rund 27.000 Euro. Rumpolds Ex-Frau wiederum will die Konzepte selbst erstellt haben, in vier bis fünf Monaten. Gegen beide Darstellungen sprechen die Recherchen des Gutachters: Die TA erteilte den Auftrag an Rumpold am 1. April, im Juni war schon wieder alles vorbei und bezahlt.

Weitere Auffälligkeiten: Die erste Hälfte des Honorars war vorab zu bezahlen - obwohl die Telekom nie zuvor mit der MCA gearbeitet hatte. In der TA wurde der Auftrag sehr diskret "und wider die üblichen Abläufe" abgewickelt; ohne die übliche Involvierung der Einkaufsabteilung. Die MCA-Rechnungen wurden von einem TA-Mitarbeiter für "sachlich und rechnerisch richtig erklärt - bevor er die Konzepte überhaupt kennen konnte".

Letztlich ging dann alles blitzschnell: Am 28. Mai legte die MCA die zweite Teilrechnung, am nächsten Werktag (1. Juni) beauftragte die TA die Überweisung, am 3. Juni war das Geld bei der MCA. Zwei Werktage später unterschrieb Rumpold den "Generalvergleich" mit der FPÖ. (Renate Graber, DER STANDARD, 4.10.2012)

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Was macht eigentlich " Schüssel " die größte Schande der zweiten Republick eigentlich. Beruflich natürlich.

Eine echte Sauerei nach der anderen! Der Korruptionssumpf Blau/Schwarz wird uns noch lange

beschäftigen! Hoffentlich greift die Justiz endlich durch!

die Leute, die davon profitiert haben sitzen aber noch in ihren Villen, man hat nur die unschuldigen TierschützerInnen in U-haft genommen, die die mit unserem Geld in schönen Architektenträumen wohnen, greift man ja mit Glacéhandschuhen an!

alle sind gleich, manche sind gleicher (G.Orwell)!

Krone Foren wieder dicht oder wieso sind hier wieder...

...die vielen "Herren und Frauen Österreicher" unterwegs und reden die Sache gut?

http://www.blogplus.at/2012/10/h... anleitung/

Danke ÖVP, die uns dass alles eingebrockt hat...

Hinabsteigen sollst in die Wählerhölle und schmoren sollst Du im kleiner-4-%-Feuer, bis auf alle Ewigkeit.

Wauu, jetzt verstehe endlich, wann Katholische auch ihren Spass haben...

bitte prüfen,
ob alles in Ordnung war.

ich bin sofort vom Finanzamt wegen 63euro vom Finanzamt dahin angeschrieben worden,warum ich 63 euro nicht versteuert hab.
ich frag mich,warum mio dem Finanzamt nicht auffallen?

INteressant wäre mal eine Aufbereitung aller laufenden Verfahren und Themen für den Untersuchungsschaus

in grafischer Art samt Netzwerkdiagramm aller Beteiligten. Ich kenne mich überhaupt nicht mehr aus.

Als Frau brauchts einen guten Magen wennst mit Rumpold was anfangen willst. Einen richtigen Fleischschädl hat der schon.

Er hat eine sehr gutaussehende Frau.

Die ist ja auch hie und da angeklagt oder so ähnlich.

.. gehabt, mittlerweile!

Allerdings zocken die beiden ungeniert miteinander ab oder sie hat's von ihm gelernt - Nhut LaHong hat sie laut Profil-Bericht vor einigen Wochen die Firma samt Marke abgenommen, die Schulden sind ihm geblieben!

hatte. er ist geschieden mittlerweile.

Und was ist mit den 6,6 Millionen aus 2002?!

Wie profil-Recherchen ergaben, wurde auch in diesem Akt der Schwarzstift angesetzt, und zwar ausgerechnet und ausschließlich im Jahr 2002. Das ist jenes Jahr, in welchem die schwarz-blaue Koalition unter Kanzler Wolfgang Schüssel die Entscheidung für den Eurofighter-Ankauf gefällt hatte; und damit auch jenes Jahr, in welchem FPÖ-Werber Gernot Rumpold 6,6 Millionen Euro Beratungshonorar von Eurofighter-Hersteller EADS kassierte.

offensichtlich hat auch die justiz einiges zu verbergen...

mit diesen schachzügen versuchen sie nun unheil von sich selbst abzuwenden...das spür ich im urin!!

Ich sollte solche Berichte nicht mehr lesen!!

Mit jedem derartigen Artikel den ich über Korruption lese, welches Watschengesicht so und soviele 100000e Euronen bekommen haben soll usw. werde ich aggressiver! Es ist zum aus der Haut fahren!

ohne unseren korrupten politikversager, wäre Ö das reichste land der welt, und mindestsicherung bereits standard......

ja, aber so: euer geld für unsre leut......

was am meisten erschreckt ist

nicht einmal die Tatsache, daß es offensichtlich solche Malversationen gibt, nein es ist die Schamlosigkeit und die uverfrorene Faulheit mit der die Beteiligten glaubten da alle für dumm verkaufen zu können. Welche "PräKonzepte" über zusammen "ausgedehnte" 38Seiten können nur annähernd den Wert von € 600Tsd repräsentieren? Dann die Story mit den "´Personalkosten"-ich mein, da war jemand nur gierig, aber dann zumindest für die Allgemeinheit gesehen gottseidank nicht mehr "schlau" genug (oder dumm), dem ganzen auch nur annähernd eine plausible Story zu unterlegen.-ich glaub, als der Birnbacher mit seinen 6 Seiten für "rabbattierte" 6Mio gestanden hat, ist auch dem Rumpold ganz schlecht geworden.

Konsequente und gnadenlose ABWAHL der "Corruption Four" ÖVPSPÖFPÖBZÖ:

Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben
(A. Einstein)

Unsere Parlamente brauchen neue, saubere Leute!

Daher: ABWAHL & Tschüß!

Diese Effen sind die Hölle!

Ein neues Beispiel:

Ute Bock bekommt goldenes Verdienstzeichen – FPÖ leistet sich Entgleisung

http://bit.ly/SzFVNO

diese fpö trottel

vor wenigen monaten hat uwe scheuch eine diskussion über die prügelstrafe in schulen angeregt

und der dolm war fpö bildungsreferent in kärnten

"Die Blauen sehen in der Auszeichnung daher eine 'bizarre Verhöhnung aller kindlichen Gewaltopfer'."

Hat nicht vor Kurzem einer der Kärntner FP-Capos noch die "g'sunde Tetschn" gelobt?

Untreue

Wie eine Schallplatte mit Sprung wiederhole ich, wenn auch Jurist, dieselbe Frage: in der Telekom muss doch irgendein Zeichnungsberechtigter die 600.000 angewiesen haben, was er nur durfte, wenn die Telekom dafür eine adäquate Gegenleistung erhalten hatte. Haben die Leute, die ihrem Unternehmen zur Sorgfalt und Treue verpflichtet waren, nicht das Delikt der Untreue begangen, wenn sie Geld ihres Dienstgebers für Nichtschulden bezahlen?

Ich denke diese Funktion teilt sich in einem großen Unternehmen auf.

Derjenige der den Erlagschein oder die online Buchung unterschreibt macht dies sicher laut Anweisung Buchhaltung. Der hat sicher keine eigene Befugnis.

Aber es ist sicher gut der SPur des Geldes in beide Richtungen zu folgen. Irgendwer muss es freigegeben haben.

Die Verantwortung teilt sich auf, und zwar soweit, dass es am Ende keiner war?

Es gibt allerdings sowas wie Letztverantwortung, dann muss halt der jeweilige Vorstand herhalten.

und was ist mit der TA? veruntreuung von kundengeldern oder so ähnlich.

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