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Ayhan Tumani ist Geschäftsführer Sport und Co-Trainer bei Sturm Graz: "Wer als Co-Trainer nur Hütchen aufstellt, der hat eh etwas nicht verstanden."
Ayhan Tumani ist ein viel beschäftigter Mann. Er ist Co-Trainer von Peter Hyballa bei Sturm Graz und bekleidet gleichzeitig das Amt des Geschäftsführers Sport. Alexander Aigner bat ihn zum Interview.
derStandard.at: Am Wochenende gab es eine unglückliche Niederlage beim Meister in Salzburg. Haben Sie aus der Sicht des Co-Trainers die Niederlage schon verdaut? Was waren die Gründe?
Tumani: Ja, das gehört als Trainer dazu, dass man solche bitteren Niederlagen verdaut, weil man sich schnellstmöglich auf das nächste Spiel vorbereiten möchte. Wir haben ein Tor weniger geschossen, und Spiele werden nun einmal durch Tore entschieden. Es hat natürlich an mehreren Sachen gelegen.
Normalerweise bin ich jemand, der sich bei Schiedsrichter-Entscheidungen generell zurückhält, denn letztendlich macht jeder Fehler. Aber die Abseitssituation mit Florian Kainz hätte der Linienrichter, der perfekt gestanden ist, sehen müssen. Es ist doppelt bitter, wenn das Spiel durch so klare Fehlentscheidungen so läuft, wie es gelaufen ist. Und der Foulpfiff vor dem 3:2 für die Salzburger war auch mehr als fraglich. Wir wissen schon, dass wir uns in der Deckung falsch verhalten haben, Mane ganz frei gestanden ist. Aber diese Fehler des Schiedsrichterteams waren schon spielentscheidend.
derStandard.at: Sie sind seit Mitte September auch neuer sportlicher Geschäftsführer. Haben sie sich schon ein Bild von Ihrer zusätzlichen Aufgabe machen können?
Tumani: Ich bin ja schon seit vier Monaten beim Verein, und die Aufgaben, die ich bisher in Verbindung mit Peter Hyballa erledigt habe, sind schon weit über die Trainertätigkeit hinausgegangen. Dadurch bin ich in vielen Bereichen schon im Thema. Letzten Endes bin ich für die sportliche Ausrichtung des Vereins verantwortlich, ganz klar in Verbindung mit dem neuen General Manager Gerhard Goldbrich. Bei uns wird Teamwork großgeschrieben.
derStandard.at: Welche konkreten Aufgaben warten da auf Sie?
Tumani: In erster Linie die Belange der Kampfmannschaft. Dort geht es natürlich um die Kaderplanung. Viele denken, dies ist nur eine Arbeit während der Transferperiode, aber ich glaube, es ist ein Prozess, der über die gesamte Saison und darüber hinausgeht. Dann der ganze Ablauf rund um die Mannschaft. Sie wissen ja, im Fußball gibt es immer wieder etwas Neues, Unerwartetes, darauf muss wer reagieren.
Das Zweite ist natürlich die Nachwuchsabteilung, die für uns sehr wichtig ist. Das ist ein Riesenbereich, da gilt es auch den Überblick zu wahren. Und wir haben eine Frauenmannschaft, die uns sehr am Herzen liegt. Darüber hinaus wollen wir langfristig Schritt für Schritt ein professionelleres Scouting aufbauen. Das sind die großen Themen, die wir angehen wollen.
derStandard.at: Als Co-Trainer sind Sie nun auch der Chef des Cheftrainers. Ist das eine lösbare Situation?
Tumani: Wir sind überzeugt, dass das die richtige Lösung in unserer derzeitigen Situation ist. Das Modell ist aus unserer Sicht das passende für Sturm Graz. Es gibt kein allgemein gültiges Konzept, jeder Verein muss für sich das richtige finden.
derStandard.at: Das heißt, Sie werden weiterhin Co-Trainer bleiben und es wird niemand für diese Position gesucht?
Tumani: Im Moment nicht.
derStandard.at: Wie sieht die Aufteilung der Kompetenzen zwischen sportlichem Geschäftsführer und Cheftrainer aus?
Tumani: Wir arbeiten gerne im Team, treffen Entscheidungen gemeinsam. Das wird weiter so gehandhabt, das war auch vorher schon so. Es wird sicher keine One-Man-Show geben. Sowohl auf Führungsebene mit Gerhard Goldbrich und Daniela Tscherk (Geschäftsführerin Wirtschaft, Anm.) wie auch auf sportlicher Ebene mit Trainer Hyballa werden wir immer versuchen, durch konstruktive Gespräche zu einer bestmöglichen Lösung für Sturm Graz zu kommen.
derStandard.at: Sie besitzen mit der UEFA-Pro-Lizenz die höchstmögliche Ausbildung im Profi-Fußball, haben mit Christoph Daum beim Weltklub Fenerbahce Istanbul gearbeitet. Warum haben Sie sich im Sommer dazu entschieden, den Job als Co-Trainer bei Sturm Graz anzunehmen?
Tumani: Weil ich das Gefühl hatte, dass das der richtige Schritt ist. Ich war überzeugt von der Idee, hier etwas neu aufzubauen, und überzeugt von der Idee, mit Peter Hyballa zusammenzuarbeiten. Bei uns geht es nicht darum, welcher Titel jetzt vor einem steht.
Man tut wirklich allen Co-Trainern unrecht. Ich will jetzt nicht von Respektlosigkeit sprechen, sondern möchte auf die Wichtigkeit dieser Position hinweisen. Manche haben vielleicht noch die Vorstellung, der Co-Trainer ist nur der Hütchenaufsteller. Wer aber als Co-Trainer nur Hütchen aufstellt, der hat eh etwas nicht verstanden. Die Entscheidungen werden gemeinsam getragen, nur so kann man erfolgreich sein. Deshalb war und ist es hier eine reizvolle Aufgabe für mich.
derStandard.at: Paul Gludovatz, Ihr Vorgänger als sportlicher Leiter, meinte in einem Interview, der Kader der Kampfmannschaft sei reformbedürftig. Es werde dauern, bis man ausschließlich Spieler habe, die die neue Philosophie von Trainer Hyballa mittragen. Wie stehen Sie zu dieser Aussage?
Tumani: Grundsätzlich möchte ich keine Aussagen zu Vorgängern machen. Wir machen uns selbst unser Bild und werden die Entscheidungen dann treffen.
derStandard.at: Aber sind Sie mit dem derzeitigen Kader zufrieden oder sehen Sie Handlungsbedarf?
Tumani: Wir sind jetzt relativ neu hier und arbeiten intensiv mit der Mannschaft. Jeder hat erst mal eine Chance verdient. Dass sich dann gewisse Sachen innerhalb des Kaders bewegen, ist selbstverständlich. Es wird Spieler geben, die von selbst wegmöchten, und es werden laufend Spieler angeboten. Wir haben im Moment in alle Spieler vollstes Vertrauen und wollen den neuen Weg mit ihnen gemeinsam beschreiten.
derStandard.at: Trainer Peter Hyballa will mehr Druck auf die Akademien ausüben, weil da mehr rauskommen muss. Wie wollen Sie das erreichen?
Tumani: Es ist richtig, dass wir besonders auf unseren Nachwuchs setzen wollen. Wir haben das Glück, mit Hyballa einen Trainer zu haben, der das Auge für junge Spieler hat und den Mut, sie auch einfach mal reinzuwerfen. Siehe David Schloffer, Phillip Hütter oder Tobias Kainz, der in Salzburg hervorragend reingekommen ist. Die Aufgabe im Nachwuchsbereich ist nun, den Trainer mit möglichst vielen fähigen Spielern zu füttern.
Das Ziel des Vereins ist es, diese bestmöglich selbst auszubilden. Und dazu brauchen wir die besten Trainer, die wir kriegen können. Wir haben gute Trainer im Nachwuchsbereich, und ich werde darauf achten, dass sie sich ständig weiterbilden. Ich finde, der Schlüssel zum sportlichen Erfolg ist immer der Trainer. Deshalb werde ich alle fördern und unterstützen, aber auch fordern, damit sie stets hoch motiviert sind und verantwortungsvoll unsere Spieler formen.
derStandard.at: Wie sieht für Sie die optimale Ausbildung eines Nachwuchsspielers in einer Akademie aus?
Tumani: Ich lege sehr viel Wert auf die Arbeit mit dem Ball. Ich möchte einfach, dass ein Spieler, der in unserem Verein die ganze Nachwuchsabteilung durchlaufen hat, am Ende dieser Ausbildung einige hunderttausend Ballkontakte mehr hat als irgendein Spieler eines anderen Vereins. Natürlich kommen alle anderen Komponenten wie physische Entwicklung und Taktik auch dazu. Aber das Technische sollte man in der Jugendausbildung immer in den Vordergrund stellen.
derStandard.at: Zum Abschluss ein Ausblick: Was wäre mittelfristig für Sie ein schöner Erfolg mit Sturm Graz?
Tumani: Ich möchte mich nicht generell auf etwas festlegen, weil es letztlich um Entwicklungen geht. Eine positive Entwicklung in kleinen Schritten ist mir lieber als ein schneller Aufstieg, der kein stabiles Fundament hat. (Alexander Aigner, derStandard.at, 3.10.2012)
Ayhan Tumani (42) ist ein ehemaliger deutsch-türkischer Fußballspieler. Seit Mai 2012 arbeitet er bei Sturm Graz als Co-Trainer. Seit 19. September bekleidet der UEFA-Pro-Lizenz-Trainer auch die Position des Geschäftsführers Sport. Tuamni spielte in Deutschland unter anderen für Arminia Bielefeld und Hannover 96 sowie in der niederländischen Ehrendivision beim FC Volendam und NEC Nijmegen. Nach seiner Trainerausbildung an der DFB-Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln arbeitete er als Co-Trainer von Christoph Daum bei Fenerbahce Istanbul.
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Aber das Technische sollte man in der Jugendausbildung immer in den Vordergrund stellen.
Endlich hat man das in Österreich begriffen. Ich kann mich an auswahl (national) mannschaften im nachwuchs erinnern, wo du klar sichtbare gravierende technische mängel erkennen konntest.
Hatt sich mittlerweile (großteils) geändert. MAn hat sich halt lang an den Deutschen orientiert und wollte als man endlich begann in den Nachwuchs mehr zu investieren und mit den Akademien in der heutigen Form anfing zeigen wie gut der Verein arbeitet und hat sehr ergebnisorientiert gespielt und auf körperlich starke Spieler gebaut bzw. großteils erst dann eine Leistungsklasse höher gezogen wenn man musste. Viele Jugendspieler wurden/werden dann von kleinen Vereinen "erst mit 15,16,17" zu den Vereinen geholt und sind/waren technisch besser. Nur irgendwann fällt der Kraftunterschied weg und dann wirds schwierig. Durch Stronachs Investitionen hat sich da viel geändert (bessere Trainer, Ausstattung usw.). Neg. Bsp mMn GAK Akademie am Anfang.
"Nur irgendwann fällt der Kraftunterschied weg.." - daran hat man seit den 80er Jahren nicht gedacht. leider. obwohl es wirklich sehr offensichtlich war.
der fussball hat sich halt schon extrem entwickelt. wenn man spiele wie MCity-BVB sieht, dann geht da nix mehr mit einem ballhandicap. ein ums andere mal Barca angeschaut, und man denkt: in 5 jahren noch wird die keiner mit mehr als einem tor unterschied schlagen können. Man müsste ja zuerst mal den ball bekommen und fast genauso gut halten können wie barca selbst. Diese generation musst aber erst mal ausbilden. Wenn eine mannschaft sich nicht hinten reinstellt (benfica), schiesst barca sie gnadenlos ab. das würde sogar mancity und dem bvb passieren, trotz technischer perfektion!
Mit solchen Mannschaften ist ein Vergleich mMn schwierig.(zumindest aber der U16 weil die halt auch sehr viele Jugendspieler abwerben, viel mehr ua monetäre Kapazitäten (Trainerteams, Ausstattung, usw.) haben. Alleine was die Nachwuchstrainer verdienen. Kannst ja hauptberuflich kaum machen. Einige Ex-Spieler halt, die teilweise wenn mit mitte 30 der Vertrag ausläuft auf Gehalt verzichten für eine garantierten Job im Club (bei Sturm Haas, Szabics usw.)+Enthusiasten. Zusätzlich wird halt teilweise erfolgreich mit Partnerschulen usw. zusammengearbeitet. Nur was willst du mit 4-5 mal Training (+ Match) groß machen..
Ist aber mittlerweile viel professioneller (mMn dank Stronach und der Osim Orientierung) Und auch jetzt bei RedBull geht was..
Weiters muss man mMn auch den Aufwand der Nachwuchsspieler inkl. Eltern berücksichtigen.Pro Jahrgang mind. 20 Spieler die fußballerische Ausibldung+Schule durchziehen müssen (BSP HIB Liebenau in Graz)..Dazu sollte mMn neben dem Vereinstraining auch noch zusätzlich "gekickt" werden zwecks Technik, 1:1 usw.
Weiters Pupertät/Adoleszenz und viele werden mitgeschleppt, aber irgendwann reichts halt nicht mehr und dann is bissi blöd, wenn du mit 19,20 dir die zeitaufwendige Kickerei (Akademien, aber auch sonst wenns halbwegs professionell zugeht) angetan hast und ohne Matura dastehst, sondern bspw.Alibi-Lehre. Zeitweise wurde mit nem Borg in Graz zusammengearbeitet zwecks Matura, weiß aber nicht mehr ob jetzt auch noch. Weiters oft leere Versprech
die fokusierung auf die akademie und ausbau des scouting netzes klingt schon mal recht vielversprechend. auch das er ein auge auf die werten trainer richtet, da sollte er ruhig mal genauer hinschaun ;) .sehe da noch viel potential. die richtung stimmt. hört sich kompetent an.freu mich auf die nächsten entwicklungen!!
ich will nur guten fußball sehen u. tore...frag mich immer wieder warum die verantwortlichen den einsatz von technischen hilfsmitteln verweigern...im tennis schon seit jahren praktiziert mit erfolg
hätte meiner Meinung nach in Ried bleiben sollen, wo man doch eine positive Entwicklung feststellen konnte. So war das für alle drei Beteiligten ein Verlustgeschäft. Er ist gesundheitlich angeschlagen und sitzt zuhause, für Sturm hat dieses Engagement außer zusätzlichen Stress nichts gebracht. Und Ried bewegt sich mit dem Lehrbuben von Hicki wieder in Richtung Abstieg anstatt in Richtung Europa.
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